Eishockey

Lizenzentzug? Sønderjyske kann drohenden Liga-Ausschluss vorerst abwenden

Die Sønderjyske-Fans dürfen weiter auf eine gute Zukunft für ihre Mannschaft hoffen.

Mit einem negativen Eigenkapital von 5,1 Millionen Kronen konnte Sønderjyske Ishockey die Lizenzforderungen für die laufende Saison nicht mehr erfüllen. Ein Ausschluss von der Liga drohte in letzter Konsequenz; der dänische Meister von 2024 hat aber eine Vereinbarung mit dem Lizenzausschuss getroffen und die Fristen eingehalten.

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Zusammenfassung

  • Sønderjyske Ishockey hat seine Lizenz trotz ernsthafter Finanzprobleme vorerst sichern können.
  • Der Klub mit negativem Eigenkapital erfüllte nachträglich Auflagen des DIU-Lizenzausschusses zur Kapitalhinterlegung.
  • Bis zur kommenden Saison muss das Eigenkapital jedoch weiter deutlich verbessert werden, um sportlich konkurrenzfähig zu bleiben.

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Bei Sønderjyske Ishockey in Woyens (Vojens) ist die Lage weiterhin alles andere als gut, weder wirtschaftlich noch sportlich. Wirtschaftlich ist die Situation sogar so bedrohlich gewesen, dass dem dänischen Eishockey-Meister von 2024 zuletzt in letzter Konsequenz sogar der Ausschluss aus der Liga drohte. Die Gefahr ist aber vorerst abgewendet.

„Wir sind nur neun Liga-Klubs und können keine Mannschaft entbehren, aber Aufgabe des Lizenzausschusses ist es zu sichern, dass die Lizenzforderungen erfüllt werden, und wenn dies nicht der Fall ist, dann wird die Lizenz entzogen. Es ist mit Sønderjyske eine Absprache erzielt worden, und die ist eingehalten worden“, sagt Thomas Friberg vom Lizenzausschuss der dänischen Eishockey-Union (DIU) zum „Nordschleswiger“.

Angst vor einer kleineren Liga

Der Haushaltsbericht von Sønderjyske Ishockey A/S wurde zum Jahreswechsel veröffentlicht und rief den DIU-Lizenzausschuss auf den Plan. Mit einem negativen Eigenkapital von 5,1 Millionen Kronen erfüllten die Hellblauen nicht mehr die Lizenzforderungen.

Das Eigenkapital muss positiv sein, um mit seinem Spielerkader an die Gehaltsobergrenze von 6,5 Millionen Kronen zu stoßen. Sønderjyske liegt in der laufenden Saison unter der Gehaltsobergrenze, geschätzt zwischen 5,0 und 5,5 Millionen Kronen – und damit deutlich oberhalb der Grenze von 3,0 Millionen Kronen, die man bei einem negativen Eigenkapital haben darf.

Sønderjyske hätte eigentlich nicht mit dem aktuellen Kader weiterspielen dürfen, doch DIU und die acht Ligarivalen haben die Situation bei Sønderjyske geduldet, aus Angst vor einer noch kleineren Liga. Die Absprache mit Sønderjyske ist bei der Konkurrenz nicht überall positiv aufgenommen worden – für den Lizenzausschuss gibt es aber keine Probleme.

Großteil der Summe hinterlegt

„Wir hatten einen guten Dialog mit Sønderjyske, und die Forderungen unsererseits sind strikt gewesen. Es ist ein Plan erstellt worden, und Sønderjyske hat zum 1. Februar den weitaus größten Teil der Summe hinterlegt. In den Augen des Lizenzausschusses ist die Absprache vollauf eingehalten worden“, sagt Thomas Friberg.

Die Lage war so bedrohlich, dass es nach Informationen des „Nordschleswigers“ mehrere Gespräche zwischen der Vereinsführung und einer Mannschaft gegeben hat, die sich um die Zahlungen der Gehälter Sorgen machte. Womöglich auch einer der Gründe für die schwankenden Leistungen der Sønderjyske-Spieler im Januar.

„Ich kann bestätigen, dass es eine Absprache mit dem Lizenzausschuss von DIU gibt“, sagt Kjeld Søberg, Vorstandsvorsitzender und Miteigentümer von Sønderjyske Ishockey, zum „Nordschleswiger“.

Sønderjyske bisher nicht am Ziel

„Wir müssen das Eigenkapital vor der nächsten Saison wiederherstellen und sind dabei noch nicht am Ziel, glauben aber, dass es uns gelingen wird. Wir arbeiten an verschiedenen Modellen – einer Kapitalzufuhr, einem Darlehen oder auch einer Erweiterung des Eigentümerkreises. Wir sind im Moment fünf Eigentümer, würden aber gerne acht oder zehn sein. Wir wollen aber nicht nur eine Null erreichen, sondern peilen ein positives Eigenkapital an“, so Kjeld Søberg.

Nach den geltenden Lizenzregeln muss ein positives Eigenkapital von 1,2 Millionen Kronen erreicht werden, um in der kommenden Saison die Gehaltsobergrenze voll ausschöpfen zu können. 

„Wir wollen gerne in die Nähe der Gehaltsobergrenze kommen, damit wir weiterhin gutes Eishockey anbieten können. Wir erwarten, dass wir unser Ziel erreichen werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Ein Schritt in die richtige Richtung war ein Spinning-Event vor einer Woche am Rande des Heimspiels gegen Rungsted, das Sønderjyske 700.000 Kronen einbrachte.