SønderjyskE

Für den Handball nach Nordschleswig: Mona Lüeße wagt einen Neuanfang

Mona Lüeße ist Nachwuchsspielerin in der Sportakademie von Sønderjyske
Mona Lüeße ist Nachwuchsspielerin in der Sportakademie von SønderjyskE.

Handball: Mona Lüeße wechselt von Kiel nach Nordschleswig an die Deutsche Schule Apenrade. Warum die 16-Jährige in SønderjyskE eine neue sportliche Heimat gefunden hat. 

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Zusammenfassung

  • Die 16-jährige Handballerin Mona Lüeße wechselt nach dem knapp verpassten Aufstieg mit Kiel/Kronshagen zur Sportakademie von Sønderjyske in Nordschleswig.
  • Sie lebt seit August im Internat in Apenrade, besucht die Deutsche Privatschule, trainiert mehrmals wöchentlich und erlebt den dänischen Handball als persönlicher, freier und zugleich technisch strukturiert.
  • Mona Lüeße fühlt sich in der deutsch-dänischen Umgebung schnell wohl, plant den Wechsel ans Deutsche Gymnasium für Nordschleswig und hält sich ihren Traum vom Profihandball sowie ein mögliches Studium in Dänemark offen.

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„Handball verbindet“ – so lautet das Zwischenfazit von Mona Lüeße nach ihren ersten sechs Monaten in Nordschleswig. Die 16-Jährige hat sich im vergangenen Sommer der Sportakademie von SønderjyskE angeschlossen und spielt seitdem in der U17-Handballmannschaft. 

Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie sich nach dem verpassten Aufstieg in die Junioren-Bundesliga mit ihrem ehemaligen Verein HSG Holstein Kiel/Kronshagen dazu entschieden, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, um sich sportlich auf höherem Niveau weiterzuentwickeln. Und so hat sie den Schritt nach Dänemark gewagt.

Mona Lüeße stammt aus einem sportlichen Elternhaus, in dem Handball und Bewegung stets eine große Rolle spielen. Auch ihre Schwester besuchte bereits ein Sportinternat (Volleyball) – auch deren Erfahrungen haben der 16-Jährigen bei ihrer Entscheidung weitergeholfen.

Warum ausgerechnet Nordschleswig?

Der Schritt nach Nordschleswig war zunächst eher zufällig. Mona hat insgesamt zwölf Vereine in Dänemark und Schweden kontaktiert: SønderjyskE hat sich als erster Verein zurückgemeldet. 

Ein Probetraining wurde vereinbart, und die Familie hat sich Verein, Umgebung und Internat angeschaut. Am Ende stand fest: „Hier beginnt ein neuer Abschnitt“, sagt die 16-Jährige.

Nordschleswig hat für sie jedoch schnell an Bedeutung gewonnen.

„Für mich bedeutet es sehr viel, dass ich hier Handball auf hohem Niveau spielen kann, aber trotzdem sowohl im Verein als auch in der Schule mit fast allen Deutsch sprechen kann“, so Lüeße.

Mit dem Schritt nach Dänemark musste sich Mona Lüeße auch nach einer neuen Schule umsehen und landete in der Deutschen Privatschule Apenrade, wo sie heute die 10. Klasse besucht.

Mona Lüeße ist neben ihrem Handball-Alltag auch Schülerin an der Deutschen Privatschule Apenrade
Mona Lüeße ist neben ihrem Handball-Alltag auch Schülerin an der Deutschen Privatschule Apenrade

Der Sprung ins Unbekannte

Seit dem 11. August lebt Mona Lüeße in Apenrade (Aabenraa) im Internat – in einer Art WG mit anderen Leistungs­sportlerinnen und -sportlern. Die Umstellung ist groß.

„Die Sprache konnte ich am Anfang gar nicht“, erzählt sie. Zwar kennt sie die Region bereits von zwei Urlauben, doch das alltägliche Dänisch ist Neuland.

Auch sportlich hat sie schnell gemerkt, dass hier vieles anders läuft. Das Training ist persönlicher, die Atmosphäre entspannter und dennoch intensiver. In Kiel hat sie mehr Druck empfunden, in Dänemark stehen dagegen „viel mehr Spaß und viel mehr Persönlichkeit“ im Vordergrund, so die Handballerin.

Die Sprache war am Anfang schon eine Herausforderung, ich wurde aber trotzdem super aufgenommen. Alle waren sehr nett und hilfsbereit

Mona Lüeße

Ein Alltag zwischen Krafttraining und Klassenzimmer

Mona Lüeße trainiert viermal pro Woche mit ihrer Mannschaft, hinzu kommen regelmäßige Krafttrainingseinheiten. Am Wochenende stehen Spiele an. Die Tage sind klar strukturiert, Freizeit bleibt kaum. 

Freundschaften entstehen vor allem im Internat, in dem sie mit zwölf Jugendlichen zusammenlebt – alle mit sportlichem Hintergrund. Eine kleine Gemeinschaft, die gemeinsam kocht, lacht und abends Handballspiele im Fernsehen schaut – und in der sich Mona Lüeße trotz anfänglicher Unsicherheit schnell zurechtgefunden hat.

„Handball verbindet immer – und hier noch mehr. Wir teilen alle das gleiche Hobby, und das schafft sofort Nähe“, sagt die Nachwuchshandballerin. 

Zugleich beschreibt sie deutliche Unterschiede im Training und im Spielsystem. Der dänische Handball ist technisch und strukturiert, zugleich aber freier. „Es ist eine riesige Umstellung, aber eine gute“, so die 16-Jährige.

Heute ist sie sehr glücklich mit ihrer Entscheidung, die sie nicht nur handballerisch, sondern vor allem auch menschlich positiv prägt.

Blick nach vorn – offen, aber ehrgeizig

Mona Lüeße bleibt auch weiterhin in Dänemark. Ab dem kommenden Schuljahr wechselt sie an das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig (DGN). Den Traum vom Profihandball behält sie weiterhin im Blick, ohne einen starren Karriereplan zu verfolgen: „Ich gucke einfach, dass es mir gut geht und es mir Spaß bringt.“ 

Wie es nach der Schulzeit weitergeht, ist offen – ein späteres Studium in Dänemark schließt sie nicht aus.