KlimaKrise

Neue Studie: Risiko für Starkregen-Ereignisse in Dänemark steigt

Auto spritzt Wasser auf überfluteter Kreuzung in Esbjerg nach Starkregen
Die extremen Wolkenbrüche über Esbjerg sorgten im September 2024 für einen neuen landesweiten Niederschlagsrekord.

Wolkenbrüche: Eine neue Studie zeigt, dass Ereignisse wie in Esbjerg durch die Klimaerwärmung wahrscheinlicher und intensiver werden. In der Westküsten-Stadt fiel binnen 24 Stunden so viel Regen wie sonst in zwei Monaten. Die Ergebnisse der Studie sollen Städten helfen, sich besser vorzubereiten.

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Zusammenfassung

  • Eine neue DMI/DTU-Studie zeigt, dass Starkregen in Dänemark durch die Klimaerwärmung deutlich zugenommen hat.
  • Das Extremereignis in Esbjerg mit 144 Millimetern Regen in 24 Stunden gilt als Rekord und steht exemplarisch für diese Entwicklung.
  • Mit weiterer Erderwärmung werden Häufigkeit und Intensität solcher Wolkenbrüche steigen, weshalb Städte ihre Infrastruktur besser anpassen müssen.

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In Esbjerg fiel am 27. September 2024 binnen 24 Stunden so viel Regen wie sonst in zwei Monaten. Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahren in Dänemark zugenommen – auch in Nord- und Südschleswig lässt sich das beobachten.

Eine neue Studie des Dänischen Meteorologischen Instituts (DMI) in Zusammenarbeit mit einer Doktorarbeit an der Dänischen Technischen Universität (DTU) zeigt, dass besonders Starkregen-Ereignisse, bedingt durch die Klimaerwärmung, heute wahrscheinlicher geworden sind und kräftiger ausfallen. 

Westküste stellt Dänemark-Rekord auf

144 Millimeter Niederschlag in 24 Stunden in Esbjerg ließen Klimatologinnen und Klimatologen aufhorchen, handelte es sich doch um einen neuen Rekord. Normal fallen in einem September 74 Millimeter Niederschlag – allerdings landesweit. 

Esbjerg schaffte es somit in die Hitliste der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), in der für das Jahr 2024 152 bisher nicht gesehene Extremwetterereignisse registriert wurden. 

Doktorand und Klimaforscher Mathew Newell zeigt in seiner aktuellen Studie „Climate extremes and their consequences“ (Klimaextreme und ihre Folgen), dass Ereignisse wie in Esbjerg aufgrund des Klimawandels, verglichen mit dem vorindustriellen Klima, um 60 Prozent wahrscheinlicher geworden sind und die Intensität des Niederschlags zudem um 10,2 Prozent gestiegen ist. 

Für die Studie untersuchte Newell die Gebiete, die in Süddänemark am häufigsten von diesen Ereignissen betroffen sind – einen Streifen nördlich und südlich von Esbjerg bis nach Vejle. 

Haupterkenntnisse der Studie

  • Der Klimawandel hat den Extremregen in Esbjerg im September 2024 höchstwahrscheinlich möglicher und intensiver gemacht. 
  • Eine weitere Erwärmung in der Zukunft wird die Wahrscheinlichkeit und Intensität solcher Ereignisse noch erhöhen.
  • Die Studie verdeutlicht, wie Gefahren, Exposition und Anfälligkeiten zum Risiko in Städten beitragen.

Intensität und Häufigkeit werden zunehmen

Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass bei einer zukünftigen Erwärmung des aktuellen Klimas solche Regen-Ereignisse zusätzlich zu der bisherigen Entwicklung noch häufiger und intensiver stattfinden werden. In einer 2 Grad Celsius wärmeren Welt (im Vergleich zum vorindustriellen Niveau) ist von zusätzlich 25 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit verglichen mit dem Status quo die Rede. Die Intensität steigt zusätzlich um weitere 4,2 Prozent an. Bei einer Erderwärmung um 3 Grad sind es sogar 76 Prozent und eine um 10,3 Prozent erhöhte Intensität.  

Newell bindet in seiner Arbeit Hydrologie, Klimaveränderungen und die Dynamik in der Atmosphäre zusammen. Den Klimaforscher überraschen die Ergebnisse seiner Studie nicht, der Klimawandel sei bereits sichtbar. 

Ergebnisse keine Überraschung

„Die Studie bestätigt, dass Klimaveränderungen nicht etwas sind, was uns in 50 oder 100 Jahren erwartet. Sie sorgen bereits heute für steigende Temperaturen in der Atmosphäre und damit auch für steigende Mengen an Feuchtigkeit und Energie – beides Brennstoffe für kräftigen Regen“, so Newell laut Pressemitteilung des DMI. Die Studie beleuchte außerdem, dass es wichtig ist, Städte und Infrastruktur besser gegen Klimaveränderungen zu sichern. 

In der Vergangenheit konnte auch in Nordschleswig bei Starkregen beobachtet werden, dass Straßen, Unterführungen oder Keller binnen kurzer Zeit überflutet wurden. Auch Südschleswig, insbesondere die Grenzstadt Flensburg (Flensborg), ist immer wieder von Starkregen-Ereignissen betroffen – zuletzt im Juli vergangenen Jahres, als unter anderem die Neustadt überflutet wurde, weil sich Wasser von den Fördehängen in den tieferen Lagen sammelte und die Kanalisation die Wassermassen nicht bändigen konnte.

Überflutete Straße mit Feuerwehrleuten neben einem stehenden Linienbus vor Stadtgebäuden
Juli 2025: Ein Stadtbus blieb samt seiner Fahrgäste in den Wassermassen in der Flensburger Neustadt stecken.

Ergebnisse sollen Städten und Kommunen helfen

Die Ergebnisse der Studie zum Wasserkreislauf und Extremwetter können helfen, dass sich die Gesellschaft besser auf solche Niederschlagsereignisse vorbereiten kann – unter anderem durch Lösungen, wie Niederschlagswasser von Oberflächen abgeleitet werden kann. 

Die Studie wurde unterstützt vom Nationalen Center für Klimaforschung (NCKF) und dem Klimaatlas des DMI.