Wort zum Sonntag

Ein Licht in dunklen Zeiten

Ein schlichtes Holzkreuz ragt vor einem strahlend blauen Himmel mit lockeren Wolkenformationen in die Höhe.
Symbolfoto

Tradition: In Nordschleswig wird das Licht von Weihnachten auch im Februar gefeiert. Der dänische Brauch Kyndelmisse erinnert an die Erleuchtung der Sterndeuter. In ihrem Wort zum Sonntag wirft Cornelia Simon ein Blick auf die Bedeutung und die Feierlichkeiten.

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Wort zum Sonntag

Mit dem Wort zum Sonntag richten sich im Wechsel die Pastorinnen und Pastoren der Nordschleswigschen Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der deutschsprachigen Gemeindeteile der dänischen Volkskirche und der deutschsprachigen Gemeinde in Kopenhagen an die Leserinnen und Leser des „Nordschleswigers“. Es stellt keine Stellungnahme der Redaktion dar.

Die Weihnachtsbäume sind eingesammelt, die Deko verschwunden. Die Blumenläden haben den Frühling eingekauft. Winterschlussverkauf an allen Orten. Der Alltag hat uns wieder.

Und in der Nordschleswigschen Gemeinde feiern sie immer noch das Licht von Weihnachten. Immer noch stehen wir symbolisch an der Krippe mit den Königen und tanken Licht für das neue Jahr. Warum? Weil wir es brauchen. In vielen dänischen Gottesdiensten wird heute Kyndelmisse gefeiert.

Gott sagt, uns soll uns ein Licht aufgehen! Und zwar das von Weihnachten.

Der Legende nach ging das Licht nach Christi Geburt den drei Sterndeutern auf, sie brachten Geschenke mit: die Schätze, den Duft und das besondere Gewürz. Das sind Gold, Weihrauch und Myrre. Alle drei werden angestrahlt vom Stern von Bethlehem, der um Gottes willen leuchtet und durch die Finsternis auf die Erde scheint.

Im Psalm für diesen Sonntag, da steht es, Psalm 119,105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinen Wege.“ Gottes Licht geht vor den Menschen her. Wir sind eingeladen wie die Sterndeuter, ins Licht zu kommen, zu Gott, der da im Stall liegt. Zum Gott, der auch in dir und in mir zur Welt kommt. Die Erleuchtung, die liegt nun in uns, weil wir ja auch von Gott Beschenkte sind.

Wir brauchen nicht mehr zu suchen, wir sind angekommen. Gottes Licht scheint durch uns in dieser Welt. Das sind hochtrabende Worte, so als säßen wir hoch zu Ross, aber so ist es, uns schickt Gott in die Welt als Könige, als Hirten, als Weise, als Maria, als Erleuchtete. So feiern Christ*innen seit Jahrhunderten und begrüßen gleichzeitig die heller werdenden Tage Einen schönen Sonntag nördlich und südlich der Grenze!

Pastorin Cornelia Simon, Pfarrbezirk Gravenstein