Deutsches Gymnasium für Nordschleswig

Von der EU ausgezeichnet: Alina ist eine der besten Übersetzerinnen in Dänemark

Lehrer und Initiator Felix Jahn mit ausgezeichneter Alina Heinrich.

Übersetzungswettbewerb: Alina Heinrich erhält besondere Erwähnung. Ihre kreative Sprachbeherrschung beeindruckt die Jury. Einblicke in ihre Erfahrungen und Zukunftspläne.

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Zusammenfassung

  • Die Schülerin Alina Heinrich vom Deutschen Gymnasium für Nordschleswig erhielt für ihre kreative und sprachlich starke Übersetzung im EU-Wettbewerb „Juvenes Translatores“ eine besondere Erwähnung der Jury.
  • Der Englischlehrer Felix Jahn hatte die Teilnahme der Schule erstmals initiiert und betont, dass vor allem die sichere und kreative Beherrschung der Muttersprache für gute Übersetzungen entscheidend ist.
  • Alina verpasst zwar den Hauptpreis und damit die Reise nach Brüssel, zweifelt wegen KI und juristischer Spezialisierung an einer Übersetzerlaufbahn und plant stattdessen ein Lehramtsstudium mit Englisch, während die Schule eine erneute Teilnahme erwägt.

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„Herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Übersetzung, deren kreative Lösungen und flüssige Formulierungen perfekt an den Sachverhalt angepasst sind! Bonuspunkt: Rechtschreibung und Zeichensetzung sind einwandfrei!“

So lautet die Nachricht, die Alina Heinrich von der Jury des Übersetzungswettbewerbs über Lehrer Felix Jahn weitergeleitet bekommen hat. Zusammen mit vier weiteren Schülerinnen des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) hatte sie am Juvenes-Translatores-Projekt der EU für 17-Jährige teilgenommen.

15 Schulen aus Dänemark wurden ausgelost

„Als ich in der Nachricht gelesen habe, dass die Rechtschreibung so gut ist, war ich überrascht, denn eigentlich bin ich darin im Deutschunterricht gar nicht so gut“, sagt Alina Heinrich.

Die DGN-Teilnehmerinnen von links: Alina Heinrich, Drea Schmidt, Annemarie Tvede Hansen, Lucia Bogovic, Katharina Köhl

Das DGN hat zum ersten Mal an diesem europaweiten Wettbewerb teilgenommen. Lehrer Felix Jahn hatte die Initiative dazu ergriffen und auf dem Online-Portal der Schule zunächst einmal vorgefühlt, wie viele Interessierte es gibt. „Es haben sich um die 15 Schülerinnen gemeldet. Das hat mich natürlich gefreut, aber es durften nur fünf teilnehmen. Ich habe also die Fachlehrer um deren Einschätzung gebeten und die entsprechenden Schülerinnen dann informiert.“

Schulen bewerben sich bei dem Wettbewerb, und dann werden – abhängig von der Anzahl der Sitze im EU-Parlament – die teilnehmenden Schulen ausgelost. In Dänemark nahmen demnach 15 Schulen teil. Insgesamt also 75 Schülerinnen und Schüler. Für jedes Land wird dann eine Gewinnerin oder ein Gewinner ermittelt. Übersetzt werden kann ganz nach eigener Vorliebe in und aus allen europäischen Sprachen – unabhängig von der eigenen Landessprache. 

Was mir halt Sorge macht, ist, dass der Beruf von KI übernommen wird.

Alina Heinrich

Für Alina Heinrich gab es da nichts zu überlegen: „Ich mag die englische Sprache total, und das war eine Möglichkeit, sich mit ihr zu beschäftigen. Und es war ja nicht so viel Aufwand.“

Auf das Talent in der Muttersprache kommt es an

Es sei allerdings ein weitverbreiteter Irrtum, dass es primär darauf ankomme, die Fremdsprache zu beherrschen, erklärt Englischlehrer Felix Jahn. „Das ist natürlich auch wichtig, aber der eigentliche Vorteil ist, wie Alina zeigt, die Muttersprache so gut zu beherrschen und mit ihr kreativ umgehen zu können. Denn in diese übersetzt man schließlich“, und verweist noch einmal auf die Nachricht der Jury.

Gewonnen hat sie zwar nicht, aber sie sei in der engeren Auswahl gewesen, weiß Felix Jahn. Vier Teilnehmende aus Dänemark legten laut Jury hervorragende Leistungen ab. Eine davon: Alina. Für sie gab es eine sogenannte „special mention“, eine besondere Erwähnung.

Die Übersetzungsaufgabe fand in allen Ländern zeitgleich statt. Für ihre Texte hatten die Schülerinnen zwei Stunden Zeit.

„Ich fand es nicht schade, dass ich nicht gewonnen habe, sondern dass ich richtig gern nach Brüssel gefahren wäre, um mir die Arbeit im dortigen Übersetzungsbüro anzugucken. Diese Möglichkeit bekommt halt nur der Gewinner“, erklärt die mittlerweile 18-Jährige. Solche Praktikumsplätze seien in der Regel schwer zu ergattern.

Ob sie sich den Übersetzungsberuf aber überhaupt vorstellen kann, sieht sie skeptisch: „Was mir halt Sorge macht, ist, dass der Beruf von KI übernommen wird.“

Lieber Lehramt als Jura-Vokabeln

Sie habe sich zwar schlaugemacht und gelesen, dass der Beruf zwar nicht gänzlich wegfallen, sich aber stark verändern werde.

„Das wird dann auf europäischer Ebene viel mit Recht und Jura zu tun haben. Und ich weiß nicht, ob es mir Spaß macht, dieses Vokabular zu lernen.“

Wahrscheinlich wäre dann auch ein Studiengang in diese Richtung notwendig. Die Schülerin der 2G hat aber andere Pläne: „Ich möchte Lehramt studieren – natürlich mit Englisch.“

Wie auch immer sie sich entscheidet – das Zertifikat ist ihr sicher. Und wer weiß, bei der Öffnung welcher Türen diese Auszeichnung ein weiterer Schubser ist.

Felix Jahn kann sich vorstellen, das DGN im kommenden Jahr wieder für die Teilnahme zu bewerben, wenn sich genügend Schülerinnen und Schüler finden.