Folketingswahl 2026

Warum Menschen in Nordschleswig Stephanie Lose, aber nicht Mette Frederiksen wählen können

Nahaufnahme eines Stimmzettels mit Kandidaten der Enhedslisten.
Wählerinnen und Wähler können ihr Kreuz entweder links neben einem Parteinamen oder einem Personenamen setzen.

So funktioniert das Wahlsystem: Wählende können ihre Stimme entweder einer Person oder einer Partei geben. Der Großkreis Südjütland ist in zwölf Wahlkreise aufgeteilt. Ist eine Person in einem der Wahlkreise aufgestellt, steht sie im gesamten Großkreis auf dem Stimmzettel.

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Zusammenfassung

  • Menschen in Nordschleswig können sämtliche Personen wählen, die im Großkreis Südjütland aufgestellt sind.
  • Ist eine Person in einem Wahlkreis aufgestellt, steht sie im gesamten Großkreis auf dem Stimmzettel.
  • Die persönlichen Stimmen haben in jedem Fall Einfluss darauf, welche Person gewählt wird.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Am Dienstag, 24. März, findet die Folketingswahl statt und alle Wahlberechtigten sind dazu aufgerufen, ihr neues Parlament zu wählen. Aber wie werden alle Stimmen eigentlich in Folketings-Sitze umgerechnet? 

Wirtschaftsministerin und Venstre-Vize Stephanie Lose ist im Wahlkreis Esbjerg Stadt aufgestellt. Dennoch können auch Menschen in Nordschleswig – sofern sie dies wünschen – ihr Kreuz am (Wahldatum) vor ihrem Namen machen. 

Die sozialdemokratische Staatsministerin Mette Frederiksen kandidiert in einem Wahlkreis ihrer Heimatstadt Aalborg und kann nur von Menschen in Nordjütland gewählt werden. Die Erklärung findet sich im Wahlkreissystem der Folketingswahl, bei dem Dänemark in zehn Regionen, die Großkreise (storkredse) genannt werden, eingeteilt wird. 

Die Großkreise sind entscheidend

Diese Großkreise entscheiden nämlich, wer in welchen Landesteilen auf dem Stimmzettel steht. Nordschleswig ist Teil des Großkreises Südjütland. Dieser ist wiederum in zwölf Wahlkreise aufgeteilt. In Nordschleswig entsprechen sie den Kommunen. 

Ist eine Kandidatin oder ein Kandidat in einem der zwölf Kreise aufgestellt, so steht diejenige Person im gesamten Großkreis auf dem Stimmzettel. Daher können auch Menschen in Nordschleswig Stephanie Lose wählen. 

Das bedeutet selbstverständlich auch, dass Wählerinnen und Wähler in Sonderburg (Sønderborg) dem in Hadersleben (Haderslev) aufgestellten Sozialdemokraten Jesper Petersen ihre Stimme geben können. Umgekehrt können Menschen in der Domstadt seinen in Sonderburg kandidierenden Parteikollegen Benny Engelbrecht wählen. 

Eine Partei kann dieselbe Person in mehreren Wahlkreisen innerhalb des Großkreises aufstellen – und damit auch in allen zehn. Sie kann ebenfalls mehr als eine Person pro Wahlkreis aufstellen. Die Aufstellungsform hat Bedeutung für die Verteilung der Stimmen.

Bedeutung der persönlichen Stimmen

Wer sich nicht für eine Person entscheiden kann oder möchte, kann sein Kreuzchen auch links neben dem Parteinamen setzen. In beiden Fällen geht die Stimme an die jeweilige Partei. Wer persönlich stimmt, hat jedoch auch Einfluss darauf, welche Personen Nordschleswig im Folketing vertreten. 

Sind die Kandidatinnen und Kandidaten paritätisch aufgestellt (sideordnet opstilling), bekommen die Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen die Mandate, die der Partei im Großkreis zufallen. Letzteres hängt vom Gesamtergebnis ab. 

Stellt die Partei nach Wahlkreisen (kredsvis opstilling) oder mit einer Parteiliste (partiliste) auf, haben auch die Parteistimmen Einfluss darauf, wer gewählt wird. Die Parteistimmen im jeweiligen Wahlkreis gehen dann an die Wahlkreiskandidaten.