ÖPNV

Reaktivierung der Bahnstrecke Flensburg–Niebüll aufs Abstellgleis geschoben

Die Schienen liegen noch - wie hier in Unaften: Eine Rückkehr der Bahnverbindung zwischen Flensburg und NIebüll rückt dennoch in immer weitere Ferne.

Im neuen Nahverkehrsplan des Landes taucht die viel diskutierte Reaktivierung der Bahnstrecke Niebüll–Flensburg nicht mehr auf. Und auch Berlin sendet wenig Hoffnungszeichen, dass die Strecke jemals wiederbelebt wird.

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Zusammenfassung

  • Die Reaktivierung der Bahnstrecke Flensburg-Niebüll ist aus dem neuen Nahverkehrsplan des Landes Schleswig-Holstein gestrichen worden.
  • Das Land meldete die Strecke nicht zur Bundesförderung an, stattdessen setzt man weiter auf den bestehenden stündlichen Busverkehr zwischen Niebüll und Flensburg.
    • Die Trasse Niebüll-Flensburg soll dennoch gesichert werden, ein baldiger Rückbau der Schienen ist nicht geplant. Der letzte planmäßige Personenzug fuhr auf dieser Strecke am 31. Mai 1981.

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Im vergangenen Jahr noch war sie groß Thema, inzwischen ist es ruhig geworden um die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke Flensburg–Niebüll. Aus dem Landesweiten Nahverkehrsplan von Nah.SH für 2027-2031 ist sie komplett gestrichen worden, da sie „politisch vor Ort keine Mehrheiten findet“, wie es dort heißt und wie es auch Harald Haase, Sprecher im Verkehrsministerium, auf Nachfrage bestätigt. Jedoch soll die Trasse Niebüll–Flensburg gesichert werden. Bedeutet, dass zumindest ein baldiger Rückbau der Schienen fürs Erste nicht geplant ist.

Anfrage von AfD-Abgeordneter in Berlin

Auch eine kürzliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Kerstin Przygodda (AfD) aus Ostholstein ans Bundesministerium für Verkehr blieb ohne weiteren Erkenntnisgewinn. Bisher habe das Land SH die Reaktivierung der Strecke zwecks anteiliger Finanzierung nicht beim Bund angemeldet, ließ der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte (CDU) in kurzen Worten mitteilen. Auch das bestätigt Madsen-Sprecher Harald Haase aus Kiel.

Der Zielfahrplan sehe einen stündlich beschleunigten Regionalverkehr zwischen Niebüll und Flensburg vor, teilte Staatssekretär Hirte weiter mit. Damit spielt er wohl auf den seit Langem bestehenden Busverkehr zwischen den beiden Städten an, der montags bis freitags zwischen 5 und 22 Uhr im Stundentakt hin und her pendelt. Auch samstags und sonntags besteht eine verlässliche Taktung der Busse zwischen Niebüll und Flensburg, entweder im Stunden- oder Zweistundentakt.

Letzter Zug hielt vor 45 Jahren

Auch der Kreis Nordfriesland hatte eine Wiederbelebung der Bahnstrecke Flensburg-Niebüll in der jüngeren Vergangenheit stets abgelehnt und von einer „verfehlten Prioritätensetzung“ gesprochen. Vorrang müsse die Modernisierung der Marschbahn bis nach Sylt haben, so die Husumer Behörde.

Der letzte planmäßige Personenzug auf der Bahnstrecke Flensburg/Weiche–Risum-Lindholm hielt vor knapp 45 Jahren: am 31. Mai 1981. Seitdem wurden die Bahnschienen sich selbst überlassen und sind an vielen Stellen schon von Gras und Gebüsch überwuchert. Nur an wenigen Stellen wie am früheren Bahnübergang an der B199 in Unaften sind bereits Gleise demontiert worden. Ansonsten liegen sie noch genauso wie früher auf dem Bahndamm. Nur eben ungenutzt.

Lange wurde die Reaktivierung der Bahnstrecke auch im Zusammenhang mit den Plänen für einen neuen Innenstadt-Bahnhof in Flensburg diskutiert. Fahrgäste hätten dann von Niebüll oder weiteren Bahnhöfen entlang der Strecke aus direkt bis zum Flensburger ZOB fahren können. Im Februar nun hatte die Landesregierung bekanntgegeben, Millionen in den Innenstadt-Bahnhof und in neue Gleise in Flensburg zu investieren – die Strecke aus Niebüll dabei aber mit keinem Wort erwähnt.