ZUSCHRIFT

Verbindung halten, Zusammenhalt leben – Rückkehr ermöglichen

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Stephan Kleinschmidt schreibt über Jugendliche aus der Minderheit, die Nordschleswig verlassen – und hoffentlich wieder zurückkehren.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Viele junge Mitglieder der deutschen Minderheit verlassen Nordschleswig für Studium oder Ausbildung – und zu wenige kehren zurück. Das ist eine Herausforderung. Aber es ist auch eine Chance, wenn es uns gelingt, den Kontakt zu halten und die emotionale Verbindung zu stärken. Denn: Wer sich der Minderheit weiterhin zugehörig fühlt, bleibt erreichbar – als Botschafter nach außen und als potenzielle Rückkehrerin oder Rückkehrer. Beispiele wie die Influencerin Liv Bredo Schrøder zeigen, wie lebendig und sichtbar Minderheitenidentität auch außerhalb Nordschleswigs gelebt werden kann. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und Unterstützung.

Mit „N2 – Netzwerk Nordschleswig“ ist ein wichtiger Schritt getan. Es schafft Räume für Austausch, Karrierechancen und Verbindung – unabhängig vom aktuellen Wohnort. Die jungen SPitzen zeigen seit Jahren, wie viel Energie, Ideenreichtum und Mobilisierungskraft in der jungen Generation stecken. Der VSST wiederum bietet mit seinen Kollegien in Odense, Århus und Hellerup vielen Studierenden ein Zuhause und eine wichtige Anlaufstelle. Beides braucht verlässliche Unterstützung, Ressourcen und Wertschätzung.

Um die Stärke und Zusammengehörigkeit der Minderheit weiter auszubauen, müssen wir gezielt investieren: in Netzwerke, die verbinden, und in Strukturen, die Teilhabe ermöglichen. Es braucht ein starkes „Minderheiten-Wir“, das trägt – auch über Entfernungen hinweg. Gleichzeitig müssen wir unsere Identität so vermitteln, dass sie für alle Generationen anschlussfähig bleibt und unsere kulturellen Werte in die Gegenwart übersetzt. Und wir müssen Beteiligung auch außerhalb Nordschleswigs einfacher und attraktiver machen. Das ist kein Nebenprojekt. Es ist ein zentraler Auftrag. Denn die junge Generation ist nicht nur unsere Zukunft – sie ist schon heute eine unserer wichtigsten Ressourcen.

Stephan Kleinschmidt, Sonderburg
Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger