Deutsche Minderheit

DSSV: Schließungen und gleichzeitig Neubauten – wie hängt das zusammen?

Die deutschen Kindergärten und Schulen müssen sparen, doch gleichzeitig wird fleißig gebaut – hier neue Klassenräume am deutschen Gymnasium (Archiv).

Der Dachverband der Schulen und Kindergärten muss sparen und plant Schließungen. Zugleich werden ein Campus in Apenrade und zwei neue Kindergärten gebaut.

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Zusammenfassung

  • Der DSSV reagiert auf ein hohes Defizit mit Schließungen, investiert aber gleichzeitig rund 150 Millionen Kronen in Neubauten.
  • Am Deutschen Gymnasium in Apenrade entsteht ein Campus mit neuem Kindergarten, Internat und Klassenräumen, der zwei Stadt-Kindergärten ersetzen soll.
  • Weitere neue Kindergärten in Tingleff und Tondern sollen alte, teure Standorte ablösen und langfristig Betriebskosten senken.

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Nach einem großen Defizit 2024 muss der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) sparen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die deutsche Schule und der deutsche Kindergarten in Rapstedt (Ravstedt) zum Sommer schließen werden. Doch gleichzeitig bauen der DSSV und die deutsche Minderheit in den kommenden vier bis fünf Jahren für rund 150 Millionen Kronen.

Geplant ist das Campus-Projekt am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade (Aabenraa) für mehr als 100 Millionen Kronen. Das Geld wurde im November in den Bundeshaushalt eingestellt. 

Auf dem DGN-Gelände sollen ein neuer Kindergarten entstehen, ein neues Internat sowie zwei neue Klassenräume, die bereits gebaut worden sind. Hierfür gab es im vergangenen Jahr 5 Millionen Kronen vom Folketing. Der neue Kindergarten in Apenrade soll die beiden Stadt-Kindergärten am Jørgensgaard und Dr. Margrethevej ersetzen.

Weitere Projekte folgen

Als nächstes großes Projekt folgt 2026/2027 ein neuer Kindergarten in Tingleff (Tinglev). Dafür setzt die Minderheit etwa 11 Millionen Kronen ein – Geld, das von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Schleswig-Holstein für bauliche Investitionen bereitgestellt werden. 

Schließlich steht auch ein neuer Kindergarten in Tondern (Tønder) ab 2028 auf dem Plan.

Investitionsmittel und Betriebsmittel

Die Projekte werden alle durch Investitionsmittel finanziert. Das Geld könne nicht genutzt werden, um laufende Ausgaben oder Personalkosten zu decken. Deshalb würden sie das aktuelle Haushaltsproblem nicht lösen, erklärte Uwe Jessen bereits im November dem „Nordschleswiger“. Jessen ist Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger und gleichzeitig Geschäftsführer des DSSV.

Dennoch würden die Investitionen dazu beitragen, die Haushaltslage der Minderheit und des DSSV zu verbessern.

„Ein Kindergarten ist günstiger als zwei, und wegen des sanierungsbedürftigen Internatsgebäudes sind die Betriebskosten unwahrscheinlich hoch“, so Jessen im November.

Hinzu kämen teure Mieten: Aktuell finden nicht alle Jugendlichen Platz im Internat, sodass die Minderheit Wohnungen in der Stadt anmietet. Auch Praktikantinnen und Praktikanten würden im neuen Campus unterkommen und keine zusätzlichen Mietkosten verursachen.

Hohe Betriebskosten verursacht zudem der Kindergarten in Tingleff, weil er sich in zwei Gebäuden auf zwei Etagen verteilt.

Modernisierung der Bausubstanz

Grundsätzlich, so Uwe Jessen seinerzeit, sollen die Projekte marode oder zu kleine Einrichtungen, die sonst einzeln saniert oder neu gebaut werden müssten, ersetzen. Das Ziel sei, moderne Bedingungen zu schaffen – und zwar langfristig und wirtschaftlich.

Der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, spricht oft davon, dass die Schul- und Kindergartengebäude der Minderheit den „Flair der 50er- und 60er-Jahre“ haben.

Neue Institutionen in Broacker und Lügumkloster

Inzwischen hat die Minderheit allerdings in eine Reihe von neuen Institutionen investieren können. So sind auch in Broacker (Broager) und Lügumkloster (Løgumkloster) neue Kindergärten entstanden.

Neben den Großprojekten hat die Minderheit weiterhin einen Sanierungs- und Nachholbedarf in der Größenordnung von mindestens 150 Millionen Kronen. Das sind Um- und Neubauten, Modernisierungen und Verbesserungen an weiteren Institutionen sowie eine Mängelliste, die 2025 vom Gebäudemanagement der Minderheit erstellt wurde.