Deutsche Minderheit

Jeppe Jepsen und Birthe Andresen gewählt: Junge Spitzen stellen sich neu auf

Zwei junge Erwachsene lächeln vor einer Glasfassade mit Palme.
Vorstandsvorsitzender Jeppe Jepsen und Stellvertreterin Birthe Andresen sind das neue Spitzen-Duo.

Generalversammlung: Die Jugendorganisation der Schleswigschen Partei hat das vergangene Jahr Revue passieren lassen und einen neuen Vorstand gewählt.

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Zusammenfassung

  • Bei der Generalversammlung der Jungen Spitzen wurden mit Jeppe Jepsen als Vorsitzenden und Birthe Andresen als Stellvertreterin neue Führungsspitzen gewählt.
  • Der alte Vorstand um Wencke Andresen und Niklas Nissen blickte auf ein sehr aktives Jahr mit intensivem Kommunalwahlkampf und europaweiten Vernetzungsreisen zurück.
  • Die neuen Vorsitzenden wollen die Sichtbarkeit der deutschen Minderheit und der Jugendkultur in Nordschleswig weiter stärken und setzen dabei auf eigene Veranstaltungen und politische Bildungsarbeit.

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Der neue Vorstand der Jungen Spitzen steht. In Zukunft leiten Jeppe Jepsen aus Tingleff (Tinglev) als Vorsitzender und Birthe Andresen aus Nolde als stellvertrende Vorsitzende die Geschicke der Jugendorganisation der Schleswigschen Partei (SP). 

Auf der Generalversammlung im Haus Nordschleswig am Donnerstagnachmittag stellten sich beide nach einer kurzen Vorstellung zur „Kampfwahl“. In einer geheimen Abstimmung entfielen von den 15 Stimmen 8 auf Jeppe Jepsen, der die 1G des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) besucht. Birthe Andresen, Schülerin der 2G am DGN, bekam 7 Stimmen. Enthaltungen gab es keine. 

Die Nolderin wurde dann allerdings mit 8 Stimmen ohne Stichwahl für den Posten als Stellvertreterin gewählt. Sie setzte sich gegen Lucas Søndergaard, Lauritz Kley und Helle Hußmann durch, die ebenfalls von den Anwesenden für den Posten vorgeschlagen wurden.

Das neue Duo löst damit die bisherige Vorsitzende Wencke Andresen und ihren Stellvertreter Niklas Nissen ab, die beide ausbildungsbedingt nicht wieder zur Wahl standen.

Die weiteren Vorstandsposten

  • Zum Kassier wurde Hans Jakob Sørensen gewählt, der ebenfalls das DGN besucht. Er löste damit Martina Lutz ab, die sich nicht wieder zur Wahl stellte.
  • Die sechs Posten des erweiterten Vorstandes wurden aus elf Kandidatinnen und Kandidaten gewählt. Die meisten Stimmen bekamen Helle Hußmann, Lucas Søndergaard, Lauritz Kley, Stina Sørensen, Anna Lea Leth Schmidt und Wencke Andresen, die somit dem Vorstand erhalten bleibt. 
  • Die sechs Suppleantinnen und Suppleanten sind Niklas Nissen, Leif Curdes, Ditte Thomsen Terp, Cees Piepenbrock, Jonas Leiner und Nicolai Jessen.

Neue Vorsitzende wollen Sichtbarkeit stärken

Gruppe junger Erwachsener posiert im Foyer eines Gebäudes für ein Foto
Der neue Vorstand (hinten v.l.): Anna Lea Leth Schmidt, Helle Hußmann, Stina Sørensen, Lauritz Kley, Kassierer Hans Jakob Sørensen, Lucas Søndergaard und Wencke Andresen. Vorne knien der neue Vorsitzende Jeppe Jepsen und die stv. Vorsitzende Birthe Andresen.

Jeppe Jepsen und Birthe Andresen sagten unserer Redaktion vor Ort, die Vorstandsarbeit von Wencke und Niklas weiterführen zu wollen. „Wir wollen die Sichtbarkeit der Minderheit und der Jugendkultur in Nordschleswig stärken“, so die beiden neuen Vorsitzenden. Das wolle man mit eigenen Veranstaltungen, aber auch Workshops in politischer Bildung erreichen. 

„Wir möchten die Jugend zusammenbringen. Es ist daher besonders gut, dass es bei den Jungen Spitzen auch Mitglieder gibt, die nicht auf das DGN gehen, sondern auf dänische Schulen. Das macht die Minderheit auch außerhalb sichtbar“, so Birthe Andresen, die sich freut, mehr Verantwortung zu übernehmen. Und Jeppe Jepsen ergänzt: „Es zeigt auch, dass sie Teil der Minderheit sind, obwohl sie an ein dänisches Gymnasium gehen.“

Wir wollen die Sichtbarkeit der Minderheit und der Jugendkultur in Nordschleswig stärken.

Jeppe Jepsen und Birthe Andresen

Ein Abschied, der schwerfällt

Die frischgewählte Birthe Andresen dankte ihrer Schwester für die geleistete Arbeit. „Du hast uns weit gebracht. Dafür ein riesengroßes Dankeschön.“ Bei Wencke Andresen flossen anschließend Tränen. „Danke für die vergangenen zwei Jahre. Es hat super viel Spaß gemacht. Ich freue mich, dass ich noch als Vorstandsmitglied dabei sein darf.“

Wencke Andresen, die für ihr Lehramtsstudium nun nach Aarhus zieht, blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Ende ihrer Zeit als Vorsitzende. „Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagt sie unserer Redaktion am Rande der Veranstaltung. 

Sechs Kandidaten, die so viel Stimmen holen konnten, das ist schon historisch. Ich bin super stolz – vor allem auch auf den Teamgeist. Wir können zufriedener nicht sein.

Wencke Andresen

Sie sei stolz und sehr zufrieden, dass bei den Jungen Spitzen so viele engagierte Menschen aktiv seien, die auch Verantwortung übernehmen wollen. Dem wolle sie nicht im Wege stehen. Sie sei überzeugt, dass der neue Vorstand gut zusammenarbeiten werde. 

Wencke Andresen verlässt Nordschleswig für ein Lehramtsstudium.
Wencke Andresen verlässt Nordschleswig für ein Lehramtsstudium.

Sie selbst blicke auf viele kleine und große Highlights zurück – allen voran die Kommunalwahl. „Sechs Kandidaten, die so viel Stimmen holen konnten, das ist schon historisch. Ich bin super stolz – vor allem auch auf den Teamgeist. Wir können zufriedener nicht sein.“ 

Viele Reisen durch Europa

Wie aktiv die Jungen Spitzen im vergangenen Jahr waren, zeigte sich schon zuvor bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts. 

Die scheidende Vorsitzende berichtete von zahlreichen Reisen durch Europa, etwa das Osterseminar der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) im polnischen Oppeln bei der dortigen deutschen Minderheit.

Auf der Generalversammlung der JEV ist Wencke Andresen im vergangenen Jahr zudem in den Vorstand gewählt worden. Mit der früheren Vorsitzenden der Jungen Spitzen, Katharina Kley, die aktuell im Vorstand der Europäischen Freie Allianz (EFA) sitzt, sei die deutsche Minderheit jetzt in zwei EU-Organisationen im Vorstand vertreten, hob Andresen hervor. 

Die Preisbrecherparty im Mai im Clubhaus des Apenrader Rudervereins bezeichnete Die Vorsitzende als „gelungenes Fest“. Auch beim Knivsbergfest waren die Jungen Spitzen aktiv. So wurde bei der Parkplatz-Organisation angepackt und auch einen eigenen Stand hatten die Spitzen, wo Interessierte sich im Wahlplakte-Aufhängen auf Zeit duellieren konnten. „Das hat sehr viel Spaß gemacht“, resümierte die scheidende Vorsitzende. 

Kommunalwahl als Highlight des vergangenen Jahres

Die Kommunalwahl war das Jahreshighlight für Nachwuchsorganisation der Schleswigschen Partei. Auf der SP-Hauptversammlung präsentierten sich die Kandidatin Dorthe Andresen und die beiden Kandidaten Leif Curdes und Niklas Nissen in einem eigenen Programmpunkt zur Wahl. Nach dem Sommer standen dann insgesamt sechs Junge Spitzen in den Startlöchern. 

Keine andere Partei hat eine Jugendorganisation, die so sichtbar gewesen ist, wie die Jungen Spitzen.

Harro Hallmann

Im Wahlkampf seien viele Plakate aufgehängt sowie Flyer und Schockoboller verteilt worden. Die Kandidatinnen und Kandidaten nahmen zudem viele Debattentermine wahr. „Alle haben angepackt und mitgeholfen, wo Hilfe nötig war. Es war eine tolle Zeit, die Spaß gemacht hat und wir haben viel gelernt“, so die Vorsitzende. 

Gerne erinnerte sich Wencke Andresen auch an die nächtliche Kreideaktion, die „frischen Wind in den Wahlkampf“ gebracht habe. „Venstre hat sich geärgert, also hat sich das gelohnt“, sagte sie. 

Die Auszeichnung der jungen Kandidierenden mit dem Nordschleswig-Preis auf dem Deutschen Tag in Tingleff sei ein weiterer Höhepunkt gewesen. Der Wahlabend selbst wurde dann im DGN mit Gästen gefeiert. „Wir nehmen mit, dass wir 566 persönliche Stimmen für unsere Kandidatinnen und Kandidaten bekommen haben.“ Das sei ein großer Erfolg.

„Keine andere Partei hat eine Jugendorganisation, die so sichtbar gewesen ist, wie die Jungen Spitzen“, lobte Harro Hallmann, Sekretariatsleiter Kopenhagen und Kommunikationsverantwortlicher beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), die Arbeit der Spitzen. „Es ist ein tolles Ergebnis und dass einige mehr als 200 Stimmen bekommen haben, das ist beeindruckend“, so das Senior-Mitglied der Jungen Spitzen. 

Zwei Männer sitzen an einem Tisch und ordnen Papiere in einem Raum mit Wandbildern.
Senior-Spitze Harro Hallmann und Versammlungsleiter Uffe Iwersen fungierten als Stimmenauszähler.

Das Jahr endete mit dem JEF-Netzwerktreffen in Berlin. Hier konnten Kontakte mit anderen Minderheiten geknüpft werden. Die Jungen Spitzen begingen ihr Julefrokost im Saxburger (Saksborg) Krug. 

Auch bei der Neujahrstagung in Sankelmark waren die Spitzen vertreten und halfen in der Bar beim Kneipenquiz. Das sei ein „schönes Wochenende“ gewesen, so Andresen. 

Erst kürzlich fand erneut der „Flohmarkt by Night“ am DGN statt, „mit vielen Ständen und Leuten, die etwas loswerden wollten. Der Fokus lag auf Nachhaltigkeit“, so Andresen. 

Niklas Nissen: „Unsere Arbeit wird ernstgenommen“

Auch Niklas Nissen blickte für den „Nordschleswiger“ auf die vergangenen beiden Jahre als zweiter Vorsitzender zurück, die er als „sehr lehrreich“ beschreibt. Die Kommunalwahl habe gezeigt, dass die Jungen Spitzen „reale Politik betreiben können und auch so wahrgenommen werden“, so Nissen. „Das hat deutlich gemacht, dass unsere Arbeit ernst genommen wird und wir als verlässliche Vertreter der Interessen der Minderheit auftreten können.“ 

Zwei junge Personen sitzen nebeneinander in einem Besprechungsraum am Tisch.
Wencke Andresen und Niklas Nissen stellten sich nicht wieder für den Vorsitz zur Wahl.

Gerade die Sicht der jungen Generation in der Minderheit vertreten zu dürfen, habe ihm große Freude bereitet, so der junge Mann aus Renz (Rens), der künftig Suppleant bleibt.

Junge Spitzen mit Unterschuss

Der Bericht von Kassiererin Martina Lutz war kurz und knapp. Die Einnahmen beliefen sich auf etwa 41.000 Kronen, wovon ein Großteil Zuschüsse der SP waren. Demgegenüber standen rund 63.000 Kronen an Ausgaben, wovon knapp die Hälfte Fahrtkosten waren. Auch die Ausgaben für den Kommunalwahlkampf schlugen mit rund 11.240 Kronen zu Buche. Der Unterschuss betrug am Ende 21.884 Kronen, bei einem Kassenstand von 6.925 Kronen. 

Parteisekretärin Ruth Candussi versprach, die Kassen zeitnah aufzufüllen. Das Defizit zeuge vom hohen Aktivitätsniveau. „Macht gerne genauso weiter, die Finanzierung ist kein Problem.“

Wesentlich zu mehr Einnahmen soll auch die Erinnerung an die Mitgliedsbeiträge beitragen. Durch einen internen Fehler, der Vorstand wusste nicht, dass auch für die Jungen Spitzen das Vereinsportal „ForeningLet“ existiert, wurden keine Rechnungen für Mitgliedsbeiträge verschickt. Es wurde dementsprechend auch nicht gezahlt. Nun ist das Portal wieder aktiv. 180 Mitglieder stehen derzeit in der Liste. Reguläre Mitglieder zahlen auch in Zukunft 50 Kronen, Senior-Mitglieder 200 Kronen. 

Satzungsänderung schreibt Sitze in anderen Gremien fest

Ein Antrag auf Satzungsänderung wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Im neuen Paragraf 8 wird die Repräsentation in anderen Gremien festgehalten. Es handelt sich um je einen Platz für den Vorsitzenden mit Stimmrecht im BDN-Hauptvorstand und im SP-Vorstand sowie einen festen Platz mit Stimmrecht im Presseverein. Zusätzlich sollen Vorstandsmitglieder mit Wohnsitz in der entsprechenden Kommune auf Anfrage der Kommunalvorstände auch dort einen Sitz mit Stimmrecht erhalten. 

BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen, der als Versammlungsleiter fungierte und gemeinsam mit dem Leiter der Bildungsstätte Knivsberg, Thore Naujeck, erneut als Revisor bestätigt wurde, dankte den Jungen Spitzen für ihren Einsatz in der Deutschen Minderheit. Er kündigte an, dass auch zur Faustball-EM in diesem Sommer wieder die Hilfe der Jugendorganisation benötigt werde. 

SP-Hauptversammlung am 22. April

Abschließend warben Ruth Candussi und Wencke Andresen für die SP-Hauptversammlung am 22. April, die im Gebäude des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig in Tingleff stattfindet. Auf dem Programm stehen dann die Vorstandswahlen. „Alle Gremien werden neu besetzt und Rainer Naujeck als Vorsitzender verabschiedet“, so Candussi. Dorthe Andresen habe sich bereits für einen Posten als Stellvertreterin zur Wahl gestellt.

„Es gibt vier frei gewählte Posten. Wer Lust hat, dabei zu sein, kann kandidieren“, so Wencke Andresen. Der neue Vorsitzende Jeppe Jepsen wird dem Gremium laut Satzung ebenfalls angehören. Es sei gut, wenn frischer, neuer und junger Wind in die Partei komme.

Junge Gruppe posiert vor dem Gebäude Haus Nordschleswig am Eingang.
Frischer Wind vorm Haus Nordschleswig: Der neue Vorstand mit den Suppleantinnen und Suppleanten.