Deutscher Tag

Nordschleswig-Preise für Irmgard Hänel und Junge Spitzen

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Die stellvertretende Vorsitzende der Jes-Schmidt-Stiftung Ilse Friis überreicht Irmgard Hänel die Auszeichnung.
Die stellvertretende Vorsitzende der Jes-Schmidt-Stiftung, Ilse Friis, überreicht Irmgard Hänel die Auszeichnung.

In diesem Jahr verleiht die Jes-Schmidt-Stiftung gleich zwei Nordschleswig-Preise für besonderes Engagement in der deutschen Minderheit. Ein Legat für einen Aufenthalt in Asien ist an einen jungen Abiturienten vergeben worden.

Beim traditionellen Entenessen des Rothenkruger Donnerstagsclubs schwebte die Vorsitzende des Sozialdienst-Ortsvereins schon mal unter erstaunten Blicken der Teilnehmenden im Raum. Am Sonnabend ist es Irmgard Hänel selbst, die erstaunt dreinblickt, als ihr auf dem Deutschen Tag einer von zwei Nordschleswig-Preisen für ihr langjähriges Engagement in der deutschen Minderheit verliehen wird. Der zweite Preis geht an diesem Nachmittag an eine Gruppe junger Menschen im Alter von 18 bis 22 Jahren. 

Anfang November 2007 wurde Irmgard Hänel nach mehr als 30 Jahren in den Diensten des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV) in den Vorruhestand verabschiedet. Nach rund 20 Jahren als Mitarbeiterin und später Leiterin des Deutschen Kindergartens Rothenkrug (Rødekro) arbeitete sie zuletzt als Erzieherin im Deutschen Kindergarten Pattburg (Padborg), wo sie an einem Mittwoch vor 18 Jahren bei einer kleinen Party mit „Time to say good bye“ von Sarah Brightman und Andrea Bocelli geehrt wurde. 

Musik gab es für Irmgard Hänel am Sonnabend bei der Verleihung zwar nicht, dafür aber eine Laudatio, gehalten von der Minderheiten-Historikerin und stellvertretenden Vorsitzenden der Jes-Schmidt-Stiftung, Ilse Friis. 

Der Preis der Jes-Schmidt-Stiftung gehe an eine Frau, so Friis, die in ihrem beruflichen Leben zunächst Kindergartenkinder betreut und sich nach ihrer Pensionierung ehrenamtlich „um das andere Ende der Alterspyramide“ gekümmert habe. Gemeint sind die Seniorinnen und Senioren in der Minderheit. 

Die Kandidatinnen und Kandidaten der Jungen Spitzen, (v.l. Dorthe Andresen, Niklas Nissen, Leif Curdes, Anna Lea Leth Schmidt, Victor Puck Terp und Lauritz Kley wurden für ihr Engagment ausgezeichnet.
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Jungen Spitzen, (v. l.) Dorthe Andresen, Niklas Nissen, Leif Curdes, Anna Lea Leth Schmidt, Victor Puck Terp und Lauritz Kley wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Mit dabei Preisträgerin Irmgard Hänel.

Große Überraschung für Irmgard Hänel

„Seit vielen Jahren engagiert sie sich im Donnerstagsclub in Rothenkrug, deren Vorsitzende sie seit 2022 ist. Darüber hinaus hilft sie auch beim Mittwochstreff in Apenrade mit und ist Mitglied im Verbandsvorstand des Sozialdienstes. Obwohl sie bereits seit einigen Jahren in Apenrade wohnt, engagiert sie sich auch im Vorstand des BDN-Ortsvereins Rothenkrug und stellt sich für die Schleswigsche Partei als Wahlhelferin zur Verfügung“, so Friis.

„Ich bin unheimlich überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Auszeichnung bekomme“, sagt Irmgard Hänel. Es sei ein Lob für das, was sie gemacht habe. „Aber es macht ja auch Spaß, sonst würde ich es nicht tun.“

Kandidatinnen und Kandidaten der Jungen Spitzen ausgezeichnet

Es bedeutet sehr viel. Es bestätigt uns darin, dass die jungen Stimmen sehr wichtig sind.

Dorthe Andresen

Doch nicht nur Irmgard Hänel darf sich an diesem Nachmittag mit dem Nordschleswig-Preis schmücken – auch sechs junge Politikerinnen und Politiker der Schleswigschen Partei (SP) werden zu ihrer Überraschung für ihr politisches Engagement mit der Auszeichnung bedacht. Dorthe Andresen, Anna Lea Leth Schmidt, Niklas Nissen, Leif Curdes und Victor Puck Terp werden nach kurzer Ansprache auf die Bühne geholt. Lauritz Kley ist nicht vor Ort, aber sein Wahlplakat kommt mit auf die Bühne. 

„Unter dem Motto: Sechs junge Stimmen – sechs klare Haltungen haben sie sich bereit erklärt, für die kommende Kommunalwahl am 18. November in den vier nordschleswigschen Kommunen für die SP zu kandidieren“, so Friis’ lobende Worte. Sievertreten die junge Generation, und sie möchten gehört werden und die Interessen der Jugend in den jeweiligen Stadtrat bringen. Dazu gehören nicht allein Engagement und Bereitwilligkeit, sondern in diesen Zeiten der vielen sozialen Medien und deren Handhabung gehört auch eine große Portion Mut dazu, da Anfeindungen anscheinend zum Alltag gehören“, sagt Historikerin Friis.

Andresen und Nissen „sprachlos“ und „überrascht“

Dorthe Andresen, SP-Kandidatin in Apenrade, ist sprachlos. „Es bedeutet sehr viel. Es bestätigt uns darin, dass die jungen Stimmen sehr wichtig sind.“ Es mache extra Mut, noch mal Gas zu geben.

„Das ist unbeschreiblich“, sagt Niklas Nissen, ebenfalls Kandidat der Schleswigschen Partei in Apenrade, zur Auszeichnung. „Für das, wofür man sich jeden Tag einsetzt. Die Minderheit bedeutet mir so viel – und dann vor dieser Menge ausgezeichnet zu werden, ist unbeschreiblich.“ Er habe nicht damit gerechnet, diesen Preis zu bekommen. Er müsse das zu Hause erst mal verarbeiten. „Für den Wahlkampf-Endspurt gibt das zusätzliche Motivation“, so Nissen. 

Der Nordschleswig-Preis ist mit jeweils 3.000 Kronen dotiert. 

Legat für jungen DGN-Absolventen

Neben den beiden Preisen vergibt die Jes-Schmidt-Stiftung auch in diesem Jahr ein Legat für einen Studienaufenthalt in Hongkong oder Singapur. Über das Legat für 2026, von der Firma Jebsen & Jessen in Singapur zur Verfügung stellt, kann sich Jonas Hansen freuen.

Er legte 2023 das Abitur am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig ab und befindet sich derzeit für einen Studienaufenthalt in San Francisco. Jonas Hansen habe die Minderheit als Schülerbotschafter vertreten und sei sowohl minderheiten- als auch europapolitisch aktiv gewesen, so Friis.

„Nach dem Abitur begann er in Aarhus ein Studium der Economics and Business Administration. In Aarhus wohnt Jonas im Collegium am Oddervej und setzt sich als Hauswart auch dort für die Belange der Bewohner ein.“

Es macht ja auch Spaß, sonst würde ich es nicht tun.

Irmgard Hänel

Seinen Aufenthalt in Ostasien möchte Jonas mit seinem Bachelorabschluss verbinden. „Der Vorstand der Jes-Schmidt-Stiftung ist fest davon überzeugt, dass Jonas Hansen – genau wie seine Vorgänger – die Minderheit in Singapur würdig vertreten wird und schickt herzliche Grüße und Glückwünsche über den Ozean“, so Friis abschließend.