ZUSCHRIFT

Digitale Urwahl

Claudia Knauer wirbt als Kandidatin für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger für verbindliche Parität.

Die Kandidatin für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Claudia Knauer, nimmt Stellung zu einem Artikel des „Nordschleswigers“ über das Abstimmungsverhalten bei der Delegiertenversammlung. Die Büchereidirektorin plädiert für eine Digitalisierung des Prozesses. 

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Im Artikel „Die Gretchenfrage in den Ortsvereinen: Auf wen sollen die Delegierten auf der Hauptversammlung stimmen?“ wird eine ziemliche Vielstimmigkeit hinsichtlich der Handhabung der kommenden, aber vielleicht eher späterer Wahlen und Abstimmungen im Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) deutlich. 

Sollen Delegierte nach ihrer eigenen Haltung abstimmen oder nach einer Mehrheitsentscheidung des Vereins oder des Vorstandes (wie beim Mehrheitswahlrecht z.B. in England) oder im Verhältnis des Stimmungsbildes gesplittet? Auch eine direkte Beteiligung aller BDN-Mitglieder bei Wahlen wurde erwogen, aber als unpraktikabel abgelehnt (hinreichend große Räume müssten gefunden und andere Probleme gelöst werden).

Mehr Beteiligung der Mitgliedschaft durch mehr Demokratie könnte aber vielleicht recht einfach erreicht werden, wenn wir die heutigen digitalen Möglichkeiten nutzen, die in der Minderheit dank des „Nordschleswigers“ und der digitalen Schulungen der Bücherei schon viel Anwendung gefunden haben.

In der deutschen Sozialdemokratie etwa wurden die auch schon mehrfach sehr erfolgreich – hinsichtlich der Beteiligung – für direkte Abstimmungen der Mitgliedschaft genutzt und sind insofern erprobt.

Eine digitale Urwahl zur Bestimmung des/der Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger wäre deshalb jetzt oder später ein demokratisch durchaus sinnvoller Schritt.

Das heutige Delegiertensystem, das in der Regel ohne einen, wie auch immer gearteten Vorschlag der entsendenden Institution auskommt, hat, bei allem guten Willen, Demokratie- und Basisschlagseite, wie im Artikel deutlich wird.

Technisch ist eine sichere Online-Abstimmung heute problemlos möglich. Wichtig wäre dabei ein Verfahren, das Transparenz, Geheimhaltung der Stimme und Nachvollziehbarkeit gewährleistet. Es wird sich eine Möglichkeit finden, digital zu überprüfen, ob eine Mitgliedschaft des Bundes Deutscher Nordschleswiger vorliegt.

Die bisherige Möglichkeit, Kandidaturen noch am Abend der Wahl durch Delegierte vorzuschlagen, ließe sich auch erhalten: Beispielsweise durch eine kurze digitale Vorstellungsphase oder eine zweite Abstimmungsrunde, falls neue Kandidaturen auftreten. So bliebe die Offenheit des bisherigen Systems gewahrt.

Und für diejenigen, die nicht digital unterwegs sein können oder wollen (denn es gibt auch ein Recht auf ein analoges Leben) müssen Lösungen gefunden werden, z. B. Briefwahl in den deutschen Büchereien, wie es Briefwahl zu den dänischen Wahlen in den dänischen Büchereien gibt.