Wandmalereien

Andreas Welins markante Kunstwerke verschwinden – aber es kommen Neue

Andreas Welin hoch oben beim Kopf des Pferdes (Archivfoto)

Die Renovierung eines hohen Wohnhauses direkt neben der alten Brücke bedeutet das Aus für zwei riesige künstlerische Wandmalereien von Andreas Welin, die seit Jahren die Aufmerksamkeit aller Passantinnen und Passanten auf sich ziehen. Besonders auf die Reiterin ist der Künstler sehr stolz. Er hofft, dass er erneut an dem sichtbarsten Giebel in Sonderburg etwas schaffen darf. 

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Zusammenfassung

  • Die markanten Wandgemälde von Andreas Welin an der Nørre Havnegade in Sonderburg verschwinden wegen einer umfassenden Gebäuderenovierung.
  • Künstler, Ringreiterverein und Stiftungen bedauern den Verlust, planen aber neue Kunstwerke, für die bereits öffentliche Mittel bereitstehen.
  • Über Motiv und Ausführung der neuen Giebelkunst entscheiden Kommune, Uwe Wolff’s Fond, Ringreiterkomitee und Eigentümer gemeinsam, wobei Fertigstellung frühestens vor einem künftigen Ringreiten erwartet wird.

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Andreas Welin (32) kommt aus Sonderburg und vor einigen Jahren schuf er in seiner Heimatstadt zwei riesige Kunstwerke an einem Wohngebäude direkt neben der alten Christian-X.-Brücke. Einige Pfadfinder auf der Südseite und eine stolze Ringreiterin an der Nordwand. Diese verschwinden nun bei einer durchgreifenden Renovierung des Gebäudes.

Für den Künstler, der in Kopenhagen lebt und in der ganzen Welt Hunderte von Wandverzierungen hinterlassen hat, ist es natürlich keine gute Nachricht. „Aber ich freue mich über all die Jahre, in denen sie dort gewesen sind. Wandmalereien sind ja nicht unvergänglich“, meint er auf Anfrage.

Die Ringreiterin hat vielen gefallen

Der Künstler hat sich immer gerade über die Ringreiterin gefreut, wenn er bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Sonderburg an ihr vorbeigegangen ist. „Die Malerei strahlt Ruhe aus. Es ist ein ganz ruhiges Motiv, auch die Farben. Man wird nicht angegriffen, das Pferd schlägt nicht aus“, so Welin, der in den 12 Arbeitstagen des Projekts gerade beim Pferdemotiv viele Herausforderungen hatte. Auch Tiere brauchen den ganz korrekten Ausdruck, um Kraft, Weisheit und Naturverbundenheit auszustrahlen. Aber Herausforderungen gehören dazu, meint er lachend. 

Die Ringreiterin ist unübersehbar für alle, die über die alte Brücke fahren oder gehen.

Er hat viele positive Kommentare für das Werk erhalten: „Ich denke ja immer an die Menschen, die es sich anschauen werden.“ Farben, Thema und die Relation müssen bei ihm stimmen. „Ich will immer ein Stück meiner eigenen Persönlichkeit miteinfließen lassen“, meint er.

Auf die Frage, ob er an dieser Wand gern ein zweites Werk schaffen möchte, kommt die Antwort prompt: „Aber ja doch“. Ob sein Wunsch in Erfüllung geht, wird sich erst später zeigen. Aber eines weiß er schon: Wird er ein neues Ringreiter-Motiv malen, dann wird es nicht das Gleiche sein. „Dann muss wieder etwas Neues hin. Ich habe mich ja selbst auch in den vergangenen Jahren weiterentwickelt“, so Andreas Welin.

Erst die Pfadfinder, dann Ringreiten

Im Zuge des landesweiten Pfadfinderlagertreffens 2017 am Alsensund schuf Andreas Welin am hohen Gebäude neben der König-Christian-X.-Brücke das erste großflächige Giebelkunstwerk mit dem Titel „Wir hinterlassen Spuren“. Vor sechs Jahren folgte sein zweites Werk mit der stolzen Ringreiterin auf ihrem Pferd. Mit diesem Werk werden Passantinnen und Passanten an das große jährliche Ringreiterspektakel erinnert.

Aber ich freue mich über all die Jahre, in denen sie dort gewesen sind. Wandmalereien sind ja nicht unvergänglich.

Andreas Welin

Das hohe Wohngebäude an der Nørre Havnegade 8 steht vor einer durchgreifenden Renovierung. Unter anderem das Dach und auch die Fassadenbekleidung müssen erneuert werden. Für Kunstliebhaber ist das ein großer Verlust. Der Ausschuss für Kultur, Sport und Mitbürgerschaft hat daher schon vor einem Jahr beschlossen, dass das Gebäude neue Werke erhalten soll. Zu diesem Zweck wurden 125.000 Kronen bewilligt. 

Symbolische Geste: V. l. Hans Otto Ewers, Andreas Welin, A. P. Hansen und Jens Hansen mit dem Rahmen für das Werk zu Ringreiten.

Welches Motiv dort zu einem späteren Zeitpunkt nach der Renovierung entstehen soll, darüber entscheiden Uwe Wolff’s Fond, das Ringreiterkomitee, die Kommune und der Besitzer des Gebäudes, Lillebæltgruppen. Auch der kommunale Kunstrat wird miteinbezogen, damit die künstlerische Qualität der Werke gesichert ist. Die Kommune übernimmt die Verantwortung für das Werk an der Südseite, der Uwe Wolff’s Fond und der Ringreiterverein haben das entscheidende Wort beim Ringreiter-Werk. Finanziert werden die Kunstwerke mithilfe von Stiftungsgeldern, Sponsoraten, der Kommune, dem Uwe Wolff’s Fond und dem Ringreiterverein.

Ringreiterverein ärgert sich

„Wir sind natürlich auch sehr traurig“, so der Vorsitzende des Ringreitervereins, Jan Rasmussen. Die Renovierung des Gebäudes war einige Jahre hinausgeschoben worden – dann wurde das Gebäude an der Nørre Havnegade 8 verkauft. Die Kunstgemälde von Andreas Welin waren nie ins Grundbuch eingetragen worden. Das soll bei den neuen Kunstwerken passieren. 

Wenn wir Schwein haben, haben wir vor dem nächsten Ringreiten ein Gemälde. Aber das kann ich nicht versprechen.

Preben Jensen

„Die Besitzer sind darauf eingestellt, dass etwas Neues etabliert wird“, so Rasmussen. Der Ringreiterverein durchforstet die Möglichkeiten, muss aber auch auf die finanzielle Seite achten. Der Besitzer Lillebæltsgruppen ist positiv, wenn die neuen Kunstarbeiten offiziell gesichert werden sollen. Die Reiterin von Welin kostete einst um die 150.000 Kronen.

Im Zuge des landesweiten Pfadfinderlagers 2017 wurde an der Südwand dieses Kunstwerk von Andreas Welin geschaffen.

Die Idee für die Reiterin an Sonderburgs sichtbarster Giebelwand hatte ursprünglich der Uwe Wolff’s Fond. Das Vorstandsmitglied Preben Jensen ärgert sich ebenfalls: „Es ist so schade. Aber wir haben es schon seit Jahren gewusst: an den Wänden muss etwas passieren. Das ist nun mal unumgänglich.“ Bei einer Renovierung hätte ein Eintrag ins Grundbuch auch nicht geholfen, meint der frühere Direktor von Kreditbanken in Sonderburg.

Kunst braucht Zeit

Die Platten, auf denen die Ringreiterin sitzt, sind spröde und mit kleinen Nägeln festgehämmert. Sollte man diese Platten vorsichtig entfernen, würden maximal 80 bis 90 Prozent abmontiert werden können. Zurück bliebe ein Werk mit „Löchern“. Preben Jensen will lieber nach vorne schauen: „Jetzt müssen wir erst einmal sehen, wie es zeitmäßig aussieht.“ Bei Renovierungen weiß niemand, wie es unter der ersten Lage einer Wand ausschaut – ob es noch verzögernde Überraschungen gibt.

Aber eines weiß er: Ein neues Kunstwerk wird es in diesem Jahr Richtung Brücke aber nicht mehr geben. „Wenn wir Schwein haben, haben wir vor dem nächsten Ringreiten ein Gemälde. Aber das kann ich nicht versprechen“, meint er. Wenn die Werke wieder an den Nord- und Südwänden des Wohnhauses entstanden sind, sollen beide ins Grundbuch eingetragen werden.

Andreas Welin