Kultur

Sanierung kann losgehen: Deutsches Haus wird ab 2028 für mehr als zwei Jahre geschlossen

Das Deutsche Haus in Flensburg wird Ende 2027 für zweieinhalb Jahre geschlossen.

Im Inneren der historischen Veranstaltungsstätte sind Umbauten geplant. Arbeiten an Dach und Fassade hingegen werden aus Kostengründen verschoben.

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Zusammenfassung

  • Das Deutsche Haus in Flensburg wird ab 2028 für zweieinhalb Jahre zur Sanierung geschlossen.
  • Die Stadt plant eine abgespeckte Innensanierung mit Brandschutz, neuer Elektrik und einem Aufzug, Kostenpunkt rund 25 Millionen Euro.
  • Arbeiten an Dach und Fassade werden aus Kostengründen verschoben, während Flensburg auf Finanzhilfen von Land und Bund für den Erhalt des kulturhistorisch bedeutenden Baus hofft.

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Am Mittwoch kommt das Zauberer-Duo „Golden Ace“, am Freitag Blasmusik und wummernde Bässe mit den „Fäaschtbänklern“ aus der Schweiz. Das Deutsche Haus mit seinen fast 1500 Plätzen im großen Saal ist aus Flensburg nicht wegzudenken, und das seit fast 100 Jahren. Bald aber muss die Stadt wohl für längere Zeit ohne ihre beliebte historische Veranstaltungsstätte auskommen.

Ab 2028 wird das Deutsche Haus für zweieinhalb Jahre geschlossen. Das Gebäude wird saniert. Der Mietvertrag mit dem Betreiber Förde Show Concept ist bereits gekündigt. Jetzt hat der Finanzausschuss der Ratsversammlung zugestimmt.

Die Stadt kalkuliert mit Kosten von 25 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als die früher genannte Summe von bis zu 40 Millionen Euro. Die Pläne für die Sanierung sind nämlich deutlich abgespeckt worden. 

Gemacht werden soll nur noch das Allernötigste. Die größte Veränderung, die die Besucher nach der Wiedereröffnung 2030 wahrnehmen werden, ist ein Aufzug hoch zu den Rängen im Großen Saal und vermutlich auch zum 51-Stufen-Kino, das bisher nur – wie der Name schon sagt – über eine Treppe mit 51 Stufen zu erreichen ist.

Ansonsten geht es um den Brandschutz und um die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Elektrik.

Arbeiten an Dach und Fassade verschoben

Die ursprünglich geplante Erneuerung von Dach und Fassade wird verschoben. Diese Arbeiten können auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, wenn der Betrieb im Inneren wieder läuft, heißt es bei der Stadtverwaltung. Auch soll der Küchenanbau nun doch nicht abgerissen werden, es wird auch keine neue Bestuhlung im Saal geben.

Eine mögliche Erneuerung der Bühnentechnik soll dem Betreiber überlassen werden. Ob das nach der Sanierung wieder Förde Show Concept sein wird, bleibt offen. Nach dem Ende des Mietvertrags müsste die Stadt wahrscheinlich eine neue Ausschreibung starten. Vorgesehen ist, dass der Spielbetrieb im Sommer 2030 wieder aufgenommen werden kann.

Stadt Flensburg will Zuschuss vom Bund

Auch in der Sparvariante bleiben die Arbeiten am Deutschen Haus für die Stadt Flensburg ein finanzieller Kraftakt. In der Finanzplanung für die nächsten Jahre war das Vorhaben bislang gar nicht eingeplant. 

Der bauliche Zustand macht nun aber offenbar schnelles Handeln erforderlich. Im März hatte die Ratsversammlung in einer Resolution an Land und Bund appelliert, sich an den Kosten zu beteiligen.

Kulturhistorischer Wert

Die Stadt verweist dabei auf den kulturhistorischen Wert mit hoher Symbolkraft. Der repräsentative Prachtbau, der von 1928 bis 1930 errichtet wurde, war zur Zeit der Weimarer Republik ein Geschenk der Reichsregierung in Berlin an die Bürger von Flensburg als Dank dafür, dass sie sich bei der Volksabstimmung 1920 für Deutschland und gegen einen Wechsel ins Königreich Dänemark ausgesprochen hatten.