Deutsche Minderheit

Duo für SP-Vize: Andresen und Damstedt sind keine Frauen im Hintergrund

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Dorthe Andresen (links) und Randi Damstedt wollen in der Schleswigschen Partei mehr Verantwortung übernehmen.

Neustart in der SP: Wie wollen zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen die Schleswigsche Partei ausrichten? Randi Damstedt und Dorthe Andresen kandidieren gemeinsam für den stellvertretenden Parteivorsitz – mit Erwin Andresen als Vorsitzenden.

Zwei Frauen, die ihren Fußabdruck hinterlassen wollen: Randi Damstedt und Dorthe Andresen kandidieren für den stellvertretenden Vorsitz der Schleswigschen Partei (SP) – mit dem Anspruch, Verantwortung zu tragen, anzupacken und die Parteiarbeit spürbar voranzubringen.

Die Partei der deutschen Minderheit befindet sich in einer Phase der strukturellen Neuaufstellung. Nachdem es in den vergangenen Jahren eine Übergangslösung mit dem Vorsitzenden Rainer Naujeck sowie den beiden Stellvertretern Christian Andresen und Arno Knöpfli gegeben hatte, hat nun ein neues Trio seine Kandidatur angekündigt.

Randi Damstedt und Dorthe Andresen kandidieren für den stellvertretenden Vorsitz der Partei, gemeinsam mit dem erfahrenen Apenrader Stadtratspolitiker Erwin Andresen aus Uk (Uge) als Vorsitzenden. Die Partei wählt ihre neue Spitze, die satzungsgemäß aus einem Vorsitz und zwei stellvertretenden Vorsitzenden besteht, auf der Hauptversammlung am 22. April. 

Positive Erfahrungen als Motivation für den nächsten Schritt

Die 49-jährige Randi Damstedt, Stadtratsmitglied in der Kommune Tondern (Tønder) für die SP, begründet ihre Kandidatur mit positiven Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit auf kommunalpolitischer Ebene:

„Ich finde, wir haben hier eine sehr gute Zusammenarbeit und auch gute Ergebnisse erreicht. Ich denke, das kann man auch auf höherem Niveau erreichen.“

Neuer Schwung aus der jungen Generation

Randi Damstedt am Wahlabend in Tondern. Jetzt will sie auch in der Führungsspitze der SP mitmischen.

Für Dorthe Andresen entstand der Wunsch, sich stärker einzubringen, mit ihrer Kandidatur bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Die 21-jährige angehende Landwirtin aus Nolde habe im Laufe des Wahlkampfes viel Zuspruch bekommen.

„Viele haben mir signalisiert, dass sie die Hoffnung haben, dass ich weitermache – auch wenn ich nicht in den Stadtrat gekommen bin“, so Andresen. „Ich habe bei der Kommunalwahl Blut geleckt.“

Alltagstaugliche Politik aus den Kommunen

Erfahrung und neue Perspektiven ergänzen sich gut.

Dorthe Andresen

Für beide Kandidatinnen spielt die Zusammenarbeit innerhalb der SP eine zentrale Rolle. Damstedt möchte zudem stärker über kommunale Grenzen hinweg denken und sieht den Austausch zwischen den Kommunen als wichtigen Bestandteil. „Wir können voneinander lernen", so Damstedt.

So hebt sie in Tondern die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst hervor. Was in einigen Kommunen gut funktioniere, könne man möglicherweise auch in anderen umsetzen, meint sie.

Auch bestehende Formate wie die kommuneübergreifende Kooperation bei der „Bo- und Jobmesse“ seien aus ihrer Sicht wichtig, insbesondere im Umgang mit Zugezogenen.

„Solche Initiativen müssen wir weiterhin in der SP unterstützen“, ergänzt sie, „oder auch eigene entwickeln.“

Schließlich müsse die SP die Balance zwischen ihrer Funktion als Partei der deutschen Minderheit und ihrer wachsenden Rolle für die Mehrheitsbevölkerung finden.

„Wir sehen bei uns in der Kommune, dass wir auch zunehmend Stimmen aus der Mehrheitsbevölkerung erhalten", so Damstedt.

Jugendliche involvieren

Dorthe Andresen im Wahlkampf im November: Jetzt will sie in der SP Verantwortung übernehmen.

Dorthe Andresen wiederum legt besonderen Wert darauf, die junge Generation der SP zu involvieren. „Ich möchte mehr junge Leute einbinden", erzählt sie.

Beide kommen zu dem Schluss, dass es von Vorteil sei, dass alle drei sehr unterschiedliche Hintergründe haben. 

„Erfahrung und neue Perspektiven ergänzen sich ganz gut“, so Andresen. „Um die Zukunft der SP zu sichern, ist es wichtig, dass junge Leute langfristig weitermachen möchten.“

Balance zwischen Privatleben und Politik

Andere spielen in der Freizeit Handball oder machen Keramik. Ich mache vor allem Politik.

Randi Damstedt

Auch wenn die Anforderungen an ein Vorstandsamt zeitintensiv sein können, glauben beide, dass sie Arbeit und Ehrenamt unter einen Hut bringen können.

Laut Randi Damstedt passt ihr Engagement gut in ihren Alltag, weil sie inzwischen in Teilzeit arbeitet und ihre beiden Töchter fast erwachsen sind.

Dorthe Andresen sieht das ähnlich. Sie steht kurz vor ihrem letzten Examen am 21. Januar und sagt: „Danach setze ich die Schule erst mal auf Pause“.

Die Entscheidung sei für sie weniger ein Einschnitt als eine praktische Anpassung, die gut in ihren Alltag passe, erzählt sie.

So geht es weiter

Welche Schwerpunkte der neue Vorstand setzen wird und wer künftig die Partei leitet, entscheidet die Hauptversammlung der SP. Sie findet am 22. April um 19 Uhr beim Landwirtschaftlichen Hauptverein in Tingleff (Tinglev) statt.

Ob bis dahin weitere Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorsitz oder die beiden stellvertretenden Posten hinzukommen, bleibt offen – mögliche Bewerbungen können bis einschließlich der Hauptversammlung eingereicht werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Führungstrio Erwin Andresen, Randi Damstedt und Dorthe Andresen die Partei übernehmen wird, ist allerdings groß – zumal sich die SP zwei Jahre lang um eine Nachfolge bemüht hat und sich erst jetzt eine Lösung abzeichnet.