Kommunalwahl

Schleswigsche Partei analysiert Apenrader Wahlergebnis kritisch

Hugo Schmidt (l.) bei einer SP-Veranstaltung

Die Schleswigsche Partei verliert trotz engagiertem Wahlkampf Sitze. Mehr als 500 Stimmen gingen im Vergleich zur vergangenen Wahl verloren. Eine tiefere Analyse soll nun die Ursachen klären.

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Zusammenfassung

  • Die Schleswigsche Partei hat bei der Kommunalwahl in Apenrade trotz engagiertem Wahlkampf Stimmen verloren und zwei Sitze erreicht.
  • Parteichef Hugo Schmidt sieht Gründe unter anderem im fehlenden Zugpferd in Apenrade, in Stimmenwanderungen zu rechten und linken Parteien sowie in einer zu geringen Sichtbarkeit.
  • Die SP plant nun eine vertiefte externe Analyse und will Kommunikation, öffentliche Präsenz und Kandidatenaufstellung verbessern, um bei der nächsten Wahl stärker abzuschneiden.

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Die Kommunalwahl in der Kommune Apenrade (Aabenraa) brachte für die Schleswigsche Partei (SP) zwei Sitze im Stadtrat. Ein Ergebnis, das in der Partei für gemischte Gefühle sorgt. „Wir waren überrascht von der Wahl, vor allem aber enttäuscht“, sagt der Apenrader SP-Vorsitzende Hugo Schmidt im Gespräch.

Stimmenverluste trotz engagiertem Wahlkampf

Die SP hatte sich daraufhin in großer Runde getroffen, um das Ergebnis zu analysieren. Das Ergebnis kurz zusammengefasst lautet: „Wir hatten ein starkes Team mit guten Kandidatinnen und Kandidaten – Männer und Frauen, Jüngere und Ältere. Alle haben sich engagiert.“ Trotzdem verlor die Partei in vielen Ortschaften Stimmen.

Besonders in der Stadt Apenrade habe ein klares „Zugpferd“ gefehlt, sagt Schmidt. Gleichzeitig sei ein Trend erkennbar gewesen: Auf dem Land gingen Stimmen eher an rechte Parteien, in der Stadt wahrscheinlich auch an Parteien aus dem linken Spektrum. „Wir haben die Annahme, dass wir zwischen den politischen Lagern aufgerieben wurden“, so der Vorsitzende. Zu den Parteien, die Stimmen hinzugewannen, gehörten unter anderem die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti), die Liberal Alliance (Liberale Allianz) und die Dänemarkdemokraten (Danmarksdemokraterne). Auch die Konservative Volkspartei (Konservative Folkeparti) legte zu.

Hugo Schmidt blickt kritisch auf das Wahlergebnis, das bei der kommenden Wahl besser ausfallen soll.

Insgesamt verlor die SP im Vergleich zur Kommunalwahl 2021 mehr als 500 Stimmen. Dabei war die Partei nicht weit von einem dritten Mandat entfernt. „Uns fehlten 138 Stimmen“, erklärt Schmidt. Diese seien letztlich an den Kandidaten der Radikalen Venstre (Radikale Venstre) gegangen.

Wahlbündnis verhinderte schlechteres Ergebnis

Die SP war bei der Wahl Teil eines Bündnisses mit Radikale Venstre, den Christdemokraten (Kristendemokraterne) und der Moderaten (Moderaterne). Ohne diese Zusammenarbeit hätte das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen können. „Ganz ohne Wahlbündnis wäre die SP nur auf einen Sitz im Stadtrat gekommen, mit einem Wahlbündnis nur mit den Kristendemokraterne hätte die SP gerade zwei Sitze bekommen“, sagt Schmidt.

Das wirke fast paradox: Einerseits sei ein drittes Mandat nur knapp verpasst worden, andererseits habe das Bündnis zugleich dafür gesorgt, dass zwei Sitze gesichert werden konnten.

Parteiintern beginnt die Suche nach Antworten

Bei der Analyse sei schnell klar geworden: Eine oberflächliche Auswertung reiche nicht aus.

Die SP wolle deshalb eine tiefergehende Analyse in Auftrag geben, möglicherweise auch bei einem externen Anbieter. Ziel sei es, besser zu verstehen, warum die Partei gerade in einer Kommune mit vielen Einrichtungen der deutschen Minderheit nicht stärker abschneidet.

Themen und mögliche Ursachen

Ein Thema im Wahlkampf war die Diskussion um eine mögliche Schulschließung in Rapstedt (Ravsted). Schmidt räumt ein, dass dies während der Wahlkampagne für Unruhe gesorgt habe. In Rapstedt selbst habe sich das jedoch nicht in den Stimmenzahlen niedergeschlagen.

„Dort gab es weniger Stimmenverluste als im Gesamtergebnis“, sagt er. Möglich sei aber, dass die Debatte in anderen Teilen der Kommune eine negative Stimmung erzeugt habe.

Ein weiterer Verdacht betrifft die demografische Entwicklung. In den vergangenen Jahren sind viele Menschen in die Kommune gezogen. „Wir haben versucht, diese Gruppe zu erreichen“, sagt Schmidt. Ob das gelungen sei, müsse die Analyse zeigen. „Wir haben den Eindruck, dass wir unter den Zugezogenen nicht genügend Unterstützung bekommen haben.“

Mehr Sichtbarkeit und offenere politische Arbeit

Unabhängig von der Analyse sieht die Partei bereits jetzt einige Ansatzpunkte. Dazu gehört eine stärkere öffentliche Präsenz. Die Arbeit der Fraktion im Stadtrat müsse sichtbarer werden, sagt Schmidt.

Der Fraktionsvorsitzende Kurt Asmussen habe bereits vorgeschlagen, Fraktionssitzungen künftig thematisch anders zu strukturieren. Dadurch könnten sie für Gäste interessanter werden.

Auch die Kommunikation will die Partei überdenken. „Wahlveranstaltungen sind nicht mehr der einzige Weg“, sagt Schmidt. Einige Treffen seien zwar gut besucht gewesen, andere dagegen kaum. So lasse sich nur ein kleiner Teil der Wählerschaft erreichen.

Blick auf die nächste Wahl

Parallel dazu beginnt die SP bereits mit der Suche nach neuen Kandidatinnen und Kandidaten. Wichtig sei weiterhin eine ausgewogene Mischung aus unterschiedlichen Altersgruppen und Hintergründen.

Bei der vergangenen Wahl trat die Partei mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten an – aus Sicht des Vorsitzenden grundsätzlich eine solide Basis. Ein weiterer Punkt ist die Sichtbarkeit der Spitzenkandidaten und der SP. „Im Wahlkampf war diese nach meiner Einschätzung gut. Die Sichtbarkeit der Stadtratsmitglieder, natürlich auch der SP in Gänze, muss allerdings in der ganzen vierjährigen Wahlperiode verbessert werden. Da waren wir zu wenig sichtbar“, sagt Schmidt. Auch hier soll die geplante Analyse zeigen, wie sich das verbessern lässt.

Für die Zukunft formuliert Hugo Schmidt ein klares Ziel: „Wir wollen verstehen, wie die Menschen ticken und wie wir sie besser ansprechen können.“ Die Partei wolle daraus konkrete Schritte ableiten – damit sie bei der nächsten Kommunalwahl stärker auftreten kann.

Ergebnis der Schleswigsche Partei (SP) bei der Kommunalwahl 2025

  • Die SP erhielt 1.699 Stimmen (5,6 Prozent).
  • 2021 waren es 2.257 Stimmen (7,4 Prozent).
  • Damit verlor die Partei 558 Stimmen bzw. 1,8 Prozentpunkte, was einem Rückgang von rund 24,7 Prozent entspricht.
  • Nach Stimmen ist dies das schwächste Ergebnis seit 2005.

Mandate durch Wahlbündnis

  • Die SP trat in einem Wahlbündnis mit Radikale Venstre, Christdemokraten und Moderate an.
  • Das Bündnis erreichte 2 Mandate für die SP und 1 Mandat für Radikale Venstre (Radikale: 612 Stimmen).
  • Rechnerisch wären für drei SP-Mandate 1.837 Stimmen nötig gewesen.
  • Der SP fehlten damit 138 Stimmen, um das dritte Mandat aus eigener Kraft zu sichern.

Situation ohne Wahlbündnis

  • Ohne Bündnis (bzw. nur mit Christdemokraten) hätte ein Mandat etwa 921 Stimmen benötigt.
  • Mit 1.699 Stimmen hätte die SP in diesem Szenario ebenfalls zwei Mandate erreicht.

Fazit

  • Ohne Wahlbündnis hätte die SP nur ein Mandat sicher erreicht, während Venstre ein zusätzliches Mandat bekommen hätte.
  • Zum ersten Mal seit 2005 war die SP in Apenrade für ihr zweites Mandat auf ein Wahlbündnis angewiesen.