Bund Deutscher Nordschleswiger

Abschied von erfahrenen Folketingsmitgliedern ist ein Verlust für die Minderheit

Für Sekretariatsleiter Harro Hallmann stehen die Arbeitsaufgaben nach der Wahl fest: neue Kontakte aufbauen – und alte pflegen (Archivfoto).

Bei der kommenden Wahl verliert die Volksgruppe drei treue Unterstützer. Mit dem Ausschuss für die Deutsche Minderheit wurde eine Struktur geschaffen, die das Knüpfen neuer Kontakte erleichtert.

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Zusammenfassung

  • Mehrere langjährige Unterstützer der deutschen Minderheit, darunter Hans Christian Schmidt, scheiden nach der Wahl aus dem Folketing aus.
  • Ihr Weggang ist ein großer Verlust, wird aber teilweise durch den neuen Ausschuss für die Deutsche Minderheit aufgefangen.
  • Über den Ausschuss sollen nun neue Abgeordnete für die Anliegen der Minderheit gewonnen und wichtige Projekte weiterhin abgesichert werden.

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Die finanzielle Gleichstellung der deutschen Schulen in Nordschleswig mit den Volksschulen: Ohne den Venstre-Abgeordneten Hans Christian Schmidt wäre sie kaum geschehen, so die Einschätzung des ehemaligen Leiters des Kopenhagener Sekretariats des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Jan Diedrichsen

Bei der kommenden Wahl verlässt der Woyenser nach mehr als 31 Jahren das Folketing.  

„Das ist selbstverständlich ein ausgesprochen großer Verlust für die Minderheit“, sagt Diedrichens Nachfolger, Harro Hallmann. 

Drei Freunde weniger auf Christiansborg

Zwei weiterer feste Stützen der Minderheit auf je ihrer Seite des politischen Spektrums werden nach der Wahl nicht mehr auf Christiansborg zu finden sein: Søren Søndergaard von der Einheitsliste und Søren Espersen von den Dänemarkdemokraten (bis 2022 Dänische Volkspartei).

„Alle drei haben sich jeder auf ihre Art für die Minderheit eingesetzt. Wir werden sie sehr vermissen, auch wenn ich ihnen natürlich ihr wohlverdientes Otium gönne“, so Hallmann. 

Hallmann wird neue Kontakte knüpfen

Bereits bei der Wahl 2022 verließen Ellen Trane Nørby (Venstre) und Christian Juhl (Einheitsliste) das Folketing. Auch sie hatten immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Minderheit. Die Reihen haben sich gelichtet.

Diese feste Struktur hilft, den Verlust von Personen aufzufangen.

Harro Hallmann

„Wir müssen nach der Wahl sehen, wen es da gibt, zu dem wir neue Kontakte knüpfen könne. Bei Venstre gibt es weiterhin Anni Mathiesen, aber bei den Dänemarkdemokraten und der Einheitsliste kann ich es nicht einschätzen“, sagt der BDN-Sekretariatsleiter.

Neuer Ausschuss schafft feste Struktur

Umso wichtiger sei es, dass die Minderheit seit 2024 eine feste Anlaufstelle beim Folketing hat: den Ausschuss für die deutsche Minderheit. Zuvor gab es den Kontaktausschuss beim Kulturministerium, der sich nur sehr unregelmäßig traf.

„Damals lief fast alles über die persönlichen Kontakte zu den einzelnen Abgeordneten. Und diese waren immer zuverlässige Ansprechpartnerinnen und -partner – wie eben Hans Christian Schmidt.“

Das Duo an der Spitze des Ausschusses für die Deutsche Minderheit: Jesper Petersen (links) und Frederik Bloch Münster.

Und genau jener Schmidt hat die Gründung des neuen Ausschusses entschieden vorangetrieben. Somit hinterlässt er ein bleibendes Erbe zugunsten der Minderheit. 

„Diese feste Struktur hilft, den Verlust von Personen aufzufangen.“

Viel Kaffee nach der Wahl

Mit dem Sozialdemokraten Jesper Petersen hat zudem ein ebenfalls treuer Freund der Minderheit den Vorsitz. Außerdem bietet der Ausschuss die Möglichkeit, neue Abgeordnete für die Anliegen des BDN zu gewinnen. Ein Beispiel dafür ist der zweite Vorsitzende, Frederik Bloch Münster von den Konservativen, der zuvor wenig Kontakt zur Volksgruppe hatte. 

„Mit ihm arbeiten wir ausgesprochen gut zusammen. Er ist ein engagierter junger Abgeordneter. Ich hoffe, er möchte im Ausschuss weitermachen, falls er wiedergewählt wird“, sagt Harro Hallmann. 

Nach der Wahl wird der Sekretariatsleiter den einen oder anderen Kaffee mit den kommenden Ausschussmitgliedern trinken – und eventuell auch auf ein Smørrebrød einladen. 

Denn die Unterstützung aus dem Folketing ist für den Minderheitenalltag in Nordschleswig entscheidend. Das Campus-Projekt in Apenrade (Aabenraa) wäre ohne sie gescheitert – um nur ein Beispiel zu nennen.