Bürgerentscheid

Olympia in Kiel: So stehen die Chancen für die Landeshauptstadt

„OlympJo!“ : Kieler Woche-Chef Dirk Ramhorst, LSV-Präsidentin Barbara Ostmeier, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Innenminsterin Magdalena Finke und Knud Hansen, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Kiel (von. li.) rühren die Werbetrommel.

Am Sonntag, 19. April, entscheidet die Bevölkerung, ob Kiel als Co-Gastgeber für Olympische und Paralympische Sommerspiele ab 2036 ins Rennen gehen soll. Schafft es die Landeshauptstadt ein drittes Mal?

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Zusammenfassung

  • Kiel hofft, erneut Austragungsort für olympische Segelwettbewerbe und erstmals Paralympics zu werden.
  • Am 19. April entscheidet ein bindender Bürgerentscheid, ob die Stadt ihre Olympia-Bewerbung offiziell fortsetzt.
  • Für eine Chance benötigt Kiel einen Hauptausrichter, wobei bisher nur Hamburg klar Unterstützung signalisiert hat.

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An Selbstbewusstsein fehlt es schon mal nicht. „Kiel kann Olympia“, heißt es lapidar auf der Internetseite der Landeshauptstadt. Und es stimmt ja. Die „Sailing City“, weltweit anerkannt für die Ausrichtung der Kieler Woche, möchte zum dritten Mal nach 1936 und 1972 die weltbesten Sportlerinnen und Sportler willkommen heißen und als Co-Gastgeber der Olympischen Sommerspiele auftreten. Erstmals würden auch die Paralympics an der Förde stattfinden.

In welchem Jahr – zur Auswahl stehen 2036, 2040 oder 2044 – Spiele in Deutschland stattfinden könnten, steht noch nicht fest. Es gibt vier deutsche Kandidaten (Hamburg, München, Berlin und die Region Rhein-Ruhr mit Köln an der Spitze).

Umfragen signalisieren Zustimmung

Die erste Hürde auf dem Weg zu Olympia könnte am Sonntag, 19. April, genommen werden, wenn sich eine Mehrheit der Kielerinnen und Kieler beim Bürgerentscheid für ihre Stadt als Gastgeber ausspricht. Die Ergebnisse sind verbindlich, wenn mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten sich an der Abstimmung beteiligen – und eine Mehrheit von ihnen zustimmt oder ablehnt.

Wird das erforderliche Quorum nicht erreicht, ist der Bürgerentscheid rechtlich nicht bindend. In diesem Fall gilt er weder als Zustimmung noch als Ablehnung der Bewerbung. Die Ratsversammlung wäre dann nicht an das Abstimmungsergebnis gebunden. Laut Umfragen gibt es eine deutliche Mehrheit für die Befürworter der Spiele. Landesregierung, Landessportverband und Wirtschaftsvertreter sind dafür, der größte Widerstand kommt von den Linken.

Kommt es dazu, ist Kiel aber noch lange nicht Olympia-Stadt. Denn die Landeshauptstadt braucht einen Hauptausrichter als Partner. Von den vier Bewerbern hat sich bislang nur Hamburg für Kiel ausgesprochen, Berlin dagegen würde Rostock-Warnemünde den Zuschlag geben. München und die Rhein-Ruhr-Region haben sich noch nicht festgelegt.

Warten auf Hamburg – Hoffen auf München

Fragestellung beim Bürgerentscheid

„Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt Kiel an der Seite eines deutschen Hauptaustragungsortes um die Austragung Olympischer und Paralympischer Segelwettbewerbe sowie möglicher weiterer Sportarten (zum Beispiel Freiwasserschwimmen, Coastal Rowing (Küstenrudern), Handball und Rugby) für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt?“

Nach dem Bürgerentscheid in Kiel heißt es warten. Ebenfalls am 19. April gibt es Bürgerentscheide in zahlreichen Städten der Rhein-Ruhr-Region. Und am Sonntag, 31. Mai, werden Hamburgerinnen und Hamburger an die Wahlurne gebeten. Entscheiden sich die Bewohner der Hansestadt (wie letztmals 2015, in Kiel hatte es eine klare Mehrheit gegeben) gegen eine Bewerbung, wäre eine Option für Kiel dahin.

Zweimal ein „Nein“ aus der Hansestadt

Die Spiele 2024 fanden schließlich in Paris statt. 2003 hatten Hamburg und Kiel gemeinsam im Boot gesessen – und waren gescheitert. Damals ging es um die Spiele 2012, damals hatte sich das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Leipzig und Warnemünde entschieden. Leipzig schaffte es jedoch nicht in die Endauswahl, Olympia 2012 ging in London über die Weltbühne.

In München (gemeinsam mit Kiel 1972 Austragungsort der Spiele) haben die Bürger bereits den Daumen gehoben – 66,4 Prozent der Wahlberechtigten sagten am 26. Oktober 2025 Ja zu Olympia. In Berlin, das sich für Rostock-Warnemünde entschieden hat, gibt es keine Abstimmung.

  • Im Sommer 2024, während der Olympischen Spiele in Paris, unterzeichneten das Bundesinnenministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Vereinbarung, in der sich die Bundesregierung offiziell zu einer erneuten deutschen Bewerbung bekennt.
  • Im November 2024 stimmten sowohl der schleswig-holsteinische Landtag als auch die Kieler Ratsversammlung mit großer Mehrheit für eine Bewerbung.
  • Im Dezember 2025 unterzeichnete die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz eine formelle politische Vereinbarung mit dem DOSB und den beteiligten Bundesländern.
  • 19. April 2026: Kielerinnen und Kieler entscheiden per Referendum, ob die Stadt die Bewerbung offiziell fortsetzen soll. Die Briefwahl läuft bereits seit März.
  • 19. April 2026: Bürgerentscheide in der Region Rhein-Ruhr, unter anderem in Köln, Düsseldorf, Essen, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bonn, Leverkusen, Mönchengladbach und Aachen.
  • bis Juni 2026: Die Evaluierungskommission unter Leitung von DOSB-Präsident Thomas Weikert prüft die Konzepte in fünf Kategorien, darunter nationale Akzeptanz und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
  • September 2026: Die Evaluierungskommission spricht eine Wahlempfehlung für den besten Kandidaten bzw. das beste Konzept aus. Auf einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden wird der deutsche Kandidat nominiert.
  • 5. Dezember 2026: Geplante endgültige Entscheidung über die nationale Bewerbung im Rahmen der regulären DOSB-Mitgliederversammlung.
  • Ab 2027: Übergang in den gezielten Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), sofern Deutschland vom IOC als bevorzugter Gastgeber ausgewählt wird. Die Entscheidung des IOC über die Austragungsorte 2036 und 2040 wird voraussichtlich zwischen 2027 und 2030 fallen.
  • Diese Übersicht wurde mit Hilfe von KI erstellt.