AUS DER MINDERHEIT

Geschichte, Kultur und Shoppen: Jugendliche der Tingleffer Nachschule erkundeten Berlin

Schulgruppe steht am Alexanderplatz vor der Weltzeituhr und dem Berliner Fernsehturm.
Die Schülergruppe aus Tingleff auf dem Alexanderplatz.

Erlebnisreiche Tage verbrachte eine Schülergruppe der Deutschen Nachschule Tingleff in der deutschen Hauptstadt. Lehrerin Ingrid Berndsen blickt auf die Tour zurück.

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Aus der Minderheit

Dieses ist ein Bericht aus dem Verbands- und Vereinsleben der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Es handelt sich nicht um einen Beitrag aus der Redaktion des „Nordschleswigers”.

Auch in diesem Schuljahr war die Vorfreude groß bei den 25 Schülerinnen und Schülern der Deutschen Nachschule Tingleff und den drei Lehrkräften, dass die lange geplante Schulreise nach Berlin endlich losging. 

Per Bus starteten wir um 10.30 Uhr von Tingleff aus und waren mit zwei Pausen um 16.30 vor Ort bei unserem Domizil, dem Hotel Aletto am Kudamm im absoluten Zentrum der Stadt, nur 100 Meter vom Bahnhof Zoo entfernt. Zentraler ging es tatsächlich nicht! 

Nach dem Einchecken und dem Abendessen unternahmen wir noch einen kleinen Abendspaziergang, um allen Teilnehmern die Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche mit den blauen Kirchenfenstern des Architekten Prof. Eiermann zu zeigen. Ein Bummel bis zum KaDeWe (Kaufhaus des Westens) am Kurfürstendamm schloss sich an.

Ab ins Gefängnis

Der Sonntag stand dann im Zeichen des Besuches des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen, wo wir zwei interessante Führungen bekamen. Danach machten wir einen Stopp bei den Mauerresten in der Bernauer Straße, dort wo am 13. August 1961 der Bau der Berliner Mauer begann. 

Schulgruppe steht vor dem ehemaligen Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin auf einer Kopfsteinpflasterstraße.
Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch mit Führung im ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen

Im Anschluss besuchten wir den Mauerpark in der Bernauer Straße, wo, wie jeden Sonntag, ein riesiger Markt und Flohmarkt stattfand.

Wir beendeten den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen im „Hopfinger Bräu am Brandenburger Tor“, welches, wie der Name schon sagt, direkt am Brandenburger Tor liegt. Dies war dann natürlich die Gelegenheit, das weltbekannte Tor bei Beleuchtung zu bestaunen und unzählige Erinnerungsfotos zu machen.

Gruppe Jugendlicher steht abends vor dem beleuchteten Brandenburger Tor in Berlin.
Ein Abstecher zum Brandenburger Tor durfte auf der Berin-Fahrt nicht fehlen.

Berliner Unterwelt mit Bunkern und Luftschutzkellern

Mit dem Besuch der großen Shopping Mall am Potsdamer Platz startete unser zweiter Tag in Berlin, ehe wir in die Berliner Unterwelten eintauchten und zwei Stunden unter Berlin unterwegs waren zum Thema „Dunkle Welten“. 

Es ging dabei um Bunker und Luftschutzkeller und das Leben bzw. Überleben im 2. Weltkrieg. Es war spannend und gleichzeitig auch spooky zu hören und zu sehen, wie Menschen versucht haben, sich in diesen Unterwelten vor Bomben zu schützen. 

Abschluss des Tages war ein Burgeressen in einer Burgerbar in der Nähe des Checkpoint Charly, dem ehemaligen amerikanischen Grenzübergang zwischen West und Ost-Berlin in Zeiten der DDR.

Museen und Eestside Gallery

Am dritten Tag stand dann die von den Schülern ausgewählte Museumstour an – entweder im Spionagemuseum am Potsdamer Platz oder im DDR-Museum. 

Zwei Jugendliche stehen in einem Museum neben einem grünen Trabant.
Im DDR-Museum nahmen die Jugendlichen den legendären Trabbi in Augenschein.

Man tauchte ein in eine vergangene Welt und erfuhr Informatives und Interessantes über das Leben und den Alltag im zweiten deutschen Staat, der von 1949 bis 1990 existierte. 

Der Nachmittag startete mit einem Fotostopp an der Eastside Gallery und einem ausgedehnten Shoppingerlebnis zwischen Kreuzberg und Friedrichshain. Wer nach dem Abendessen noch Lust hatte und noch einige Euros ausgeben wollte und konnte, hatte die Gelegenheit, direkt vom Hotel aus zum abendlichen Shoppen ein weiteres Mal loszuziehen und mit Tüten bepackt zurückzukehren. Und ein Großteil der Gruppe wollte!

Vier Jugendliche stehen vor dem bemalten Mauerstück mit Kussmotiv an der East Side Gallery.
Nachschülerinnen und Nachschüler in der Eastside Gallery vor dem Bild des berühmten sozialistischen Bruderkusses, den sich 1979 der damalige russische Staatschef Leonid Breschnew und DDR-Amtskollege Erich Honecker gaben.

Das Olympiastadion und seine Geschichte

Für den Tag vier in Berlin hatten wir die Highlight-Tour durch das Berliner Olympiastadion gebucht. Hier erfuhren nicht nur die Sportinteressierten einiges darüber, wie es im Stadion, in den Umkleidekabinen der Mannschaften, auf den langen Gängen und Treppen usw. aussieht. 

Auch die geschichtlich Begeisterten erfuhren einiges zur Historie des zwischen 1934 und 1936 gebauten Stadions, das 1936 Austragungsort der Olympischen Spiele war und in die Erde hineingebaut ist, sodass der Eindruck entsteht, in einer Arena zu sein. 

Drei Jugendliche posieren auf einer Tribüne im Berliner Olympiastadion mit Blick auf Spielfeld und Ränge.
Auch das war cool: Besuch im Berliner Olympiastadion

Das Sitzen auf den VIP-Plätzen der Haupttribüne empfanden alle natürlich als besonders toll. Ein Teil der Gruppe besuchte währenddessen das Deja-Vu-Museum, welches bekannte Dinge auf kreativ-andere Weise ausstellt und neue Eindrücke von etwas, das man schon gesehen hat (déja vu), ermöglicht. 

Gemeinsames Bowling, kombiniert mit Pizzaessen, rundete den Tag ab.

Tarzan in Hamburg zum Abschluss

Tag fünf war der Heimreisetag. Wir starteten nach dem Frühstück in Richtung Hamburg, wo wir nach einem Spaziergang durch das Schanzenviertel in der neuen Flora das Musical „Tarzan“ besuchten. 

Das Highlight der Abstechers: Live-Gesang zur Musik von Phil Collins, Choreografie, Schauspiel, Kostüme, Kulissen, vor allem aber die Akrobatik der sich an elastischen Seilen über die Köpfe der Zuschauer schwingenden und als Gorilla bzw. Tarzan gekleideten Akteure. Sehr, sehr beeindruckend! 

Wer zuvor nichts über die Geschichte von Tarzan – nach dem Buch von Edgar Rice Burroughs wusste – kennt jetzt die dreistündige Disney-Variante, die eine tolle Show war.

Gut eine Stunde nach Mitternacht erreichten wir dann wieder das heimische Tingleff!

Berlin verwöhnte uns mit vorfrühlingshaften 15 bis 19 Grad Celsius und nach 6 Tagen sind wir müde und begeistert von der Vielfalt der deutschen Hauptstadt zurückgekehrt. Und wirklich „Berlin ist eine Reise wert“, wie man so sagt! 

Tak for turen!