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PFAS: Mehrere Parteien fordern Tests für Schwangere

PFAS: Mehrere Parteien fordern Tests für Schwangere

PFAS: Mehrere Parteien fordern Tests für Schwangere

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Laut Danske Regionen können bis zu 14.607 Orte in Dänemark mit PFAS kontaminiert sein (Archivfoto). Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

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Fluorierte Kohlenstoffverbindungen aus der Gruppe der PFAS haben nützliche Eigenschaften, sie gelten aber als giftig. PFOS, eine Verbidnung aus dieser Gruppe, fand im Löschschaum Verwendung und hat sich vielerorts im Boden festgesetzt. Mehrere Parteien fordern nun mehr Schutz für Schwangere. Das hat einen Grund.

Mehrere Parteien setzen sich dafür ein, dass Frauen, die schwanger werden wollen oder bereits stillen, auf PFAS im Blut untersucht werden, sollten die Frauen in einem Gebiet wohnen, in dem diese künstlichen chemischen Verbindungen vermehrt vorkommen. Wie der Sender „TV2" berichtet, setzen sich die Konservativen, Venstre und SF für Blutuntersuchungen ein. PFAS können laut Gesundheitsbehörde das Geburtsgewicht der Säuglinge reduzieren sowie die Menge an Antikörpern nach Impfungen vermindern.

Wegen ihrer Langlebigkeit und ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften finden PFAS in der Industrie verbreitet Verwendung. PFAS ist eine Stoffgruppe fluorhaltiger Kohlenstoffverbindungen, die als giftig gelten und in Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. PFOS ist eine Verbindung aus der Gruppe der PFAS und wurde in Löschschaum verwendet. PFOS-Verunreinigungen sind an Orten zu finden, in denen mit Löschschaum geübt wurde. Die Verwendung von PFOS hat die EU stark eingeschränkt.

Wie „TV2" berichtet, wird die dänische Gesundheitsbehörde eine Gruppe von Fachleuten erneut einberufen. Die Behörde sah es bislang als nicht notwendig an, geplante Schwangerschaften aufzuschieben oder auf das Stillen zu verzichten, selbst wenn diese Frauen PFOS ausgesetzt waren.

Drei von den 14 Fachleute dieser Gruppe sehen dies aber als großen Fehler an. Es gebe keinen Nachweis, dass eine Schwangerschaft oder das Stillen unbedenklich sei, wenn Frauen mit PFOS in Kontakt gekommen seien, so Philippe Grandjean, Umweltmediziner an der Syddansk Universitet.

Die Gesundheitsbehörde gibt sich zurückhaltend und will nicht versprechen, dass sie ihre Empfehlungen ändert.

Der Verband der Regionen hatte im Mai veranschlagt, dass bis zu 14.607 Orte in Dänemark mit PFAS verunreinigt sein könnten.

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