Immobilienmarkt

Sommerhäuser in Nordschleswig so knapp wie nie

Natur, Strand und Ruhe: Sommerhäuser in Nordschleswig bleiben begehrt (Archivbild).

Mangelware: Die Zahl der zum Verkauf stehenden Sommerhäuser in den Kommunen Sonderburg und Tondern ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Gleichzeitig treibt die hohe Nachfrage die Preise nach oben und verschärft den Wettbewerb um die wenigen verfügbaren Häuser.

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Zusammenfassung

  • Das Angebot an Sommerhäusern ist in den Kommunen Sonderburg und Tondern auf ein Rekordtief gefallen, während die Nachfrage hoch bleibt.
  • Die knappen Angebote treiben die Preise in die Höhe, besonders auf Röm, während Regionen wie Südalsen noch vergleichsweise erschwinglich sind.
  • Zunehmend fließen Klimarisiken wie Sturmfluten und Überschwemmungen in die Kaufentscheidungen ein, sodass Lagen direkt am Wasser kritischer bewertet werden.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Wer derzeit in Nordschleswig ein Sommerhaus kaufen möchte, braucht Geduld und oft auch ein höheres Budget. In drei dänischen Kommunen ist das Angebot auf einen historischen Tiefstand gefallen. Neben Ringkøbing-Skjern betrifft das die nordschleswigschen Kommunen Sonderburg (Sønderborg) und Tondern (Tønder).

Die Nachfrage in Tondern ist enorm und es gibt viel zu wenige Verkäuferinnen und Verkäufer.

Allan Nielsen

Viele Sommerhäuser werden schnell verkauft, teilweise kurz nach der Veröffentlichung der Immobilie. Das knappe Angebot führt dazu, dass Preise steigen und Kaufende zunehmend flexibel sein müssen. Das geht aus einer Analyse der Immobilienmaklerkette „home“ hervor, die die Angebotszahlen der Plattform „Boligsiden“ für den gesamten Markt seit 2011 untersucht hat.

Auch Maklerinnen und Makler in Nordschleswig bestätigen diese Entwicklung: „Trotz der normalerweise ruhigen Winterzeit ist die Aktivität auf dem Sommerhausmarkt derzeit hoch. Es fehlt an neuen Angeboten, und die Nachfrage ist groß“, so Michael Dalsager, Kommunikationskonsulent und Sprecher bei „home“, laut Pressemitteilung.

„Röm am teuersten und begehrtesten“

Besonders drastisch ist die Entwicklung in Tondern: Dort sank die Zahl der zum Verkauf stehenden Sommerhäuser von ehemals 303 auf nur noch 34 – ein Rückgang um 89 Prozent.

„Die Nachfrage in Tondern ist enorm und es gibt viel zu wenige Verkäuferinnen und Verkäufer. Röm (Rømø) ist am teuersten und am begehrtesten, während Arrild preislich niedriger liegt. Wir sehen auch eine Reihe von Käufen zu Investitionszwecken“, sagt Allan Nielsen, Inhaber und Immobilienmakler bei „home Tønder“.

Es ist ein Markt für Verkaufende – und die Preise steigen.

Merete Lund Brock

In Sonderburg zeigt sich dasselbe Bild. Hier ging das Angebot von 181 auf 59 Objekte zurück, ein Minus von 67 Prozent. Damit liegt der Bestand sogar unter dem Niveau während der Corona-Pandemie.

„Wir brauchen dringend mehr Sommerhäuser zum Verkauf. Für jedes neue Angebot gibt es großes Interesse, und vieles ist schnell vergriffen. Es ist ein Markt für Verkaufende – und die Preise steigen. Sind die besten Lagen ausverkauft, rücken die nächstbesten in den Fokus”, erklärt Merete Lund Brock, Inhaberin bei „home Sønderborg” und „home Broager” in der Pressemitteilung.

Landesweit ist das Angebot von 13.213 auf 5.514 Sommerhäuser gesunken (ein Minus von 58 Prozent). Und auch in ganz Südjütland liegt das Angebot derzeit nur 18 Prozent über dem niedrigsten jemals gemessenen Stand. Seinen Höchststand hatte der Markt im Jahr 2016.

Südalsen bleibt vergleichsweise erschwinglich

Trotz der angespannten Lage gibt es weiterhin Regionen mit vergleichsweise moderaten Preisen. Unter anderem auf Südalsen (Sydals) sieht Merete Lund Brock noch Möglichkeiten für Interessenten. Preise zwischen einer und anderthalb Millionen Kronen für ein Sommerhaus seien dort weiterhin möglich.

Klimarisiken beeinflussen Kaufentscheidungen

Während die Nachfrage insgesamt hoch bleibt, achten Käuferinnen und Käufer jedoch zunehmend auf Klimarisiken. Laut einer weiteren Analyse von „home“ nennen inzwischen weniger Menschen eine Lage direkt am Wasser als wichtigste Priorität beim Hauskauf. Hintergrund sind mehrere Sturmfluten und ein außergewöhnlich nasses Jahr, das die Risiken deutlich gemacht hat.

Der Immobilienanalyst Henrik Hauthorn Jensen erklärt, dass viele Käuferinnen und Käufer heute stärker berücksichtigen, dass ein Haus am Wasser nicht nur attraktiv, sondern auch ein Risikofaktor sein kann.

„Nach den Überschwemmungen, die wir durch Sturmfluten, Schnee, Regen und steigendes Grundwasser erlebt haben, sind sich immer mehr Menschen bewusst, dass Wasser auch großen Schaden anrichten kann.“

Prognosen des dänischen Wetterdienstes DMI (Danmarks Meteorologiske Institut) zufolge könnten Starkregen und Sturmfluten künftig häufiger auftreten. Entsprechend prüfen Käuferinnen und Käufer vermehrt Faktoren wie Überschwemmungsrisiken, Versicherungsschutz und Schutzmaßnahmen.