Wettbewerbsfähigkeit

Geringe Korruption und großes Vertrauen sind Voraussetzung für den Wohlstand

Gert Tinggaard Svendsen hat bei der diesjährigen Neujahrstagung in Sankelmark einen Vortrag über Vertrauen gehalten.

Dänemark ist weiterhin Spitzenreiter bei der Korruptionsbekämpfung. Dadurch wird die Bevölkerung reicher, denn geringe Korruption ist die Voraussetzung für die Vertrauensgesellschaft. Und hohes Vertrauen ist ganz buchstäblich Geld wert, sagt Professor Gert Tinggaard Svendsen.

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Das Risiko, von öffentlich Bediensteten betrogen zu werden, ist in Dänemark gering. Das ist für die Bevölkerung nicht nur angenehm, es zahlt sich auch aus. Die Forschung von Professor Gert Tinggaard Svendsen von der Aarhuser Universität belegt dies. 

Zusammenfassung

  • Dänemark gilt laut Transparency International erneut als weltweit am wenigsten korruptes Land.
  • Professor Gert Tinggaard Svendsen betont, dass geringe Korruption Vertrauen stärkt und Wohlstand sowie Wettbewerbsfähigkeit erhöht.
  • Er warnt, dass „hard Riders“ Regelbrecher konsequent zurechtweisen müssen, damit das hohe Vertrauensniveau und die gute Stimmung in der Gesellschaft erhalten bleiben.

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Dänemark ist erneut das am wenigsten korrupte Land der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt die gemeinnützige Organisation Transparency International in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Und das ist laut Tinggaard Svendsen eine ausgesprochen gute Nachricht. Er untersucht die Bedeutung des Vertrauens für eine Gesellschaft.

„Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen geringer Korruption und hohem Vertrauen. Das zeigt all unsere Forschung“, sagt er dem „Nordschleswiger“.

Vertrauen gibt Sicherheit

Denn geringe Korruption gibt Sicherheit. Die Menschen müssen nicht dauernd befürchten, übers Ohr gehauen zu werden. Und genau das ist der Fall, wenn öffentlich Angestellte und Personen mit politischer Verantwortung ihre Position nicht missbrauchen, um in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Wird es eine erfolgreiche Strategie zu mogeln, kann sich das blitzschnell ausbreiten.

Professor Gert Tinggaard Svendsen

Umgekehrt geht es mit dem Vertrauen schnell bergab, wenn sich Korruption breitmacht. Der Politologe nennt das Beispiel von einem Menschen, der einen Prozess anstrebt, weil das nagelneue und sündhaft teure Rennrad defekt ist. 

„Verliert die Person den Prozess, weil die Gegenseite die Richterin oder den Richter bestochen hat, zerstört dieses Urteil das Vertrauen. Wenn der Rechtsstaat nicht mehr funktioniert, löst das große Unsicherheit aus“, so Tinggaard Svendsen. 

Reich durch Vertrauen

Die geringe Korruption und das hohe Vertrauen sind nach den Erkenntnissen des Professors die Erklärung für den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit der skandinavischen Länder. Denn wo das Vertrauen hoch ist, kann bei der Kontrolle gespart werden. Oder, wie er es bei der Neujahrstagung des Bundes Deutscher Nordschleswiger in Sankelmark ausgedrückt hat: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist billiger“.

Fünf Punkte, die die Vertrauensgesellschaft unterstützen

  1. Delegierung der Macht
  2. Bekämpfung von Korruption
  3. Eine freie und unabhängige Presse
  4. Unterstützung der Zvilgesellschaft
  5. Gleiche Möglichkeiten

Quelle: Gert Tinggaard Svendsen

Bei dem engen Zusammenhang zwischen Korruption und Vertrauen ist es nicht verwunderlich, dass Dänemark auch bei Letzterem Spitzenreiter ist. Wenn Tinggaard Svendsen und sein Team fragen, ob die Menschen Vertrauen in die meisten anderen Menschen haben, dann antworten 77 Prozent in Dänemark mit „Ja“.

In Deutschland sind es lediglich 45 Prozent, und damit liegt die Bundesrepublik immer noch weltweit am oberen Ende.

Tinggaard Svendsen rät, auf Mogeln zu reagieren

Der Politologe warnt jedoch davor, dass sich die Menschen in Dänemark auf den Lorbeeren des Vertrauenssieges ausruhen. „Wir können nie sicher sein, dass es so bleibt. Wir müssen uns und unseren Mitmenschen laufend bewusst machen, welche Vorteile das hohe Vertrauen hat.“

Er definiert die Menschen, die die geschriebenen wie ungeschriebenen Regeln weitgehend befolgen, als „hard Riders“. Also jene, die das Rückgrat der Vertrauensgesellschaft bilden. 

Ihnen gegenüber stehen die „easy Riders“, die versuchen, sich durchzumogeln. Damit sie nicht zu viele werden, müssen „hard Riders“ sich ein Herz fassen und diejenigen zurechtweisen. Damit werden sie zu „tough Riders“.

„Es ist wie, wenn jemand versucht, sich in der Schlange im Supermarkt  vorzudrängeln. Dann muss eine Person in der Schlange sie bitten, sich hinten anzustellen.“

Vertrauen macht Laune

So eine Reaktion mag zunächst einmal Überwindung kosten. Doch sei es in unserem Interesse, die Anzahl der „easy Riders“ möglichst gering zu halten.

„Wird es eine erfolgreiche Strategie zu mogeln, kann sich das blitzschnell ausbreiten.“

Gert Tinggaard Svendsen ist nämlich überzeugt, dass die geringe Korruption und das hohe Vertrauen die Menschen reicher machen – nicht nur im finanziellen Sinn.

„Wir bekommen schlichtweg bessere Laune, wenn wir wissen, dass ein Wort ein Wort ist.“