Geschichte

Top-Ten-Fund in Hadersleben: Archäologische Schätze am Jomfrustien

Archäologinnen mit Warnwesten untersuchen freigelegte Holzfundamente an einer städtischen Baustelle.
Die Museumsfachleute nehmen eine Probe, um das Alter der Eichenpfähle zu ermitteln.

Der Jomfrustien in Hadersleben ist eine Baustelle. Was dabei im vergangenen Jahr zu Tage kam, ist so spannend, dass das Kulturministerium die Entdeckung zu den zehn bedeutsamsten Funden des Jahres 2025 zählt.

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Zusammenfassung

  • Am Jomfrustien in Hadersleben sorgen Bauarbeiten für neue archäologische Entdeckungen, trotz früherer Eingriffe in den Boden.
  • Die im Vorjahr freigelegten Eichenpfähle eines historischen Brückenfundaments wurden vom Kulturministerium in die Top 10 der Funde 2025 aufgenommen.
  • Die Funde bestätigen eine alte Stadtansicht.

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Auch im Jahr 2026 wird am Jomfrustien in Hadersleben (Haderslev) kräftig gebaut. Was für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu Geduldsproben führt, bietet den Archäologinnen und Archäologen des Museums Sønderjylland die Chance auf große Entdeckungen – auch wenn frühere Bauvorhaben ihre Spuren hinterlassen haben. Im vergangenen Jahr berichtete „Der Nordschleswiger“ über den Fund von großen, alten Eichenpfählen, vermutlich Teile eines Brückenfundaments, gefunden in der Nähe des Haderslebener Schlosses – 1585 bezugsfertig, aber bereits 1644 in Trümmern.

Diese Funde machten nicht nur die Haderslebener Archäologinnen und Archäologen glücklich, denn das Kulturministerium in Kopenhagen hat die Funde kürzlich gewürdigt und in die Top 10 der archäologischen Funde Dänemarks aus dem Jahr 2025 aufgenommen.

Grabungen bestätigen historische Malerei

Anne Eg Tornø, die als Wissenschaftlerin des Museums Sønderjylland die Grabung betreut, freut sich über die Würdigung. „Das ist richtig klasse, und das macht uns stolz“, sagt sie und führt aus: „Jetzt, nach der 1. Bauetappe, haben wir ein besseres Bild von der damaligen Stadtgrenze, und die Funde untermauern auch die historischen Karten und Quellen. Wir haben viele der abgebildeten Charakteristika, die Braunius gezeichnet hat, auch gefunden.“ Die Ansicht von Braunius und Hogenberg stammt aus dem Jahr 1585, also aus dem Jahr, in dem das Schloss fertig war.

Braunius’ und Hogenbergs Ansicht von Hadersleben, gesehen von Süden, aus dem Jahr 1585. Gelb markiert ist die Eichenbrücke, deren Reste auf der Westseite das Museum glaubt, gefunden zu haben. Rosa markiert sind Bereiche, an denen die Archäologinnen und Archäologen 2023 und 2024 Reste von Ufersicherungen finden konnten.

Eine der beiden Brücken, deren Fundamentreste im vergangenen Jahr gefunden wurden, könnte, da ist sich Anne Eg Tornø ziemlich sicher, eine Zugbrücke gewesen sein. Einen Hinweis darauf fand sie in einem Buch aus dem Jahr 1926.

Auch Funde im Zweiten Bauabschnitt

Auch im nun begonnenen Zweiten Bauabschnitt, vom Lidl-Supermarkt bis zur Allégade, sind die Archäologinnen und Archäologen, die die Bauarbeiten begleiten, bereits auf Interessantes gestoßen. Wieder ein Fundament. Anne Eg Tornø vermutet, dass es sich um das Fundament eines Zeughauses handelt. „Kanonen haben wir aber leider nicht gefunden.“ Zudem weisen die Ausgrabungen auf eine Grasfläche hin, eine Reitbahn, schätzt die Archäologin. 

Auch wenn das Wetter in den vergangenen Wochen harsch war, wird immer noch gearbeitet. „Wir sind ja sechs Meter im Boden, da unten friert es nicht so schnell, aber wir sind froh, einen Raum zu haben, in dem wir uns aufwärmen können“, sagt Anne Eg Tornø.