Tourismus

Autocamper-Boom trifft Marschland: Zwei Nordschleswiger wollen in Hoyer investieren

Jesper Meldgaard Langschwager betreibt seit 2016 den Campingplatz Sandskær Strandcamping auf der Halbinsel Loit.

Camping, Marsch, Heimatverbundenheit: Mit dem geplanten Autocamperplatz in Hoyer verfolgen Jesper Meldgaard Langschwager und Ingolf Jørgensen keinen schnellen Gewinn. Die Unternehmer aus Nordschleswig setzen auf Erfahrung, Dialog – und die Hoffnung, dass ihr Projekt im Ort als Chance verstanden wird.

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Zusammenfassung

  • Geplant ist ein Autocamperplatz mit rund 110 Stellplätzen südlich von Hoyer auf bereits als Campingfläche ausgewiesenem Gelände.
  • Die Nordschleswiger Langschwager und Jørgensen betonen Heimatverbundenheit, landschaftliche Einbindung und die behutsame Sanierung des alten Hofensembles.
  • Sie setzen auf frühzeitigen Dialog wegen möglicher Sorgen zu Lärm, Verkehr und Natur, während die Anhörungsfrist für das Projekt bis zum 22. Februar läuft.

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Als Jesper Meldgaard Langschwager im Skiurlaub ans Telefon geht, ist er gedanklich eigentlich weit weg von der Marschlandschaft bei Hoyer (Højer). Und doch spricht aus jedem Satz, wie sehr ihn genau dieser Ort umtreibt. Seit anderthalb Jahren arbeitet der Nordschleswiger an einem Projekt, das nun öffentlich wird: einem Autocamperplatz südlich von Hoyer.

„Wir wollen mit unserem Projekt zur weiteren Entwicklung Hoyers beitragen und geben unser Bestes, damit das Projekt ein Erfolg für die ganze Umgebung wird“, sagt Langschwager. „Wir gehen an diese Aufgabe mit der größten Demut“, fügt er hinzu. Es ist ein Satz, der nicht nur wohlklingend ist, sondern den Anspruch des Projekts zusammenfasst. Denn der Unternehmer will bewusst nicht als externer Investor wahrgenommen werden, der ein Stück Land maximal ausnutzt und dann weiterzieht.

Nordschleswig-Perspektive

Langschwager ist selbst im Landesteil verwurzelt, ebenso sein Geschäftspartner Ingolf Jørgensen aus Behrendorf (Bjerndrup). Beide leben in Nordschleswig, beide kennen die Region – und beide wissen, wie sensibel gerade in Marschorten wie Hoyer über neue touristische Projekte diskutiert wird.

Wir geben unser Bestes, dass das Projekt ein Erfolg für die ganze Umgebung wird.

Jesper Meldgaard Langschwager

Es gehe ihm und seinem Geschäftspartner darum, ein Angebot zu schaffen, das zur Landschaft, zum Ort und zu den Menschen passe.

Erfahrung statt Experiment

Dass Langschwager weiß, wovon er spricht, zeigt ein Blick in seine Vita. Seit 2016 betreibt er den Campingplatz Sandskær Strandcamping auf der Halbinsel Loit (Løjt Land) an der Bucht von Gjenner (Genner). Dort habe er gelernt, was Autocamperinnen und -camper suchen – und was sie abschreckt.

„Sie wollen Natur und Ruhe, aber auch kurze Wege zum Bäcker und zum Kaufmann“, sagt er. Genau diese Mischung sieht er in Hoyer gegeben. Wanderrouten, Marschlandschaft, Nähe zur Wiedauschleuse – und zugleich ein Ort mit Handel und Gastronomie.

So könnte der künftige Autocamperplatz am Slusevej aussehen.

Respekt vor Ort und Geschichte

Geplant ist eine Autocamperanlage mit rund 110 Stellplätzen auf einem Grundstück, das seit Jahrzehnten im Flächennutzungsplan der Kommune Tondern (Tønder) für Camping vorgesehen ist. Besonders wichtig ist Langschwager dabei der Umgang mit dem bestehenden Hofensemble am Slusevej 1.

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Carstensen soll erhalten, saniert und in zwei Wohnungen umgewandelt werden – die perspektivisch als Ferienwohnungen dienen sollen. „Sie werden so hergerichtet, dass sie ins Ortsbild passen“, verspricht er. Auch eine der alten Stallungen soll umgenutzt werden, während andere Gebäude weichen mussten oder bereits abgerissen wurden.

Dialog statt Konfrontation

Dass ein solches Projekt Fragen und Sorgen seitens der Bevölkerung auslösen kann, ist Langschwager bewusst. Lärm, Verkehr, Auswirkungen auf Natur und Nachbarschaft – deshalb habe er von Beginn an den Dialog mit der Kommune gesucht und stehe auch den Anwohnenden offen gegenüber.

Langfristige Pläne – auch anderswo

Hoyer ist dabei kein Einzelprojekt. Langschwager bestätigt, dass er gemeinsam mit Jørgensen die Anlage weiterer Autocamperplätze in Nordschleswig prüft. So gebe es mit der Kommune Hadersleben (Haderslev) schon länger Gespräche, konkrete Standorte seien dort aber noch offen.

Trotzdem macht er klar: Hoyer habe für ihn eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt, weil das Projekt bereits erhebliche Investitionen erfordert habe – sowohl finanziell als auch zeitlich. Nun sei der Moment gekommen, die Pläne öffentlich zu machen und sich der Debatte zu stellen.

Ob das Projekt Realität wird, entscheidet sich dann in den kommenden Monaten. Die Anhörungsfrist läuft bis zum 22. Februar.

Autocamperprojekt Hoyer (Højer)

Ort: Slusevej 1 (südlich von Hoyer)

Projekt: Autocamperplatz mit ca. 110 Stellplätzen

Fläche: rund 16.000 Quadratmeter

Besonderheiten:

  •  Erhalt und Sanierung des Wohnhauses
  •  Umnutzung der Stallungen zu Sanitär- und Gemeinschaftsräumen
  • Nachhaltige Lösungen wie Solaranlagen