Ehrenamt

Hineingerutscht – und geblieben: Jonny Müller über seine Arbeit im Schulvorstand

Mann mit Brille steht lächelnd vor heller Wand neben kleinem Schrank mit Pflanze.
Jonny Müller ist Architekt und konnte seine beruflichen Kenntnisse im Schulvorsand einbringen.

Jonny Müller engagiert sich seit sechs Jahren im Vorstand der Deutschen Privatschule Feldstedt. Der enge Austausch mit Eltern und Mitarbeitenden prägt seine Arbeit. Warum er sich gerne ehrenamtlich engagiert, erklärt er im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

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Zusammenfassung

  • Jonny Müller leitet seit einigen Jahren ehrenamtlich den Vorstand der Deutschen Privatschule Feldstedt.
  • Er verbindet Schule, Eltern und Ort, unterstützt die Schulleitung und organisiert praktische Einsätze wie Arbeitstage.
  • Das Ehrenamt erfüllt ihn, weil es die schulischen Bedingungen für sein Kind verbessert.

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Als Jonny Müller vor einigen Jahren gefragt wurde, ob er sich eine Mitarbeit im Vorstand der Deutschen Privatschule Feldstedt (DPF) vorstellen könne, war das keine lange geplante Entscheidung. „Ich bin eher hineingerutscht“, sagt der 48-Jährige heute. Bereut hat er diesen Schritt nicht. Seit mittlerweile sechs Jahren engagiert er sich im Vorstand – seit einigen Jahren auch als Vorsitzender. 

Müller lebt seit rund 17 Jahren in Feldstedt. Seitdem seine Tochter die DPF besucht, interessierte er sich mehr und mehr für die Schule und deren Entwicklung. Der Kontakt zur Schule und zum Vorstand kam zustande. „Es gibt einen engen Austausch mit den Mitarbeitenden und den Eltern“, berichtet Müller. Das gefiel ihm.

Kontakte pflegen und Schule gestalten

Die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden beschreibt er vor allem als verbindend. So vertritt er die Schule nach außen, hält Kontakt zu den örtlichen Vereinen und Initiativen im Ort und dient als Ansprechperson, wenn es um gemeinsame Anliegen geht. „Gerade im Dorf ist die Zusammenarbeit eng, man kennt sich“, sagt er. Hinzu kämen repräsentative Aufgaben.

Nach innen versteht sich der Vorstand als unterstützendes Gremium. Fünf Sitzungen im Jahr stehen in der Regel auf dem Plan. Dort geht es um Fragen rund um den Schulalltag, um Herausforderungen oder um Ideen, wie sich die Schule weiterentwickeln kann. „Da bekommt man Einblick in den Maschinenraum der Schule“, umschreibt er. Man ziehe gemeinsam an einem Strang, um die Schule besser zu machen. „Vor allem für die Kinder.“

Genaue Aufgabenteilung

Dafür hat er als Vorsitzender immer ein offenes Ohr. Bei Veranstaltungen sucht er das Gespräch mit den Eltern und dem Kollegium. „So kann man Schwachstellen ausmachen und zur Diskussion im Vorstand stellen“, sagt er. 

Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung sei gut, „da kann man alles ansprechen – von beiden Seiten aus“.

Eingriffe in den Unterricht oder pädagogische Entscheidungen gehören ausdrücklich nicht dazu. „Der Schulbetrieb obliegt klar der Schulleitung“, betont Müller. Trotzdem kann der Vorstand auch dort beratend hinzugezogen werden, fügt er hinzu. 

Voraussetzungen für Engagement schaffen

Der Vorstand entwickelt die Schule jedoch trotzdem mit. Besonders sichtbar wird die Arbeit beim Arbeitstag. Dann kommen Eltern zusammen, um gemeinsam anzupacken: Spielgeräte streichen, Außenbereiche pflegen, kleinere Bauaufgaben erledigen, zählt er auf. „Das sind einfache, aber wichtige Dinge, die das Umfeld für die Kinder verbessern“, findet Müller. Die Beteiligung sei meist hoch und das Engagement groß. 

Der Vorstand plant diese Tage, schafft die Voraussetzungen und besorgt auch schon mal das Material. Auch bei baulichen Fragen bringt sich der Vorstand ein – etwa bei Anträgen, Planungen oder der Koordination von Hilfe. Dass im Gremium verschiedene Menschen mit verschiedenen Berufen vertreten sind, sieht Müller als Vorteil. „Manchmal erkennt man Dinge, die sonst vielleicht liegen bleiben würden.“

Sichtbare Entwicklung sorgt für gute Stimmung

Ein Beispiel ist die Umgestaltung der Räume der Schulfreizeitordnung vor einigen Jahren. Die steigende Zahl der Kinder hatte zu Platzmangel und höherer Lautstärke geführt. Der Vorstand suchte nach Lösungen. Dann wurde Material organisiert, Spenden gesammelt und Unterstützung gesucht. „Wir haben dann eine neue Decke eingebaut, sodass es dort nicht mehr so laut war. Für die Kinder und das Personal ein großer Fortschritt“, sagt er. „Wenn man sieht, dass es funktioniert und Rückmeldung bekommt, dass es den Alltag verbessert, dann fühlt sich das gut an“, findet Müller. Das sei ihm von großem Wert und erfülle ihn.

Solche Momente machen für ihn den Kern des Ehrenamts aus. Etwas zu bewegen, das bleibt – auch wenn die Tochter nicht mehr an der Schule ist.

Weniger Einsatz erforderlich, als man denkt

Dass sich nicht alle Menschen ehrenamtlich engagieren, kann Jonny Müller nachvollziehen. Zeit und Verantwortung schrecken ab. Gleichzeitig hält er die Sorge für überzogen: „Man bestimmt selbst, wie viel man einbringen möchte.“ Die Aufgaben seien klar begrenzt und die Arbeit im Schulvorstand gut verteilbar. „Es steckt weniger dahinter, als viele denken.“

Deshalb wirbt Müller für das Engagement im Schulvorstand. „Wenn man sich einbringt, wird Schule nicht nur ein Ort für Kinder, sondern auch ein gemeinsames Projekt für viele.“ Zudem seien die Sitzungen immer gemütlich. „Das Soziale ist Teil der Vorstandsarbeit und gehört genauso dazu.“