Kindergarten

Kinder erleben Kunst mit dem Körper

Das Malen hat den Kindern sehr viel Spaß gemacht.

Kreativität: Wie läuft ein guter Fingermalkurs ab? Kunstkonsulentin Jana Surkus gibt zurzeit Malkurse in den deutschen Kindergärten. Surkus zeigt, welchen Effekt das Fingermalen auf Kinder hat und was dabei zu beachten ist. 

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Zusammenfassung

  • Im Deutschen Kindergarten Lügumkloster führt Kunstkonsulentin Jana Surkus mit Krippenkindern einen Fingermalkurs durch.
  • Die Kinder erkunden vorsichtig Farben mit Händen, Spielzeugautos und Stoffelefanten und stärken dabei ihr sensorisches Empfinden und Körpergefühl.
  • Surkus achtet auf hautfreundliche Farben und kurze Einheiten von etwa 30 Minuten.

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„Matsch“, „Pups“, „Boing“ und „Klatsch“ macht es an jenem Morgen im deutschen Kindergarten in Lügumkloster (Løgumkloster). Jana Surkus, Kunstkonsulentin des Bund Deutscher Nordschleswiger, ist mit ihrer Truhe voller Farbe und Spielzeug wieder zugange. Sie gibt heute einen Fingermalkurs.

Die Kinder der Krippen-Gruppe sind zwischen null und drei Jahre alt und beäugen die Malaktion erst einmal sehr skeptisch. Vor ihnen auf dem Boden liegt ein großes Blatt Papier. Bis jetzt ist das Blatt noch weiß – doch das wird nicht lange so bleiben. Surkus fängt an, die Farben auf das Blatt zu spritzen. Die Farbflasche macht dabei ein paar Pups-Geräusche, was die Kinder zum Kichern bringt.

Surkus ist zunächst die Einzige, die anfängt zu malen. Die Kleinen schauen ihr nur aufmerksam zu. An ihren Gesichtern sind Fragen wie „Was macht sie da?“ und „Macht das Spaß?“ abzulesen. Doch als dann auch die Erzieherinnen einsteigen, gibt es für die meisten Kinder keinen Halt mehr. 

Zum Malen wurden nicht nur die Hände und Füße benutzt.

Schnell sind die Ersten ganz blau, grün oder gelb angemalt. Die Kinder „waschen“ sich ihre Hände mit der Farbe und reiben sie sich zwischen ihre Finger und matschen weiter auf der Leinwand herum. Während sich einige mit den Spielzeugautos langsam an die Farbe gewöhnen, können andere gar nicht genug davon haben. 

Ohne Mut kein Bild  

Es ist schon der siebte Fingermalkurs, den Surkus in den deutschen Kindergärten veranstaltet. „Die Besonderheit bei dieser Maltechnik ist das sensorische Empfinden“, erklärt sie. Die Kleinen würden dadurch lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen. Doch dies braucht auch Mut.

„Ich freue mich, die Kinder zu erleben und alle in ihrem eigenen Tempo heranzuführen“, sagt die 37-jährige Kunstkonsulentin. Wie sich die Kinder an die Farbe trauen, ist ganz individuell. „Deswegen habe ich auch Autos, Rollen und Elefanten dabei, damit jeder seinen Zugang findet“, ergänzt sie.

Ein Elefant, der malt?

Der Grund, warum sich zwei Stofftier-Elefanten zum Malen gesellen, ist nicht zufällig. Die 37-Jährige hat sich an der Geschichte des „Mimbo Jimbo“ von Jakob Martin Strid orientiert. 

Der kleine, blaue Elefant experimentiert mit Farben herum und malt mit Autorädern und tierischen Freunden kunterbunte Bilder auf Leinwände. Im heutigen Malkurs hüpft der Elefant mit seinen in Farbe getunkten Füßen quer über das Blatt und macht bei jedem Hüpfer „boing“.

Was sollte beim Malen mit Fingern beachtet werden? 

„Das Wichtigste ist die Qualität der Farbe“, sagt Surkus. Die Farbe sollte unbedingt hautfreundlich und ungefährlich für Kinder sein. Zudem benutzt sie gern blaue Farbe beim Malen, damit die Farbreste an der Haut besser zu erkennen sind.

Kursleiterin Jana Surkus mit dem Elefanten „Mimbo Jimbo“, der mitgemalt hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Aktion nicht länger als eine halbe Stunde dauern sollte, erklärt die Kunstkonsulentin. Es sei für die Kinder sehr spannend, aber auch anstrengend, mit der Farbe zu spielen. 

Auch heute waren die Kinder nach knapp einer halben Stunde müde und wollten sich die Farbe wieder abwaschen. 

Angst verloren – Kunstwerk gewonnen

Während sich die Kinder im Bad umziehen, räumt Surkus schnell alles auf. Sie bewundert das entstandene Kunstwerk und trennt den schönsten Teil von dem Blatt ab. Dieser wird als Erinnerung für die Kinder und Eltern im Kindergarten aufgehängt. 

Als Fazit zieht die Kunstkonsulentin, dass „die Kinder mutig und engagiert waren“. Fast alle Kinder haben sich überwunden und mit der Farbe gespielt. Das bunte Bild mit seinen Fußabdrücken und Elefantenspuren wird die Kinder immer daran erinnern, was Wundervolles entstehen kann, wenn man mutig ist.