Gesellschaft

Dänemark bleibt Spitzenreiter bei Korruptionsbekämpfung

Ausgebreitete 500-Kronen-Banknoten liegen dicht nebeneinander auf einem Tisch.
Transparency International sammelt für den Bericht Daten aus 13 verschiedenen unbahängigen Quellen, um daraus den Index zu erstellen.

Korruption: Ein neuer Bericht zeigt, dass Dänemark erneut das am wenigsten korrupte Land ist. Seit 2012 haben nur 31 Länder Fortschritte gemacht, während 50 Länder Rückschritte verzeichnen – darunter auch zahlreiche Demokratien.

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Dänemark bleibt zum achten Mal in Folge laut Transparency International das am wenigsten korrupte Land, auch wenn sein Score leicht gesunken ist.
  • Weltweit stagniert oder verschlechtert sich die Korruptionsbekämpfung, seit 2012 haben nur 31 Länder Fortschritte gemacht, während 50 zurückgefallen sind.
  • Viele Demokratien, darunter USA, Schweden und mehrere EU-Staaten, verzeichnen deutliche Rückgänge, was Transpareny International als Zeichen für die Verwundbarkeit von Demokratien wertet.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Dänemark ist erneut das am wenigsten korrupte Land der Welt – zum achten Mal in Folge. Das zeigt ein neuer Bericht, der das Land an der Spitze der Bekämpfung von Korruption sieht, während große Teile der Welt bei diesem Thema stillstehen oder sogar Rückschritte machen.

Die gemeinnützige Organisation Transparency International hat dafür erneut eine Übersicht erstellt und dafür den Grad der erlebten Korruption in einer Reihe von Ländern ermittelt. 

Dazu wurden Fragebögen an Investorinnen und Investoren, Gewerbetreibende, Forschende und Marktanlystinnen und Marktanalysten geschickt, die eine Bewertung der Korruption im öffentlichen Sektor ihres Landes vornehmen sollten. 

Was ist Korruption?

„Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.“ – so definiert es Transparency International. Der Schlüsselbegriff der Korruptionsbekämpfung ist Transparenz.

  • Bestechung oder Bestechlichkeit im internationalen Geschäftsverkehr oder im eigenen Land.
  • Käuflichkeit in der Politik oder der Versuch, durch Schmiergelder Vorteile zu erlangen.
  • Korruption verursacht nicht nur materielle Schäden, sondern untergräbt auch das Fundament einer Gesellschaft.
  • Dort, wo der Rechtstaat geschwächt, die Freiheit der Medien und der Zivilgesellschaft beschnitten werden, breitet sich Korruption rasch aus, weil es keine Kontrollinstanzen mehr gibt.
  • Korruption ist ein oft unsichtbares Phänomen, da es nur zwei Täter gibt – Bestechende und Bestochene. Beide wollen ihr Tun verschleiern und haben kein Interesse an Aufklärung. Es muss daher Öffentlichkeit und Überprüfbarkeit hergestellt werden, wo gegebene Strukturen korruptives Verhalten erleichtern.
  • Quelle: Transparency International

Entwicklung seit 2012 Anlass zur Besorgnis

Seit 2012 haben demnach nur 31 Länder ihren Score zum Postitiven verbessern können, während die Koprruptionsbekämpfung in 50 Ländern zurückgegangen ist. 100 Länder liegen 2025 auf demselben Niveau wie 2012.  

Die Länder können einen Wert zwischen 0 und 100 erreichen. Je höher der Wert, desto geringer wird die Korruption angesehen. Der Index umfasst jedoch nicht den privaten Sektor und kann daher nicht alleine aufklären, wie korrupt ein Land ist. Er ist jedoch richtungsweisend.

Bemerkenswert: Schwedens Platzierung ist beispielsweise von 88 im Jahr 2012 auf 80 im Jahr 2025 gefallen. Auch Neuseeland ist in diesem Zeitraum von 90 auf 81 zurückgegangen.

Dänemark hat ebenfalls einen minimalen Rückgang von 90 auf 89 im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen müssen, bleibt aber weiterhin das Land mit der geringsten Korruption im öffentlichen Sektor – und das zum achten Mal in Folge. 

„Den Rückgang, isoliert in Bezug auf Dänemark, sollte man nicht überbewerten“, sagt Jesper Olsen, Vorsitzender von Transparency International Danmark. Vielmehr sollte auf die langfristige Tendenz geschaut werden und nicht nur auf die Veränderungen Jahr für Jahr, wenn man ein richtungsweisendes Bild der Entwicklungen haben möchte, so Olsen. „Deshalb ist der globale Rückgang seit 2012 besonders interessant.“ 

122 Länder mit deutlichem Phänomen der Korruption

Die gute Nachricht für Dänemark müsse man daher in ein größeres Verhältnis setzen. „Es ist wichtig festzuhalten, dass es sich hier nicht um eine Weltmeisterschaft in Sachen Korruption handelt. Auch wenn es gut ist, dass Dänemark an der Spitze liegt, so dreht sich der Bericht um mehr als darum, wer auf dem ersten Platz ist“, so Olsen.

So haben laut Bericht 122 von 182 Ländern einen Wert von unter 50 Punkten. Das bedeute, dass in diesen Ländern Korruption ein deutliches Phänomen in der Gesellschaft ist, sagt der Vorsitzende des dänischen Ablegers der Organisation.

Viele demokratische Länder erleben seit 2012 ebenfalls einen Rückgang – darunter Norwegen, die USA, Kanada und Frankreich.

Demokratien unter Druck ­­­­­– auch in der EU

Die Europäische Union erreicht einen durchschnittlichen Wert von 62 auf der Skala bis 100. Neben den skandinavischen Ländern Dänemark (89), Finnland (88) und Schweden (80) wird der Durchschnitt auch von Ländern wie Ungarn (40), Bulgarien (40), Rumänien (45), Kroatien (47), der Slowakei (48) und Malta (49) gesenkt, in denen Korruption ein Problem ist.

„Demokratien stehen unter Druck. Auch wenn wir die Erwartung hatten, dass Demokratien sich ewig verbessern, können wir in Wirklichkeit sehen, dass sie auch verwundbar sind“, so Jesper Olsen. 

Laut einer Pressemitteilung von Transparency International heißt es zur schwächelnden Korruptionsbekämpfung in Demokratien: „Das Fehlen einer entschlossenen Führung führt zu schwächeren Standards und einer weniger konsequenten Durchsetzung, wodurch die Ambitionen bei den weltweiten Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung sinken.“

Trump-Folgen noch nicht absehbar

Besonders in den USA sieht es schlecht aus. Das Land hat den schlechtesten Score seit der ersten Messung im Jahr 1995. „Die Entwicklung in den USA ist besorgniserregend, und wir haben noch nicht den vollen Effekt der Trump-Administration erreicht“, so der Vorsitzende.

Am Ende der Liste stehen Länder wie der Südsudan (9), Somalia (9) oder auch Venezuela (10). Russland erreicht 22, die Ukraine 36 und China 43 Punkte.

Weitere Daten und eine interaktive Weltkarte sind unter transparency.org zu finden.