Nachruf

„Wenn ihr dieses Video seht, bin ich tot“ – Abschied von @fenderflemming

Flemming Erik Pedersen (✝) mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Dorthe Abrahamsen, die er vor zwei Jahren heiratete. Damals wusste er bereits von seiner Krebserkrankung.

Er nannte sich selbst „offiziell tot“, ohne Umschweife und ohne Pathos. Der krebskranke Flemming Erik Pedersen aus Astrup zwischen Bröns und Scherrebek hat seine letzten Monate öffentlich geteilt – warmherzig, ehrlich und im Dialekt. Nun ist er im Alter von 63 Jahren gestorben.

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Zusammenfassung

  • Der krebskranke Flemming Erik Pedersen aus Astrup starb mit 63 Jahren, nachdem er seine unheilbare Erkrankung seit Dezember 2024 offen auf begleitet hatte.
  • Er teilte seine letzten Monate warmherzig auf Facebook, genoss Wohnzimmerkonzerte und blieb als Musiker und Netzwerker eine zentrale Figur in Bröns.
  • Mit klaren Worten bat er anstelle von Blumen um Spenden für die dänische Krebshilfe und hinterließ ein Vermächtnis der Offenheit im Umgang mit Krankheit und Tod.

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Flemming Erik Pedersen ist tot. Der 63-Jährige aus Astrup, zwischen Bröns (Brøns) und Scherrebek (Skærbæk), erlag seinem Krebsleiden, nachdem er im Dezember 2024 im Krankenhaus von Sonderburg (Sønderborg) die Diagnose erhalten hatte, dass sein Darmkrebs unheilbar sei. Die Krankheit hatte gestreut, Therapien blieben ohne den erhofften Erfolg. Die Medizin konnte nur noch lindern, nicht heilen. Die Ärzteschaft gab ihm wenige Monate.

Was folgte, war keine Phase des Rückzugs, sondern eine Zeit bewusster Öffentlichkeit. Pedersen entschied sich, seine letzten Monate auf Facebook zu teilen – ohne Selbstmitleid, ohne große Worte, aber mit Wärme, Humor und dem unverkennbaren Klang des Sønderjysk.

Er wollte möglichst jeden Tag nutzen. Für seine Ehefrau Dorthe Abrahamsen, für seine erwachsenen Kinder, für seine Enkelkinder. Fotos zeigten ihn beim Spielen mit den Kleinen, erschöpft auf dem Sofa, lachend mit Ehefrau Dorthe und anderen Familienmitgliedern oder im Freundes- und Bekanntenkreis. Auch Musik spielte eine wichtige Rolle bis zuletzt.

Wohnzimmerkonzerte in Astrup

Pedersen war begeisterter Amateurmusiker und nannte sich auf Social Media augenzwinkernd @fenderflemming. Die Liebe zur Musik lebte er nicht nur privat aus. Gemeinsam mit Gleichgesinnten hatte er in Bröns das Festival „Danmark Dejligst“ auf die Beine gestellt – ein Projekt, das zeigt, wie viel kulturelle Energie auch in kleinen Orten steckt.

In seinen letzten Monaten kam die Livemusik zu ihm nach Hause. Singer/Songwriter wie Kasper Buch aus Tondern (Tønder) und Joakim Okkels aus Hoyer (Højer) spielten intime Konzerte in seinem Wohnzimmer am Astrupvej. Wie den Social-Media-Posts zu entnehmen war, waren dies offensichtlich Stunden voller Nähe, Lieder und Gespräche – aber keine Abschiedsinszenierung. Kein Pathos – nein, nüchtern und freundlich.

In Bröns wurde er nicht selten scherzhaft „der Bürgermeister“ genannt. Er war kein Amtsträger, aber jemand, der Menschen verband: als früherer Kartoffelbauer, als Begleitautofahrer, als Musiker, als Freund und Nachbar.

Der Sing/Songwriter Kasper Buch aus Tondern stattete seinem väterlichen Freund Flemming vor wenigen Wochen einen Besuch ab und hatte seine Gitarre dabei.

Offenheit im Angesicht des Todes

Pedersen sprach offen über seine Situation. Er beschönigte nichts, dramatisierte aber auch nicht. In einer Videobotschaft, die nach seinem Tod veröffentlicht wurde, formulierte er es nüchtern: Er sei weder „vorausgegangen“ noch „von uns gegangen“ – er sei tot. Es sei eine „sehr besondere Reise“ gewesen seit der Diagnose der unheilbaren Krebserkrankung. Und er habe sich gut damit gefühlt, diesen Weg zu teilen.

Diese Klarheit berührte viele. Seine Beiträge wurden kommentiert, geteilt, weitergetragen – auch von Menschen, die ihn nicht persönlich kannten. Sein Dialekt, sein trockener Humor und seine Direktheit berührten auch Fremde.

Bitte um Spenden statt Blumen

Auch für seine Beisetzung fand er klare Worte. Wer überlege, Blumen mitzubringen, solle wissen: Er selbst werde weder Freude noch Trauer darüber empfinden, „denn ich bin ja nicht mehr hier“, wie er in einem Facebook-Post feststellt.. Stattdessen regte er an, lieber an die dänische Krebshilfe „Kræftens Bekæmpelse“ zu spenden. Eine Blume sei schön, schrieb er, aber eine Spende könne dazu beitragen, dass künftige Patientinnen und Patienten bessere Hilfe erhielten als er – eine pragmatische, solidarische und zugewandte Bitte zum Abschied. Er hängte seinem Facebook-Post auch gleich den Spendenlink an – damit es alle leichter haben.

Ein Vermächtnis der Haltung

Flemming Erik Pedersen hat in den vergangenen Monaten vielen Menschen gezeigt, dass man über Krankheit und Sterben sprechen kann, ohne in Floskeln zu verfallen – und damit anderen sicherlich auch Mut gemacht. Aus den „wenigen Monaten“ wurden immerhin fast 14.

Der Trauergottesdienst findet am Mittwoch, 18. Februar, ab 13 Uhr in der Kirche zu Bröns statt.