Deutsch-Dänisch

100 Videos zur Wiedervereinigung: Museum gibt TV-Clips ein zweites Leben

Kaj Nielsen sitzt vor einem Bildschirm im Obergeschoss eines Museums.
Im „Genforenings- og Grænsemuseet“ informieren kurze „TV-Syd“-Videoclips Besucher über die Geschichte der deutsch-dänischen Grenze.

Wer sich im Grenzmuseum bei Christiansfeld ins Obergeschoss aufmacht, landet vor einem großen Bildschirm – und mitten in der Geschichte zur Zeit der Volksabstimmung 1920. 100 Videoclips vom Sender „TV Syd" aus dem Jubiläumsjahr 2020 beleuchten Menschen, Orte und Ereignisse rund um die alte und neue deutsch-dänische Grenze.

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Zusammenfassung

  • Im Grenzmuseum bei Christiansfeld zeigen 100 kurze „TV-Syd“-Videos die Geschichte der Volksabstimmung von 1920 und der deutsch-dänischen Grenze.
  • Die Clips aus dem Jubiläumsjahr 2020 stellen Personen, Orte und Ereignisse vor.
  • Museumsleiter Kaj Nielsen hat selbst an einigen Clips mitgewirkt.

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Es geht die Treppe hoch am Koldingvej 52 in Frederikshøj. Oben ein kleiner offener Raum, neue, breite Holzsitzbänke stehen vor einem großen Bildschirm. Wer einen Blick hinter die Brüstung nach unten wirft, sieht die Ausstellung des „Genforenings- og Grænsemuseet“ bei Christiansfeld. Hier im Museum, platztiert an dem Ort,  wo zwischen 1864 und 1920 die preußisch- bzw. deutsch-dänische Grenze lag, dreht sich alles um die Zeit von 1848 bis 1920, als Dänemark die Wiedervereinigung mit Nordschleswig feierte.

„Läuft der Fernseher? Es dauert so zwei Minuten, er springt automatisch an“, ruft Kay Nielsen, der Vorsitzende des Museums, die Treppe hoch. Der schwarze Bildschirm belebt sich. Kaj Nielsen setzt sich dazu, schaut mit und meint: „Das sind insgesamt 100 Videos, sie dauern jeweils etwa eine Minute, du kannst hier jetzt also gute eineinhalb Stunden verbringen.“

Clips für das Jubiläumsjahr 2020

Der Sender „TV Syd“ hatte diese Videoclips für das Jubiläumsjahr 2020 produziert, als die dänische Bevölkerung „Genforening“ feierte. 2020 war es 100 Jahre her, dass per Volksabstimmung die deutsch-dänische Grenze Richtung Süden verlegt wurde, nachdem Preußen und Österreich nach gewonnenem Krieg 1864 die Grenze nach Norden verlegt hatten.

Die Videos beleuchten Themen und Orte, stellen Personen und ihr Wirken vor und erzählen anhand von Objekten die Geschichte der Abstimmung. Es gibt reichlich Themen. Nicht alle Menschen südlich und nördlich der Grenze waren mit dem Resultat glücklich.

Zweites Leben für die Clips

Es geht in den Beiträgen etwa um den Ersten Weltkrieg und dessen Folgen, um König Christian X. und seinen Ritt über die alte Grenze, und beispielsweise auch um das Pferd, auf dem er saß, das einen Grabstein im Norden Dänemarks bekam – diese Geschichte erzählt der Museumsvorsitzende Kaj Nielsen.

Das Grenzmuseum bei Christiansfeld

„TV Syd“ strahlte 2020 nach eigener Angabe immer in den 22-Uhr-Nachrichten eine Folge aus. Dem Sender zufolge waren die Videoclips jedoch auf einer externen Homepage und nicht direkt bei „TV Syd“ zu finden. Auch nahm das Interesse am Thema im Laufe des Jahres ab. So sagte sich der Sender, dass die Videos ein zweites Leben haben sollten.

Kaj Nielsen freut sich, den Videos zu diesem zweiten Leben zu verhelfen. „Absolut professionell gemacht“, sagt er zu den Clips, mit denen er nun das Museum bereichert.

Überraschender Anruf

„Ich habe in fünf oder sechs Folgen mitgemacht. Ich wusste also von der Reihe, aber der Anruf mit der Frage, ob ich gern die 100 Videos haben wolle, kam sehr überraschend. Das war überwältigend.“

Das Museum sorgte dann für den Bildschirm und die Sitzbänke im 1. Stock. „Die Filme kommen an. Es sitzt nun aber keiner 100 Minuten lang vor dem Bildschirm, aber die Leute sind interessiert“, so Kaj Nielsens Eindruck.

Unten in der Ausstellung gibt es einen komprimierten, sieben Minuten langen Zusammenschnitt – in Dänisch und in Deutsch. Die Übersetzung habe in den Händen einer 9. Klasse der Deutschen Schule Hadersleben (Haderslev) gelegen, berichtet Kaj Nielsen.