Fussball

Der populärste Deutsche in Dänemark ist tot

Sepp Piontek wurde 2021 am Rande des WM-Qualifikationsspiels gegen Österreich im „Parken“ für seine Verdienste um den dänischen Fußball geehrt.

Sepp Piontek ist im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.

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Zusammenfassung

  • Der frühere dänische Fußball-Nationaltrainer Sepp Piontek ist im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.
  • Der Deutsche führte Dänemark in den 1980er-Jahren zu EM- und WM-Teilnahmen und prägte den Wandel vom Amateur- zum Profi-Fußball.
  • Piontek blieb bis ins hohe Alter im dänischen Fußball aktiv und galt als einer der beliebtesten Deutschen in Dänemark.

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Die Skepsis war groß, als 1979 ausgerechnet ein Deutscher den Posten als Fußball-Nationaltrainer Dänemarks übernahm, doch die Dänen haben ihn schnell in ihre Herzen geschlossen. Sepp Piontek wurde zum populärsten Deutschen in Dänemark überhaupt. Jetzt ist er im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.

Stehende Ovationen gab es minutenlang bei seinem letzten öffentliche  Auftritt vor großer Kulisse, das legendäre Lied „Re-Sepp-Ten“ von 1986 schallte aus der Lautsprechern, als er 2021 am Rande des WM-Qualifikationsspiels zwischen Dänemark und Österreich für seine Verdienste um den dänischen Fußball geehrt wurde.

Grundstein gelegt

„Wir verabschieden uns nach einer langen, treuen und beeindruckenden Karriere, besonders für den dänischen Fußball. Er hat den Grundstein dafür gelegt, wo wir heute stehen“, meinte damals schon DBU-Fußball-Direktor Peter Møller.

Sepp Piontek war von 1979 bis 1990 dänischer Nationaltrainer und konnte den dänischen Fußball an die Weltspitze heranführen. Der Deutsche führte Dänemark zur EM 1984 und 1988 sowie zur erstmaligen WM-Teilnahme 1986.

In seiner aktiven Zeit der Piontek war als beinharter Verteidiger bekannt, als er von 1960 bis 1972 für Werder Bremen spielte. Er absolvierte zudem sechs Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft.

Elf Jahre lang Nationaltrainer Dänemarks

Seine Trainer-Laufbahn begann er bei Werder Bremen, danach folgten die Stationen Fortuna Düsseldorf, die haitianische Nationalmannschaft und FC St. Pauli, bevor er 1979 zum dänischen Nationaltrainer ernannt wurde.

Der dänische Fußball war damals von Amateurismus geprägt, doch Piontek krempelte mit seiner deutschen Disziplin alles um und hatte Erfolg. 

Nach einem Sieg im Wembley-Stadion gegen England qualifizierte sich Dänemark für die Europameisterschaft 1984. Dort besiegte die dänische Auswahl in der Gruppenphase Jugoslawien und Belgien, bevor sie im Halbfinale nach Elfmeterschießen gegen Spanien ausschied.

Piontek blieb in Dänemark

In der anschließenden WM-Qualifikation zeigte Dänemark einige seiner besten Leistungen überhaupt und qualifizierte sich für die Endrunde 1986 in Mexiko. Dort beeindruckte Dänemark mit drei Siegen in der Gruppenphase gegen Schottland, Uruguay und Deutschland. Im Achtelfinale musste man sich jedoch erneut Spanien geschlagen geben.

Piontek trat 1990 als dänischer Nationaltrainer zurück und wurde türkischer Nationaltrainer. Später trainierte er AaB und Silkeborg in der Superliga. Der Deutsche, der bis zu seinem Tod seinen Lebensmittelpunkt in Dänemark hatte, stand bis 2021 noch für die dänische Oldboys-Nationalmannschaft an der Seitenlinie.