Deutsche Minderheit

Hinrich Jürgensens letzte Lobby-Reise nach Kiel

BDN-Chef Hinrich Jürgensen wünschte dem Gremium für die Zukunft alles Gute (Archivfoto).

Informieren und Kontakte pflegen. Das war für die Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheit erneut das zentrale Ziel, als sie am Montag an einer Sitzung des Nordschleswig-Gremiums im Schleswig-Holsteinischen Landtag teilnahmen. Denn die Unterstützung aus Kiel ist wichtig, wenn etwa Mittel für das Campus-Projekt in Apenrade in Berlin lockergemacht werden sollen. 

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Zusammenfassung

  • Hinrich Jürgensen nahm nach 19 Jahren als BDN-Hauptvorsitzender letztmalig an einer Sitzung des Nordschleswig-Gremiums in Kiel teil.
  • Im Mittelpunkt stand das vom Bundestag mit 14 Millionen Euro geförderte Campus-Projekt am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig.
  • Die enge Zusammenarbeit mit schleswig-holsteinischen Abgeordneten bleibt für die deutsche Minderheit zentral, künftig vertreten durch eine Nachfolge Jürgensens.

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Hinrich Jürgensen hat sich in seinen 19 Jahren als Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) regelmäßig mit Politikerinnen und Politikern aus Schleswig-Holstein getroffen. Das Nordschleswig-Gremium tagt zweimal pro Jahr. Am Montag hat er zum letzten Mal an einer der Sitzungen teilgenommen.

„Ich habe mich für die langjährige Unterstützung des Gremiums bedankt“, sagt er auf dem Weg von Kiel zurück nach Nordschleswig.

Im Gremium sind sowohl Landtags- als auch Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein vertreten. Bei der Sitzung am Montag waren es vornehmlich die Vertretenden des BDN, die die deutschen Politikerinnen und Politiker über eine Reihe von Themen informiert haben. 

Unterstützung für das Campus-Projekt

Generalsekretär Uwe Jessen berichtete über den Stand der Dinge beim Campus-Projekt am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig. Im November des vergangenen Jahres hat der Bundestag dafür 14 Millionen Euro (rund 104,5 Millionen Kronen) für das Projekt bewilligt.

„Wir sagten, dass wir uns sehr über das Geld freuen, denn es ist ein wichtiges Projekt für die Minderheit“, so Jürgensen.

Das Campus-Projekt sei ein gutes Beispiel dafür, warum die engen und regelmäßigen Kontakte zu den Politikerinnen und Politikern aus Schleswig-Holstein so wichtig sind. Lange stand das Projekt auf der Kippe, denn die Mittel aus Berlin blieben aus.

Ich bin überzeugt, dass meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger genauso positive Erfahrungen mit dem Gremium machen wird wie ich.

Hinrich Jürgensen

Ein Brief des dänischen Gegenübers des Gremiums, des Folketingsausschusses für die deutsche Minderheit, war schließlich entscheidend. Voraussetzung war jedoch auch, dass sich Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein über die Jahre hinweg für das Projekt eingesetzt hatten.

„Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Unterstützung der Mitglieder des Gremiums war sehr wichtig“, sagt der Hauptvorsitzende.

Großes Netzwerk von entscheidender Bedeutung

Daher sei es wichtig, das Gremium über die Entwicklungen in der Minderheit auf dem Laufenden zu halten und es zu informieren, wo der Schuh drückt.

„Die Abgeordneten verfügen über ein großes Netzwerk. So erreichen wir über sie wesentlich mehr Leute, als wenn wir nur selbst vorsprechen.“

Bei der kommenden Gremiumssitzung wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge statt Hinrich Jürgensen entweder Claudia Knauer oder Stephan Kleinschmidt teilnehmen.

„Ich habe dem Gremium für die Zukunft alles Gute gewünscht und gesagt, dass ich überzeugt bin, dass meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger genauso positive Erfahrungen mit ihm machen wird wie ich.“

Nordschleswig-Gremium

Das Gremium besteht aus:

  • Neun Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtages
  • Sechs Bundestagsabgeordneten
  • Vom BDN: Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen, Schulrätin Simone Sippel Pedersen, Generalsekretär Uwe Jessen, 2. Vorsitzender Jasper Andresen und Sekretariatsleiter Harro Hallmann (als ständiger Gast)
  • Als ständige Gäste: unter anderem der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten Johannes Callsen und der Gesandte an der deutschen Botschaft in Kopenhagen, Markus Bollmohr.