Umwelt

Die grüne Dreierabsprache – das bedeutet sie für uns

Die Apenrader Förde ist ein Gewässer, das von der grünen Dreierabsprache profitieren soll.

Die grüne Dreierabsprache zielt auf saubere Gewässer und mehr Natur. Neue Feuchtgebiete und Wälder sollen Stickstoff reduzieren und CO₂ speichern. Bürgerinnen und Bürger können aktiv zur Umsetzung beitragen.

Veröffentlicht Geändert

Zusammenfassung

  • Die grüne Dreierabsprache soll in Nordschleswig Gewässer wie die Flensburger und Apenrader Förde durch weniger Nährstoffeinträge entlasten.
  • Geplant sind neue Feuchtgebiete, Wälder und wiedervernässte Moore, um Stickstoff zu filtern und CO₂ dauerhaft zu binden.
  • Bürgerinnen und Bürger können sich über Naturschutzorganisationen, lokale Beteiligung und Flächenbereitstellung aktiv an den Projekten beteiligen.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

„Die Flensburger Förde ist tot“ oder „Sorgenkind Flensburger Förde“, so lauten unter anderem Überschriften in den Medien. Doch nicht nur dieses Gewässer ist gefährdet, auch die Apenrader Förde und andere Gewässer an der dänischen Ost- und Westküste sind bedroht. Das ist schlimm, finden viele, denn die Gewässer sind nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch für die Menschen. Schuld sind unter anderem Stickstoffeinleitungen aus den umgebenden Gebieten. Die grüne Dreierabsprache (grøn trepart) soll das ändern – vor allem lokal.

Einfluss auf die Menschen im Landesteil

Mehr Wald, sauberere Förden und besserer Schutz für Klima und Trinkwasser: Das sind die Ziele der Absprache. Sie betrifft nicht nur Politik und Landwirtschaft. Die Absprache wird den Alltag vieler Menschen in Nordschleswig spürbar beeinflussen. Und sie eröffnet auch konkrete Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Darauf weist Stadtratsmitglied Erik Uldahl Hansen (Sozialdemokratie) in der Kommune Apenrade (Aabenraa) hin.

Grøn trepart geht uns alle an.

Erik Uldahl Hansen

„Grøn trepart geht uns alle an“, sagt er. Es sei ein gemeinsamer Kampf, um den Klimawandel vielleicht doch noch in den Griff zu bekommen und die Umwelt zu schützen, so der Apenrader zu der Absprache, die im vergangenen Jahr getroffen wurde.

„Die Vereinbarung hat direkten Einfluss auf unsere Natur, unsere Gewässer und letztlich auf unsere Lebensqualität“, sagt Hansen. Ziel sei es, CO₂ zu senken und Stickstoffeinträge zu reduzieren, indem neue Naturgebiete geschaffen werden. 

Grøn Trepart – die grüne Dreierabsprache

Die drei Bereiche Regierung, Landwirtschaft und Naturschutz haben sich 2024 auf eine Reihe von Maßnahmen geeinigt, um die Klimaziele zu erreichen und mehr natürliche Flächen und Artenvielfalt zu schaffen. Dänemark ist laut EU-Statistik das naturärmste Land in der EU. 

Zugestimmt haben im Folketing:

  • Sozialistische Volkspartei, Liberale Allianz, Konservative, Radikale Venstre und die Regierungsparteien Sozialdemokratie, Venstre und Moderate

Abgelehnt haben:

  • Dänische Volkspartei, Dänemarkdemokraten, Alternative und Einheitsliste

Hauptpunkte:

  • Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft deutlich reduzieren
  • Mehr Wald- und Renaturierungsgebiete in Dänemark (250.000 und 140.000 Hektar)
  • Bis 2045 die landwirtschaftlich genutzte Fläche um 17 Prozent reduzieren
  • 43 Milliarden Kronen für Umgestaltung der Landfläche
  • CO₂-Steuer für Emissionen aus der Tierhaltung (als erstes Land der Welt)
  • Sechs neue nationale Naturparks

Quelle: regeringen.dk

Das Stadtratsmitglied sitzt im Ausschuss für Technik und ländliche Räume, der sich mit der Umsetzung der grünen Dreierabsprache beschäftigt – „auch direkt vor Ort“, wie Uldall Hansen sagt. 

Im Landesteil geht es vor allem um zwei Bereiche, bei denen die Absprache einsetze: den Schutz des Grundwassers sowie die Wiedervernässung von Flächen.

Porträt eines älteren Mannes im Sakko vor weißem Hintergrund
UMWELTPOLITIK: Ein Kommunalpolitiker erläutert, wie die grüne Dreierabsprache Gewässer, Moore und Wälder in Nordschleswig besser schützen soll.

Für viele Menschen zeigt sich der Nutzen ganz konkret vor Ort. Die Förden und Küstengewässer in der Region leiden seit Jahren unter zu vielen Nährstoffen aus der Landwirtschaft. Das führt zu Sauerstoffmangel und beeinträchtigt die Tier- und Pflanzenwelt.

Die grüne Dreierabsprache setzt hier an. Neue Feuchtgebiete sollen Stickstoff aus dem Wasser filtern, bevor er in Bäche, Förden und ins Meer gelangt. Das kann helfen, den Zustand von Gewässern wie der Flensburger Förde langfristig zu verbessern.

Das bedeutet auch: bessere Bedingungen für Badegäste, Angler und Wassersportler.

Mehr Wald und neue Naturflächen in der Region

Ein weiterer sichtbarer Effekt wird in der Landschaft zu sehen sein. In den kommenden Jahren sollen neue Wälder entstehen und frühere Moorgebiete wieder vernässt werden. Die Moore speichern CO₂, das bisher durch Austrocknung dieser Flächen freigesetzt wurde. Die Vernässung stoppt den Prozess. Das Klimagas wird stattdessen wieder im Boden gespeichert.

Die Karte zeigt mögliche Gebiete in der Kommune Apenrade, die renaturiert werden können.

Der Staat stellt dafür rund 40 Milliarden Kronen bereit, um Flächen aufzukaufen oder Landwirte zu entschädigen. „Die Landschaft wird sich verändern“, sagt Hansen. „Wir werden mehr zusammenhängende Naturgebiete sehen.“

Für Bürgerinnen und Bürger entstehen dadurch neue Möglichkeiten zur Naherholung – zum Spazierengehen, Radfahren oder einfach, um Natur zu erleben. Dasselbe gilt für Gäste aus nah und fern.

Alle können selbst aktiv werden

Die grüne Dreierabsprache richtet sich nicht nur an Behörden und Landwirte. Auch die Menschen vor Ort können ihren Beitrag leisten. Hansen nennt mehrere Möglichkeiten:

  • Mitglied in Naturschutzorganisationen werden und Projekte unterstützen.
  • Sich an lokalen Diskussionen und Anhörungen beteiligen.
  • Bei Wahlen bewusst entscheiden, welche Politik man unterstützen will.
  • Als Grundeigentümer selbst Flächen für Naturprojekte bereitstellen oder verkaufen.

„Jede Stimme und jedes Engagement hat Bedeutung“, betont Hansen.

Kommune gestaltet Umsetzung vor Ort

Auch die Kommunen spielen eine wichtige Rolle. So arbeitet die Kommune Apenrade bereits daran, geeignete Flächen für neue Naturgebiete zu finden. 

Nicht jedes Projekt werde sich umsetzen lassen, meint Erik Uldahl Hansen. Doch die Richtung sei klar: weniger belastete Gewässer, mehr Natur und langfristiger Schutz für Klima und Umwelt.

Breite Unterstützung – aber noch wenig öffentliche Aufmerksamkeit

Ein besonderes Merkmal der Dreierabsprache ist die breite Unterstützung. Neben Parteien im Folketing beteiligen sich auch Umweltorganisationen und Landwirtschaftsvertretungen wie Spiras. „Ein großes Lob an die Landwirtinnen und Landwirte, die sich für diese Sache starkmachen“, meint Hansen.

Trotz der großen Bedeutung ist das öffentliche Interesse bisher begrenzt, stellt Hansen fest, hofft aber, dass sich das ändert. „Es geht um unsere Natur und unsere Gewässer. Davon profitieren wir alle. Wir müssen besser werden, die Botschaft an alle heranzutragen.“