Wirtschaft

Keine Lösung im Dosendilemma: Grenzhändler klagen gegen EU-Verpackungsordnung

Zwei Personen laden Getränkedosen von einem Einkaufswagen in ein Auto auf einem Parkplatz.
Der Grenzhandel boomt weiter in Südschleswig.

Verpackungsverordnung: Die EU plant ab 2029 einheitliches Dosenpfand. Grenzhändler und die Gemeinde Harrislee fürchten um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die IGG Grenzhandel hat bereits Klagen eingereicht.

Veröffentlicht Geändert

Zusammenfassung

  • Der Grenzhandel mit Dosengetränken ist für Harrislee ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit vielen dänischen Kunden.
  • Durch Exportbescheinigungen sparen dänische Käufer derzeit Pfand und Steuern auf in Deutschland gekaufte Dosen.
  • Ab 2029 sieht die neue EU-Verpackungsverordnung ein einheitliches Dosenpfand vor, das Grenzhändler als Gefahr für Jobs und Steuereinnahmen betrachten.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Der Grenzhandel ist in Harrislee (Harreslev) ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Viele Dänen fahren mit leeren Autos und sogar Anhängern über die Grenze, um sich kurz dahinter mit Bier- und Limonadendosen einzudecken. 

Wer eine Exportbescheinigung ausfüllt, kann die zahlreichen Dosen mit über die Grenze nehmen und spart sich das Pfand von 25 Cent pro Dose und zahlt weniger Steuern auf seine alkoholischen Getränke als in Dänemark.

Wirtschaftsfaktor in Harrislee

Der Grenzhandel ist in Harrislee ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Viele Dänen fahren mit leeren Autos und sogar Anhängern über die Grenze, um sich kurz dahinter mit Bier- und Limonadendosen einzudecken. 

Wer eine Exportbescheinigung ausfüllt, kann die zahlreichen Dosen mit über die Grenze nehmen und spart sich das Pfand von 25 Cent pro Dose und zahlt weniger Steuern auf seine alkoholischen Getränke als in Dänemark.

2024 folgte der nächste Vorstoß im Dosendilemma: Die EU verabschiedete eine neue Verpackungsverordnung, die unter anderem auch die Abgabe von Dosenpfand regelt. Demnach soll in allen europäischen Ländern ein Pfand auf Einweggetränkeverpackungen erhoben werden. In Kraft treten soll das Ganze 2029. Das heißt, wenn ein Däne dann in Deutschland Dosen kauft, müsste er deutsches Pfand darauf zahlen, das er sich nicht in Dänemark zurückholen kann.

IGG kämpft dagegen

Eine Tatsache, die den Betreibern der Grenzläden schwer im Magen liegt. Sie haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen: der IGG Grenzhandel. Ihr Vorsitzender ist Erik Holm Jensen, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. „Wir haben schon einige Kriege gefochten“, erzählt er. Bereits mehrere Male habe die IGG es geschafft, die Einführung des Dosenpfands zu verhindern.

Dabei seien die Händler gar nicht gegen die Einführung eines Pfands: „Wir würden uns ein europaweites einheitliches System wünschen. Das wäre eine hervorragende Idee“, sagt Erik Holm Jensen. Es sei bereits ein System in der Diskussion gewesen, das es dem Käufer ermögliche, sein Leergut überall zurückzugeben und den gleichen Betrag dafür zu bekommen. „Doch leider hat sich die Idee nicht durchgesetzt.“

Grenzhändler wollen Verpackungsordnung nicht hinnehmen

Die Verabschiedung der neuen Verpackungsordnung wollen die Grenzhändler jedoch nicht so hinnehmen. Daher hat die IGG im vergangenen Jahr gleich zwei Klagen eingereicht. Passiert sei bisher noch nichts. „Ich kann nur so viel dazu sagen. Wir sind wohl nicht die Einzigen, die gegen diese Verpackungsordnung klagen“, sagt Erik Holm Jensen.

Auch wenn 2029 noch etwas hin ist, hätten die Grenzhändler einen ganz genauen Blick darauf, wie sich die Lage weiterentwickelt. „Planung ist in diesem Geschäft das A und O“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft. Schließlich seien im Grenzhandel zurzeit bisher bis zu 3.000 Menschen angestellt.

Auch die Gemeinde Harrislee verfolgt die Entwicklung genau. Denn die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien für die zurzeit klamme Gemeinde nicht unerheblich. „Sie machen rund 40 Prozent unserer Gewerbesteuereinnahmen aus“, sagt Bürgermeister Martin Ellermann.