Deutsche Minderheit

Nachwuchs fehlt: BDN-Ortsverein sieht große Aufgaben vor sich

Konzentriert verfolgen Ortsvereinsmitglieder den Bericht des Vorsitzenden.

Der Rothenkruger Ortsverein kämpft mit Nachwuchssorgen. Trotz Bemühungen bleiben Erfolge aus. Die Versammlung zeigt die dringende Notwendigkeit neuer Kräfte.

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Zusammenfassung

  • Der BDN-Ortsverein Rothenkrug leidet unter fehlendem Nachwuchs und sinkender Beteiligung.
  • Trotz Werbeaktionen an der Schule und politischem Engagement bleiben neue Mitstreiter und Delegierte aus.
  • Langjähriges Engagement wie das von Fredrik Christensen wird gewürdigt, doch Nachfolger und ein Spitzenkandidat fehlen weiterhin.

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Der fehlende Nachwuchs und sinkende Beteiligung haben die Generalversammlung des Ortsvereins Rothenkrug im Bund Deutscher Nordschleswiger geprägt. Vorsitzender Gerhard Mammen sprach die Lage offen an – und fand dafür deutliche Zustimmung unter den Anwesenden.

„Wenn wir uns hier umschauen, sehen wir: Es fehlen junge Leute“, sagte Mammen während der Versammlung, die kurzfristig im Hotel Røde-Kro in Rothenkrug (Rødekro) stattfand. Ein Wasserschaden in der Deutschen Schule Rothenkrug hatte zuvor einen Umzug notwendig gemacht. Das Problem sei jedoch kein rein lokales Thema der deutschen Minderheit, sondern spiegle eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung wider, so Mammen.

Zur Verdeutlichung schilderte Mammen eine persönliche Erfahrung: Selbst der örtliche Sportverein habe ihn kürzlich angerufen und gefragt, ob er den Vorsitz übernehmen wolle – obwohl er seit rund 20 Jahren keinen Bezug mehr zum Verein habe. „Das zeigt, wie die Situation ist“, sagte er. Der Ortsverein brauche dringend neue Kräfte.

Mann spricht vor sitzenden Vereinsmitgliedern in einem kleinen Versammlungsraum.
Gerhard Mammen verliest seinen Jahresbericht.

Engagement – aber ohne sichtbaren Erfolg

Der Vorstand habe versucht, gegenzusteuern. Mitglieder, darunter Kassiererin Kerstin Jürgensen und Dirk Jürgensen, hätten an der Schule Flyer verteilt, um Eltern für die Arbeit im Ortsverein zu interessieren. Die Materialien entstanden mit Unterstützung der BDN-Expertin Sally Flindt-Hansen. „Und trotzdem – selbst das hat nicht geholfen, wie wir hier sehen“, stellte Mammen mit Blick in die Runde fest.

Auch politisch sieht der Vorsitzende Handlungsbedarf. Zwar wurden die Kommunalpolitiker Erwin Andresen und Kurt Asmussen erneut gewählt, dennoch habe die Schleswigsche Partei Stimmen verloren. Bei der Wahlanalyse sei deutlich geworden, dass insbesondere Zugezogene kaum erreicht wurden. Zudem habe die Kommunikation rund um die Schließung der Schule in Rapstedt (Ravsted) dem Vertrauen geschadet. Und: „Uns fehlt ein Spitzenkandidat in Apenrade“, fasste Mammen zusammen.

Gerhard Mammen äußerte dann Kritik am DSSV-Hauptvorstand und seinem Umgang und der Kommunikation bezüglich der finanziellen Folgen der DKA-Krise. Speziell fragt er nach den Aufgaben und der Verantwortung, die seiner Auffassung nach bei der Geschäftsführung für den Kindergartenbereich liegen müssten. Zu den konkreten Vorwürfen hat „Der Nordschleswiger“ die Betroffenen und Verantwortlichen im Haus Nordschleswig am Freitagmittag um Stellungnahme gebeten. Eine Antwort ist noch ausstehend.

Gerhard Mammen wünscht sich insgesamt eine bessere Kommunikation vonseiten des BDN.

Lob für langjähriges Engagement

Neben den kritischen Worten gab es auch einen Moment großer Anerkennung. Mammen würdigte Fredrik Christensen, der das Vereinsblatt „Immer watt“ zwei Jahrzehnte lang redigiert und herausgegeben hat. Dafür erhielt Christensen langen Applaus der Mitglieder. Christensen ist derweil im Urlaub und konnte das Lob nicht persönlich entgegennehmen. Das solle aber nachgeholt werden, so der Vorsitzende. 

Eine Nachfolge ist bislang jedoch nicht in Sicht. Bis sich jemand finde, werde das Blatt vorerst nicht erscheinen. Die Terminübersicht will Gerhard Mammen deshalb zunächst selbst koordinieren und an die Mitglieder weitergeben.

Vorstand bestätigt – Delegiertenplätze bleiben unbesetzt

Bei den Wahlen wurden Gerhard Mammen als Vorsitzender sowie Irmgard Hänel in ihren Ämtern bestätigt. Gegenkandidaturen gab es nicht. Auch Revisor Carl Uwe Lorenzen wurde wiedergewählt.

Enttäuschung zeigte sich anschließend bei der Suche nach Delegierten für die kommende BDN-Delegiertenversammlung: Aus der Versammlung meldete sich niemand. Der Platz fällt damit an den Gesamtverband zurück und kann von anderen Ortsvereinen besetzt werden. Vorstandsmitglieder kämen nicht infrage, da sie bereits an anderer Stelle delegiert seien, erklärte Mammen.

Der Mitgliedsbeitrag bleibt unverändert bei 60 Kronen im Jahr.