Nordschleswigsche Gemeinde

Ein Jahr der Wechsel im Pfarrbezirk Buhrkall

Drei ältere Männer stehen lächelnd nebeneinander in einem schlichten Versammlungsraum.
Kommen und Gehen im Pfarrbezirk Buhrkall: Georg Thomsen (links) scheidet als Kirchenältester aus. Nachfolger wird Horst Leithoff (rechts). Pastor Carsten Pfeiffer tritt im Sommer in den Ruhestand.

Pastor Carsten Pfeiffer geht in den Ruhestand, Kirchenältester Georg Thomsen tritt ins zweite Glied und die langjährige Kirchenvertreterin Karin Petersen ist weggezogen: Im Pfarrbezirk Buhrkall gibt es so manche Veränderung. Für die Nachfolge von Thomsen konnte ein altbekanntes Gesicht aus der Gemeinde gefunden werden.

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Zusammenfassung

  • Im Pfarrbezirk Buhrkall steht ein Jahr mit vielen personellen Veränderungen an.
  • Pastor Carsten Pfeiffer geht in den Ruhestand und Kirchenältester Georg Thomsen gibt sein Amt nach zwölf Jahren ab.
  • Nachfolger als Kirchenältester wird Horst Leithoff, der die Kinder- und Jugendarbeit stärken und eng mit dem Vorstand zusammenarbeiten will.

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Die alljährlichen Versammlungen der Pfarrbezirke in der Nordschleswigschen Gemeinde sind im Stile einer Generalversammlung eine formelle und daher eher trockene Angelegenheit. Bei der Versammlung des Pfarrbezirks Buhrkall (Burkal) ging es kürzlich recht dynamisch und auch etwas emotional zu, denn im Pfarrbezirk stehen so manche Veränderungen an. 

Pastor Carsten Pfeiffer geht im Sommer in den Ruhestand, und Kirchenältester Georg Thomsen gibt seinen Posten nach 12 Jahren Amtszeit ab. 

„Das habe ich schon im vergangenen Jahr angekündigt. Nun ist es geglückt, einen Nachfolger zu finden“, so Thomsen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. Der 69-Jährige wird dem Pfarrbezirk als Mitglied des Kirchenvorstandes erhalten bleiben. 

Nachfolger wird ein bekanntes Gesicht der Deutschen Gemeinschaft und der Gemeinde. Horst Leithoff aus der Nähe von Jeising (Jejsing) hat sich bereit erklärt, den Posten des Kirchenältesten zu übernehmen.

Auf der Generalversammlung bedankte sich Georg Thomsen noch einmal ausdrücklich bei Pastor Pfeiffer für dessen Wirken und für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. 

Ein Dank galt auch der ehemaligen Stemmilterin Karin Petersen, die viele Jahre Kirchenvertreterin war und wegen Umzugs den Kirchenvorstand verlässt. Georg Thomsen hatte Blumen für das scheidende Vorstandsmitglied besorgt.

Blumen werden nachgereicht

„Karin musste kurz vor der Versammlung krankheitsbedingt leider absagen. Ich habe die Blumen dann meiner Frau gegeben. Das passte mit dem Valentinstag ja zufällig ganz gut. Sie hat sich ganz schön gewundert, aber auch gefreut“, berichtet Georg Thomsen mit einem Lachen. Die Kosten für Blumen habe er selbstverständlich übernommen. „Die Blumen für Karin werden natürlich nachgereicht.“

Er habe seinen Posten im Pfarrbezirk gern bekleidet und sich gern für die Gemeinschaft in der Kirchengemeinde engagiert, betont Georg Thomsen. 

Der Amtsantritt geschah unerwartet. „Ich wurde ins kalte Wasser geschubst. Es machte mir aber nichts aus, denn ehrenamtliches Engagement in der Minderheit war mir immer schon wichtig“, sagt der 69-Jährige.

Älterer Mann mit Brille steht in einem hellen Raum mit Bücherregalen im Hintergrund.
Georg Thomsen gibt den Posten als Kirchenältester im Pfarrbezirk Buhrkall nach 12 Jahren ab, bleibt der Gemeinde aber als Vorstandsmitglied erhalten.

Der damalige Kirchenälteste Alfred Petersen und Vorstandskollegin Elke Lorenzen fuhren auf einmal auf den Hofplatz seines Zuhauses bei Osterhoist (Øster Højst). „Wir waren gerade dabei, Theatertexte zu üben“, erinnert sich Georg Thomsen, der das Laienspielhobby mit seiner Gattin teilt.

„Elke und Alfred fragten mich, ob ich den Posten übernehmen würde. Ich sagte schließlich ja“, so Thomsen rückblickend.

Er wurde auf Schlag nicht nur Mitglied des Kirchenvorstandes, sondern umgehend Kirchenältester – quasi Vorsitzender. „Das Kirchenleben in der Minderheit und die Gemeinschaft in den Pfarrbezirken ist eine feine Sache“, so Thomsen zu seiner Motivation, sich an der Seite seiner Vorstandskolleginnen und -kollegen einzubringen.

Enger Kontakt zu Pastor Pfeiffer

Einen regen Austausch hatte er dabei mit Pastor Carsten Pfeiffer, der ebenfalls neu im Pfarrbezirk war. „Wir haben uns gut verstanden, haben viele Telefonate geführt und uns regelmäßig getroffen. Unsere Treffen dauerten nie unter zwei Stunden. Es wurde der vergangene Monat Revue passiert und auf die kommenden Monate geschaut. Wir waren gemeinsam auch viel bei Kirchentagen in Deutschland“, erwähnt Georg Thomsen.

Man könne insgesamt von einem guten Zusammenhalt im Pfarrbezirk sprechen. Auch das Verhältnis zu und die Zusammenarbeit mit der dänischen Gemeinde seien immer besser geworden. 

„Es gibt bei uns aber ein Sorgenkind: die normalen Gottesdienste. Es kommen immer weniger. Dabei sind sie eigentlich das i-Tüpfelchen des kirchlichen Miteinanders. Bei Hochzeiten, Konfirmationen, Taufen oder anderen Festgottesdiensten sieht es mit der Teilnahme anders aus. Es ist leider unausgewogen“, stellt Thomsen fest.

Die junge Generation ins Boot holen

Eine Herausforderung sei es, junge Leute für das kirchliche Miteinander zu gewinnen und sie für die Mitarbeit im Kirchenvorstand zu bewegen. „Das ist aber überall ein Problem. Dennoch muss man da ansetzen“, so Thomsen.

Die Kinder- und Jugendarbeit – von Konfirmandenaktivitäten über Jugendfreizeiten bis hin zum Kontakt zu Schulen und Kindergärten – sei auch im Pfarrbezirk durchaus vorhanden. Es müsse nach Möglichkeit ausgebaut werden, meint Georg Thomsen.

Für den Kirchenvorstand rückt die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für Carsten Pfeiffer in den Mittelpunkt. „Sein Abschiedsgottesdienst ist am 14. Juni. Offiziell aus dem Amt scheidet er am 31. Juli“, erwähnt der noch amtierende Kirchenälteste. 

Um eine noch stärkere Schnittfläche zu nachfolgenden Generationen zu bekommen, „würde ich mir wünschen, dass eine Pastorin oder ein Pastor mit Familie herkommt; dass Kinder dabei sind, die bei uns den Kindergarten und die Schule besuchen. Die Pastorin oder der Pastor würden dann noch mehr vom Leben in der Minderheit mitbekommen“, sagt Georg Thomsen.

So sieht es auch sein Nachfolger. „Das wäre in der Tat wünschenswert, ohne dass es die Arbeit und das Wirken von Carsten Pfeiffer abwerten soll. Es gibt unterschiedliche Lebensmodelle“, sagt Horst Leithoff.

Wiederkehr als Kirchenvertreter

Der Jeisinger, Jahrgang 1955, ist noch zu Zeiten von Pastor Günther Barten Kirchenvertreter gewesen und kehrte vor einigen Jahren in den Vorstand zurück. Nun erklärte er sich bereit, das Amt des Kirchenältesten zu übernehmen. 

„Ich habe Erfahrungen mit Vorstandsarbeit, und ich glaube, dass es mir für die Arbeit als Kirchenältester zugutekommt“, so Leithoff.

Übergeordnet messe er der Kinder- und Jugendarbeit ebenfalls große Bedeutung bei, wie er sagt. Wie man in diesem Bereich wichtige Impulse setzen kann, werde er eng mit dem Vorstand abstimmen. So soll es auch bei anderen Themen sein, ergänzt der kommende Kirchenälteste, dessen Ernennung noch von der Delegiertenversammlung Mitte April bestätigt werden muss.