Deutsche Minderheit

So gibt die deutsche Minderheit 2026 ihr Geld aus

BDN-Hauptgeschäftsführer Bernd Søndergaard gibt einen Einblick in die 2026-Finanzen der Minderheit.

Finanzierung: Die deutsche Minderheit in Nordschleswig rechnet 2026 mit einem Umsatz von 420 Millionen Kronen. Die Zuschüsse aus der Bundesrepublik und dem Land Schleswig-Holstein steigen.

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Zusammenfassung

  • Die deutsche Minderheit in Nordschleswig rechnet 2026 mit einem Umsatz von rund 420 Millionen Kronen und erhält höhere Zuschüsse aus Deutschland und Schleswig-Holstein.
  • Der größte Ausgabenposten sind Personalkosten von etwa 300 Millionen Kronen.
  • Für 2026 sind umfangreiche Investitionen in Schulgebäude, Energiesparmaßnahmen, Asbestsanierungen und das Campus-Projekt in Apenrade geplant, wodurch andere Bauprojekte teils zurückstehen müssen.

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Die deutsche Minderheit in Nordschleswig gleicht aus wirtschaftlicher Sicht gesamtgesehen einem mittelgroßen dänischen Betrieb: So knackt die Minderheit auch 2026 die Umsatzmarke von 400 Millionen Kronen.

Die Finanzierung der deutschen Minderheit kommt teils aus der Bundesrepublik Deutschland, vom Land Schleswig-Holstein, von den vier nordschleswigschen Kommunen, vom dänischen Staat (Kulturministerium und Unterrichtsministerium) sowie Eigenbeteiligungen/Einnahmen unter anderem von Eltern und Veranstaltungen.

2026 rechnet der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), die Dachorganisation der Minderheiten-Verbände, dass der Umsatz bei etwa 420 Millionen Kronen liegen wird.

„Ganz genau kann man dies vorher nie sagen, weil einige Einnahmen von den Zahlen an den Schulen und Kindergärten abhängen“, sagt Bernd Søndergaard, Hauptgeschäftsführer des BDN. „Hinzu kommen im Laufe des Jahres vielleicht noch weitere Projekte mit Geld aus anderen Töpfen wie zum Beispiel Stiftungen, Unternehmen oder Ähnlichem.“

2026 mehr Geld

Sowohl aus Schleswig-Holstein als auch aus der Bundesrepublik Deutschland kommt 2026 mehr Geld als im Vorjahr. Die sogenannten Bundesmittel sind um knapp 1,9 Millionen Kronen (254.000 Euro) gestiegen, um Preis- und Gehaltssteigerungen abzufangen.

Der neue vierjährige Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein beinhaltet zum einen einen neuen Posten über gut 700.000 Kronen für das Deutsche Museum in Sonderburg und darüber hinaus eine Steigerung der jährlichen Förderung der Schulen um 1,5 Prozent:

  • 2025: 2,33 Millionen Euro
  • 2026: 2,36 Millionen Euro
  • 2027: 2,39 Millionen Euro
  • 2028: 2,41 Millionen Euro

Für Gehälter gibt die Minderheit 2026 um die 300 Millionen Kronen aus. Das ist auf der Ausgabenseite der weitaus größte Posten.

Geplante Investitionen 2026

Neben der finanziellen Unterstützung für den täglichen Betrieb, erhält die deutsche Minderheit auch Geld für Investitionen. Im Schulbereich bekommt die Minderheit vom dänischen Staat in diesem Jahr 3,6 Millionen Kronen. Dieser Betrag wird von Jahr zu Jahr neu berechnet. Grundlage sind die Investitionen, die die vier nordschleswigschen Kommunen im Schulbereich tätigen.

Dieses Geld wird 2026 eingesetzt, um die Mängelliste abzuarbeiten, die das Gebäudemanagement der Minderheit 2025 erarbeitet hat.

„Wir haben 60 eigene Standorte und Immobilien und haben eine Mängelliste in Höhe von 28 Millionen Kronen“, erklärt Bernd Søndergaard. Im Fokus seien zunächst die Härtefälle auf der Liste: „Dadurch, dass wir Aufgaben sammeln können und gemeinsame Ausschreibungen machen, bekommen wir mehr für unser Geld.“

1,1 Millionen Kronen gespart

Als Beispiel nennt Søndergaard das Nachfugen von Mauerwerk – an 13 Schulen sollte etwas gemacht werden. Hätte jede einzelne Institution ein Angebot eingeholt, hätte die Minderheit laut dem externen Sachverständigen Christian Møller, mit dem die Minderheit zusammenarbeitet, um die 3 Millionen Kronen dafür ausgeben müssen. 

Durch eine gemeinsame Ausschreibung wird die Arbeit jetzt für 1,9 Millionen Kronen gemacht.

Weitere Arbeiten, die 2026 getätigt werden sollen, sind Energiemaßnahmen, neue Stahlträger an einigen Standorten sowie die Bekämpfung von Ungeziefer.

Aus dem Land Schleswig-Holstein kommen 2026 außerdem 90.000 Euro, die für die Sanierung von Asbest-Dächern an der Nachschule in Tingleff und der Fördeschule in Gravenstein eingesetzt werden sollen.

Campus-Projekt und ungeklärte Fragen

Aus dem Bundeshaushalt erhält die deutsche Minderheit in diesem Jahr 627.000 Euro. Wie die eingesetzt werden sollen, ist noch unklar. Grund dafür ist der einmalige Betrag von 104 Millionen Kronen aus der Bundesrepublik Deutschland für das Campus-Projekt in Apenrade, wo ein neuer Kindergarten, ein neues Internat sowie zwei neue Klassenräume (vom dänischen Staat finanziert und bereits in Betrieb genommen) entstehen sollen.

Der Betrag wird – beginnend 2026 – über die nächsten fünf Jahre an die Minderheit überwiesen. Haushaltstechnisch ist der Stand, dass allerdings auch die 627.000 Euro jährlich mit ins Projekt fließen.

„Das würde bedeuten, dass wir in den kommenden fünf Jahren neben dem Campus-Projekt keine anderen Baumaßnahmen in der Minderheit durchführen können. Das geht nicht“, sagt der BDN-Hauptgeschäftsführer, der neben der Mängelliste auch auf eine lange Investitions-/Bedarfsliste in Höhe von 150 Millionen Kronen verweist. Das sind kleine und mittelgroße Projekte an den Minderheiten-Immobilien.