Deutsch-Dänisch

Grenzmuseum Frederikshøj: Ohne Ehrenamt keine Erinnerung

Kaj Nielsen steht vor einer Vitrine mit historischen Fotos und Dokumenten im Museum.
Kaj Nielsen bewahrt Gegenstände, die Geschichte erzählen, vor dem Vergessen.

Was einst auf 80 Quadratmetern begann, ist heute ein lebendiger Erinnerungsort. Möglich wird das durch ein engagiertes Team Ehrenamtlicher – und einen Vorsitzenden, der es versteht, Menschen für das Museum zu gewinnen.

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Zusammenfassung

  • Das Grenzmuseum Frederikshøj bewahrt mit rund 5.000 bis 6.000 Exponaten die Geschichte der deutsch-dänischen Grenzziehung von 1920.
  • Viele Fundstücke von privaten Dachböden werden vor dem Vergessen gerettet und digital erfasst, um sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  • Der stark gewachsene Museumsbetrieb mit heute 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche beruht auf dem Engagement von 42 Ehrenamtlichen um den Vorsitzenden Kaj Nielsen.

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Jedes Ausstellungsstück hat eine Geschichte, und Kay Nielsen kennt sie alle. Feines Porzellan mit Dannebrog, ein original erhaltener Schlagbaum von 1920, Uniformen, Fotografien, Plakate und, und, und. 

„Es sind so 5.000 bis 6.000 Ausstellungsstücke inklusive Archiv“, sagt Kaj Nielsen, Vorsitzender des Grenzmuseums in Frederikshøj bei Christiansfeld (Genforenings og Grænsemuseet). Den Überblick über die Exponate sichert der Computer. „Wir haben eine digitale Lösung, wir schauen nach und sehen, wo sich das Stück befindet. Da sind wir sehr froh drum“, sagt der Museumsvorsitzende. 

Das Museum beschäftigt sich mit der Grenzziehung von 1920 und beleuchtet die Zeit davor. Sie erzählt, wie es zur Wiedervereinigung kam, die sich die dänisch gesinnten Menschen im Landesteil wünschten, nachdem Nordschleswig 1864 deutsch geworden war.

Kampf gegen das Vergessen

Erstaunlich viele Sachen haben die Reise ins 21. Jahrhundert geschafft. Trotzdem: Kaj Nielsen kämpft gegen das Vergessen an. „Die Leute finden etwas auf dem Dachboden, zu dem sie keinen Bezug mehr haben“, sagt er. Mit ein wenig Glück kann er die Dinge vor dem Vergessen und Verschrotten bewahren, indem das Museum sie ausstellt. 

Das Museum selbst hat mittlerweile eine über 30-jährige Geschichte. Dessen Betrieb machen die vielen freiwilligen Mitarbeitenden erst möglich. Kaj Nielsen rechnet nach und kommt auf 42. „Der Älteste ist 95“, sagt er. Das Geheimnis, warum Kaj Nielsen Menschen dazu bewegen kann, sich im Museum zu engagieren, scheint ein wenig in seiner verschmitzten Art zu liegen. 

Kaj Nielsen fragt nach

Er fragt bei passender Gelegenheit einfach nach. So kommt es, dass aus einem „später einmal“ ein „Jetzt wird und aus einem Nein ein Ja“ wird – oder eine Ehefrau gibt dem Ehemann die Order: „Das ist was für dich, das musst du machen.“ Auch schon vorgekommen.

Im Eingang blickt Kaj Nielsen auf ein Foto. Zu sehen ist ein kleines Einfamilienhaus. Dort nahm das Grenzmuseum seinen Anfang – auf 80 Quadratmetern. Nun sind es 400 Quadratmeter, auf denen die Besucherinnen und Besucher die deutsch-dänische Geschichte erfahren – im Galopp oder in gemächlichem Tempo, je nach Interesse. „Die einen sind in zehn Minuten fertig, und die anderen verbringen hier Stunden“, sagt Kaj Nielsen. 

Es kommen Busgruppen, Schulklassen und andere Interessierte. Wenn die Schulklassen das Thema vorher durchgehen, dann sind sie interessiert und schauen sich die Sachen wirklich an, hat Kaj Nielsen beobachtet. Er schaut mit Tatendrang auf das Jahr 2026. Im vergangenen Jahr musste er aus privaten Gründen zurückstecken.