Kongsmark-Affäre

Tonderner Stadtrat nimmt ausgeschimpfte Verwaltung in Schutz

Stadtrat nimmt ausgeschimpfte Verwaltung in Schutz

Stadtrat nimmt ausgeschimpfte Verwaltung in Schutz

Kongsmark
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Die neuen Ferienhütten/-häuser in Kongsmark sind vielen ein Dorn im Auge. Foto: Karin Riggelsen

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Nach der geübten Kritik wollen sich die Kommunalabgeordneten den Visionsplan für die Insel neu vorknöpfen und im Herbst neue Gespräche führen. Nach der Haushaltslesung standen die Beamten der Kommune Rede und Antwort.

In der heftigen und zum Teil schonungslos geführten Debatte über das umstrittene Kongsmark-Projekt auf Röm sind hochrangige Angestellte der Kommune Tondern an den Pranger gestellt worden. Nun stellte sich der Stadtrat vor seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Der Stadtrat bedauert aufrichtig die Art und Weise, wie öffentlich über dieses Projekt diskutiert wird. Das ist sowohl unwürdig als auch ungerecht gegenüber unserer Verwaltung und den vielen tüchtigen Angestellten“, erklärt Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei).

Nach der ersten Haushaltslesung am vergangenen Donnerstag hatte die Verwaltung dem Stadtrat die Vorgänge unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgelegt. Es sei ein gründlicher Durchgang gewesen. Alle hätten die Möglichkeit gehabt, Fragen zu stellen. Anschließend wurden die Abläufe intern erörtert.

 

Besonders von Sommerhausbesitzerinnen und -besitzern werden den Beamtinnen und Beamten sowie den Politikerinnen und Politikern unter anderem Fehlverhalten, Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Ein Ferienhauseigentümer hat sogar zwei Beamte und drei Politiker – darunter auch Bürgermeister Jørgen Popp Petersen – bei der Polizei angezeigt.

„Wir hoffen alle, dass sich die Diskussion auf ein normales Niveau einpendeln wird. In einer Startphase kommt es immer zu außerordentlichen Beeinträchtigungen. Es ist verfrüht, sich ein Bild vom endgültigen Ergebnis zu machen, da es noch eine Baustelle ist“, so Popp Petersen.

Der Stadtrat steht zum Bebauungs- und Kommunalplan, den alle 31 Stadtratsmitglieder gutgeheißen haben. Damit ist die Bauerlaubnis aus rechtlicher Sicht korrekt erteilt worden.

Jørgen Popp Petersen

Über längere Zeit habe die Diskussion in den Medien und intern bei der Kommune viel Platz eingenommen. Die Diskussion sei teilweise auf einer falschen Grundlage geführt worden, bedauert Jørgen Popp Petersen.

„Der Stadtrat steht zum Bebauungs- und Kommunalplan, den alle 31 Stadtratsmitglieder gutgeheißen haben. Damit ist die Bauerlaubnis aus rechtlicher Sicht korrekt erteilt worden. Der Stadtrat unterstreicht, dass man der kommunalen Verwaltung vertraut. Aber wir haben auch erkannt, dass man aus dieser Sache seine Lehren ziehen muss“, erläutert der Bürgermeister.

Neubewertung der Kompetenzen

„Wir werden als Erstes eine Neubewertung der kommunalen Kompetenzpläne vornehmen. Unsere Absprache sieht auch vor, dass wir uns den Entwicklungsplan für Röm nochmals vorknöpfen, damit wir die Wünsche der Insel in Bezug auf ihre Zukunft kennen.“

Der Inhalt des Entwicklungsplans wurde vor seiner Verabschiedung im Vorfeld in mehreren Arbeitsgruppen unter Teilnahme lokaler Bürgerinnen und Bürger, des Touristikvereins und der Kommune diskutiert.

Im Herbst soll zu einem neuen Treffen zwischen Kommune, Lokalrat, Touristikverein usw. einberufen werden, bei dem eine Bestandsaufnahme über den Plan für Röm vorgenommen wird.

Die Verwaltung habe die Bauaufsicht. Das, was gebaut werde, müsse mit der Planungsgrundlage übereinstimmen. Die Baugenehmigung erlaube den Bau von 13 ganzjährig bewohnten Häusern und eines Hotelkomplexes mit 36 Hütten/Sommerhäuser, heißt es in einer Pressemitteilung von Jørgen Popp Petersen.

Bis jetzt wurde erlaubt, 9 der 13 Ganzjahreshäuser in Gebrauch zu nehmen. Die Inbetriebnahme der restlichen wird im Herbst erwartet.

Staatsbehörde gab grünes Licht

Die Kommune werde weiter die Entscheidung der Wohnungs- und Planungsbehörde befolgen, um so die von der Verwaltung der Staatsbehörde gegebenen Zulassung, in Bezug auf die Vermietung, zu sichern.

Popp Petersen hat seit jeher daran festgehalten, dass auch außerhalb der Hochsaison auf der Insel mehr Arbeitsplätze, mehr Tourismus und Feriengäste gewünscht sind. Auch der Bau eines Badehotels in Lakolk wurde von den lokalen Kräften unterstützt. 

 

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