Denkmalschutz

Wassermühle Krusau: Schritt für Schritt für den Erhalt und die Verwandlung

Veröffentlicht Geändert
Die Gesellschaft „Danmarks Kulturarv“ hat sich das Ziel gesteckt, die Krusauer Wassermühle zu bewahren (Archivfoto).

Die Denkmalschutzgesellschaft „Danmarks Kulturarv“ hat die Krusauer Wassermühle vor dem Abriss bewahrt. Für die historische Immobilie gibt es große Pläne, die allerdings nicht von heute auf morgen zu realisieren sind. So soll es weitergehen.

Die ganz großen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen können noch nicht eingeleitet werden. „Dafür muss erst der Flächennutzungsplan geändert werden, der auf den Abriss der alten Wassermühle ausgerichtet worden war“, berichtet Jens Aaberg, eine der treibenden Kräfte und Mitbegründer der Gesellschaft „Danmarks Kulturarv“.

Diese Interessengesellschaft zum Schutz kulturhistorischer Gebäude hatte der Kommune Apenrade vor knapp zwei Jahren die marode Krusauer Wassermühle für einen symbolischen Betrag von zwei Kronen abgekauft und damit den bereits beschlossenen Abriss verhindert.

Prioritätenliste

Die Krusauer Wassermühle wäre beinahe abgerissen worden.

Vor der angestrebten Restaurierung und Umwandlung in ein Kultur- und Geschichtscenter stehen erst einmal kleinere Maßnahmen nach einem Dringlichkeitsprinzip an. „Das Dach ist provisorisch abgedichtet worden, um die Trakte vor Regen zu schützen. Kürzlich sind Bäume vor der Wassermühle gefällt worden. Sie drohten, beim nächsten Sturm auf das Gebäude zu kippen. Für diese Arbeiten stellen sich Ehrenamtliche vor Ort zur Verfügung. Wir sind froh, dass wir sie haben“, betont Jens Aaberg.

Die kulturhistorisch interessierten Helferinnen und Helfer gehören dem Freundeskreis „Kruså Vandmølles Venner“ an. Sie sorgen für die Man- und Womanpower beim Aufräumen und Sichern der Trakte. Für die großen Sanierungsarbeiten sollen später Fachfirmen herangezogen werden. Bis sie in Aktion treten können, muss nicht nur der Flächennutzungsplan angepasst werden. Es müssen vor allem auch Gelder generiert werden.

Das marode Dach musste provisorisch abgedichtet werden, um weitere Schäden am Mühlengebäude zu verhindern.

Örtliche und überregionale finanzielle Unterstützung

Die Verantwortlichen von „Danmarks Kulturarv“ hoffen, dass finanzielle Unterstützung vor Ort und darüber hinaus von Stiftungen und Organisationen zu bekommen ist, die ein Interesse am Erhalt einer kulturhistorischen Immobilie wie der Krusauer Wassermühle haben. Die Geschichte der Mühle lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Das aktuelle, heruntergekommene Mühlengebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Über die Homepage der Gesellschaft können Privatpersonen und Firmen Förderanteile kaufen. Bislang sind dabei 30.000 Kronen zusammengekommen, bestätigt Aaberg. Bei einem Volumen von mehreren Millionen Kronen für das Gesamtprojekt ist das nicht gerade viel. „Wir stehen aber auch noch am Anfang, und es sind von anderer Stelle bereits Fördergelder gewährt worden“, so Aaberg. Als Architekt weiß er, was es mit der Restaurierung und dem Umbau solcher alten Trakte auf sich hat.

Unterstützung in Höhe von 250.000 Kronen hat es unter anderem von der Stiftung BHJ-Fonden gegeben. Für Sanierungsmaßnahmen im Südflügel der Mühlenimmobilie hat die Landdistriktorganisation LAG (Lokal aktionsgruppe) zudem 320.000 Kronen zugesagt.

Nicht zu verachten ist laut der Initiatorengruppe auch die Unterstützung örtlicher Firmen und Handwerker. Sie stellten und stellen Maschinen, Arbeitskraft sowie Material zur Verfügung. Vom Baumarkt „Bygma“ gab es unter anderem Holz für Restaurierungsmaßnahmen.

Laut Aaberg beträgt die bisherige Fördersumme rund 650.000 Kronen. Das Ziel, für die allerwichtigsten Restaurierungsarbeiten eine Million Kronen zusammenzubekommen, rückt näher.

Zur Freude von „Danmarks Kulturarv" gibt es für den Erhalt der Wassermühle örtliche und überregionale Unterstützung.
Fürs Ausbessern und Stabilisieren im Mühlengebäude spendete ein örtlicher Baumarkt Holz.

Netzwerk aufbauen

Der Gesellschaft schwebt im Frühling ein Infotreffen für Interessenorganisationen, Firmen und potenzielle Kooperationspartnerinnen und -partner vor. Es soll der nächste Schritt für das Mühlenprojekt werden. Je mehr Unterstützung es für das Projekt aus dem Lokalbereich und auch aus anderen Teilen Dänemarks gibt, „desto größer sind die Aussichten, mit Anträgen bei Stiftungen erfolgreich zu sein“, erwähnt Jens Aaberg.

Beim Freundeskreis „Kruså Vandmølles Venner“ soll es an praktischer Unterstützung nicht fehlen, betont H. C. Thordsen. Er ist Initiator, Koordinator und Sprecher der Gruppe.

„Der Freundeskreis besteht aus 26 Personen, die sich jeden zweiten Freitag treffen und verschiedene Aufgaben erledigen. Es sind meist Ortsansässige, die am Erhalt der Wassermühle interessiert sind. Es sind aber auch einige von außerhalb dabei“, bemerkt H. C. Thordsen.

Die Gruppe ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer trifft sich alle zwei Wochen, um im maroden Wassermühlengebäude und auf dem Gelände davor aufzuräumen oder dringende Instandhaltungsaufgaben zu erledigen.

Er steht im regelmäßigen Austausch mit den Verantwortlichen von Danmarks Kulturarv und bringt eigene Ansätze mit Sicht auf das Grenzland ein. Thordsen denkt in Sachen finanzieller und praktischer Hilfe unter anderem an Interreg-Mittel für grenzüberschreitende Gemeinschaftsprojekte.

Es biete sich an, mit der Krusauer Wassermühle, zusammen mit dem nahe gelegenen Kupfermühlen-Museum, die hiesige Kultur- und Industriegeschichte zu erzählen, so Thordsen.

Balkenschleppen für die Wassermühle
Auch um das Gelände vor dem Mühlengebäude kümmert sich der Freundeskreis (Archivfoto).

Vor 300 und 400 Jahren sei der Großraum Krusau mit der metallverarbeitenden Kupfermühle eine industrielle Hochburg mit mehr als 300 Beschäftigten gewesen. „Das zu vermitteln und dabei die Krusauer Wassermühle ein Teil sein zu lassen, ist doch eine spannende Sache“, meint Thordsen.

Er stehe im Kontakt mit Susanne Rudloff, der Leiterin des Kupfermühlenmuseums, und habe mit ihr über eine gemeinsame, grenzüberschreitende Geschichtsvermittlung gesprochen. Man wolle in Kontakt bleiben und Kooperationsmöglichkeiten ausloten, so Thordsen.