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Fußballer aus der 2. Division reisen mit DBU in die Slowakei

Fußballer aus der 2. Division reisen mit DBU in die Slowakei

Fußballer aus der 2. Division reisen mit DBU in die Slowakei

Kopenhagen
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Dieser Mannschaftsbus fuhr am DBU-Hauptquartier in Koenhagen vor, um die bislang unbekannten Gesichter für das Länderspiel gegen die Slowakei abzuholen. Foto: ClausBech/Ritzau Scanpix

Nach einer Absagenflut der Auslands-Profis sowie der Kicker aus der Superliga und der 1. Division wird Dansk Boldspil-Union (DBU) mit einer Auswahl voller unbekannter Namen zum Fußball-Länderspiel in die Slowakei fliegen.

Ein Einsatz in der Nationalmannschaft ist für alle Fußballer ein Kindheitstraum. Dieser war für Andreas Offenberg bis vor wenigen Tagen noch weit entfernt und komplett unrealistisch, doch der Konflikt zwischen dem dänischen Fußball-Verband und den dänischen Nationalspielern macht es möglich. Der 30-jährige Stürmer von Zweitdivisionär Avarta war der erste Name der Spieler für das Slowakei-Länderspiel am Mittwochabend, der an die Öffentlichkeit gedrungen ist.

Andreas Offenberg ist mit fünf Toren aus sechs Spielen für den Rødovre-Klub Avarta aktueller Torschützenkönig der 2. Division.

Später konnte TV2 Fyn berichten, dass Tarup/Paarup aus der 2. Division fünf Spieler für die DBU-Auswahl abstellen wird. Darunter auch Torwart Victor Larsen, so Sport Fyn.

Aus Furcht vor Sanktionen von der UEFA zieht Dansk Boldspil-Union (DBU) die Länderspiel gegen die Slowakei und Wales mit einer äußerst ungewöhnlichen Auswahl durch.

„Wir haben die Nachricht bekommen, dass die beiden Spiele absolviert werden müssen, und das tun wir. Wir bieten die stärkest mögliche Mannschaft auf. Ich habe den größten Respekt vor den Spielern und die Trainer, die sich bereit erklärt haben, denn sie tun es nicht für DBU noch für die Spieler, sondern für Dänemark“, sagt DBU-Direktor, der bis zum Abflug der Maschine in Richtung Slowakei die Namen der Spieler verheimlichte: „Es sind einige erfahrene Spieler aus der 1. und 2. Division. Wir hatten auch einige Superliga-Spieler dabei, aber wir haben ihnen empfohlen abzusagen, weil sie schikaniert werden würden. Einige der Spieler sind am Telefon beschimpft worden.“

Aufgrund von Streitigkeiten hauptsächlich um Werbeverträge kam es bislang nicht zu einer Einigung mit dem Stammpersonal der dänischen Auswahl. Sollte DBU keine Mannschaft für die Spiele finden, drohen Sanktionen der UEFA - bis hin zu einer Sperre und einem Ausschluss von der EM 2020. Laut UEFA gilt das ausdrücklich auch für den Test in der Slowakei.

Schon beim Frauenteam hatte es Dissonanzen gegeben, sodass ein WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden abgesagt werden musste. Die UEFA hatte daraufhin gedroht, dass bei einer Wiederholung eine Sperre drohe. Der DBU wurde im vergangenen November mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt.

Dänemarks Nationalspieler können das Verhalten des Verbandes nicht verstehen.

„Die DBU erzählt eine Geschichte, in der wir als gierig erscheinen und so, als hätten wir nichts anderes als unseren Geldbeutel im Sinn“, sagt Christian Eriksen: „Aber es sind wir Spieler, die dem Verband jedes Jahr einen beträchtlichen Millionenüberschuss bescheren. Es ist nicht in Ordnung, dass von uns ein falsches Bild als Schurken gezeichnet wird. Das ist unfair.“

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