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Pokalfinale wird für SønderjyskE zum Albtraum

Pokalfinale wird für SønderjyskE zum Albtraum

Pokalfinale wird für SønderjyskE zum Albtraum

Aarhus
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Randers jubelt über die frühe 2:0-Führung. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Aus dem Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung und einem neuen Europapokal-Abenteuer wurde ein Albtraum. SønderjyskE war im Pokalfinale bereits nach sechs Minuten am Rande eines Knockouts und erholte sich vom Schockstart des Gegners nicht mehr.

Es hätte die große Pokalsause werden sollen, doch die Party war schon nach wenigen Minuten vorbei. Zumindest für die SønderjyskE-Fußballer, die die entscheidenden Fehler machten und den Gegner auf die Siegerstraße schickten.

Randers FC nahm die Geschenke des Gegners an, führte nach sechs Minuten bereits mit 2:0 und kontrollierte danach Spiel und Gegner. Am Ende sprang für SønderjyskE eine deftige und demütigende 0:4-Klatsche heraus. Der Sieg fiel mit Sicherheit um einige Tore zu hoch aus, doch Randers FC ist zweifelsohne der verdiente Pokalsieger.

SønderjyskE hatte im Vorjahr aus der Außenseiterrolle heraus ein nahezu optimales Spiel hingelegt und den Favoriten AaB ausgetanzt, doch in diesem Jahr fand SønderjyskE nicht die richtige Anspannung und erholte sich nie vom Schockstart.

Lawrence Thomas schlägt den Ball in der zweiten Minute selbst ins Netz. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Für SønderjyskE ist eine bittere Pille in vielerlei Hinsicht. Es ist nicht nur ein verpasster Titel und ein geplatztes Abenteuer auf europäischer Bühne. Im Kampf um den Anschluss zur oberen Tabellenhälfte werden die lukrativen 25-30 Millionen Kronen oder sogar noch mehr aus dem internationalen Geschäft nicht in die eigene, sondern in die Tasche eines direkten Konkurrenten aus dem Superliga-Mittelfeld fließen. Die Summe entspricht in etwa dem Jahresetat für den Spielerkader, auch für den Rivalen aus Randers, der im Kampf um die Top-6-Platzierungen in der kommenden Saison einen Vorsprung haben wird.

Erinnerungen wurden wach an das grausame Schicksal an jenem Abend vor fünf Jahren in Prag, als SønderjyskE ebenfalls vor dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League und einem finanziellen Jackpot standen, aber in den Schlussminuten noch abgefangen wurden.

SønderjyskE hat mit der Klatsche im Pokalfinale den Sprung in einen erlauchten Kreis von sechs Vereinen verpasst, die einen Pokalsieg erfolgreich verteidigt haben. Nach dem Jahrtausendwechsel sind es lediglich zwei Klubs, die das geschafft haben. Nach Vejle Boldklub (1958-59), AGF (1960-61), Randers Freja (1967-68) und Lyngby Boldklub (1984-85) haben der FC Nordsjælland (2010-11) zwei Pokaltitel in Folge und der FC København (2015-17) sogar drei Pokalsiege hintereinander gefeiert.

Rilwan Hassan hatte den Anschlusstreffer auf dem Fuß. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Glen Riddersholm hatte sich in der Torwartfrage für Lawrence Thomas und gegen die Nummer eins im Pokal, Nicolai Flø, entschieden und dabei möglicherweise aufs falsche Pferd gesetzt. Der Australier schlug nach einer Ecke von Erik Marxen den Ball selbst ins Tor und bescherte dem Gegner einen Traumstart. Ein unerklärlicher Patzer bei seiner Paradedisziplin, die Strafraumbeherrschung. Einen solchen hatte er bereits in der Europa-League-Qualifikation gegen Viktoria Plzen hingelegt und den Gegner auf die Siegerstraße gebracht.

Noch bevor sich die SønderjyskE-Kicker von dem Schock erholt hatten, zappelte der Ball erneut im eigenen Netz. Pierre Kanstrup fälschte eine Flanke ab und spielte Mathias Greve frei, der den Ball sicher versenkte. 2:0 nach gut sechs Minuten.

Randers FC stellte sich mit der Führung im Rücken hinten rein und parierte die Angriffsversuche des Gegners, stand dabei nicht immer sattelfest, doch auf Torwart Patrik Carlgren war Verlass. Rilwan Hassan hatte zwei dicke Chancen, scheiterte aber an Carlgren.

Der SønderjyskE-Trainer stellte zur zweiten Halbzeit von einer 3-5-2- auf eine 4-4-2-Formation und schickte mit Emil Holm und Emil Frederiksen zwei offensiv ausgerichtete Spieler ins Rennen. Die Hoffnungen auf ein Comeback wurden aber im Keim erstickt. Ein völlig ungedeckter Simon Piesinger köpfte nach einer Ecke in der 53. Minute zum 3:0 ein.

Kopfballduelle gab es auf beiden Seiten viele. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Das war die Vorentscheidung. SønderjyskE bemühte sich zwar noch, kam aber nur zu wenigen Torchancen. Emil Frederiksen scheiterte wieder am überragenden Carlgren im Randers-Tor und musste den Kopf schütteln, als Randers in der 81. Minute mit einem Konter den Sack zumachte.

Randers FC - SønderjyskE (2:0) 4:0

1:0 Lawrence Thomas (Eigentor/2.), 2:0 Mathias Greve (7.), 3:0 Simon Piesinger (53.), 4:0 Mathias Greve (81.)

Randers: Patrik Carlgren – Mikkel Kallesøe (80.: Simon Graves), Simon Piesinger, Erik Marxen, Björn Kopplin – Mathias Greve (88.: Mathias Nielsen), Simon Berg Johnsen (88.: Nikola Maleusnic), Frederik Lauenborg, Tosin Kehinde (70.: Tobias Klysner) – Vito Hammershøy-Mistrati (80.: Jesper Lauridsen) – Marvin Egho.

SønderjyskE: Lawrence Thomas – Stefan Gartenmann, Pierre Kanstrup, Patrick Banggaard (46.: Emil Holm) – Jeppe Simonsen, Rilwan Hassan (65.: Mads Albæk), Victor Mpindi (74.: Bård Finne), Julius Eskesen (46.: Emil Frederiksen), Marc Dal Hende – Haji Wright (74.: Peter Buch Christiansen), Anders K. Jacobsen.

Gelbe Karten: Mikkel Kallesøe – Julius Eskesen, Mads Albæk, Marc Dal Hende.

Schiedsrichter: Morten Krogh. VAR-Schiedsrichter: Mads-Kristoffer Kristoffersen.

Zuschauer: 7.981.

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