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Eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte

Eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte

Eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte

Hadersleben/Haderslev
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Klaus Rasmussen (rechts) kann es kaum glauben, dass seine SønderjyskE-Mannschaft zum zweiten Mal in Folge im Pokalfinale steht. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Zum zweiten Mal in Folge stehen die SønderjyskE-Fußballer in einem Pokalfinale. Der erste Titelgewinn vor einem Jahr war ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte, ein zweiter Pokalsieg würde einen Geldsegen bedeuten.

Es steht nicht nur ein Titel auf dem Spiel, wenn sich die Fußballer von SønderjyskE und Randers FC am kommenden Donnerstag, 13. Mai, ab 15 Uhr in Aarhus gegenüberstehen. Der neue dänische Pokalsieger wird direkt in die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbes einziehen.

Es steht für SønderjyskE so viel Geld auf dem Spiel wie seit Jahren nicht mehr. Nur einmal ging es um eine höhere Summe. Der damalige Vizemeister verpasste 2016 bei seinem ersten Europapokal-Abenteuer nach bitteren Schlussminuten gegen Sparta Prag den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Dieser hätte den Jackpot von 40 bis 50 Millionen Kronen mit sich geführt, weil SønderjyskE damals einziger skandinavischer Vertreter in der Europa League gewesen wäre und den gesamten Fernsehpool abgesahnt hatte. Das Pokalfinale ist also in finanzieller Hinsicht eines der absolut wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte.

„Neben der Jagd nach Trophäen ist das Pokalfinale auch finanziell sehr reizvoll. Es gehört in finanzieller Hinsicht in die gleiche Kategorie wie damals in Prag, denn ein Pokalsieg würde uns in einen europäischen Wettbewerb einziehen lassen“, sagt SønderjyskE-Direktor Klaus Rasmussen zum „Nordschleswiger“.

Nach dem Pokalsieg 2020 gab es coronabedingt nur ein Europapokal-Spiel gegen Viktoria Plzen – auf den Pokalsieger 2021 warten mindestens acht Begegnungen auf europäischer Bühne. Foto: Karin Riggelsen

Randers FC oder SønderjyskE wird in der Playoff-Runde der Europa League einsteigen. Kann sich der Pokalsieger hier durchsetzen, zieht er in die Gruppenphase der Europa League ein. Bei einer Niederlage geht es in die Gruppenphase der neu geschaffenen Conference League, der drittbeste europäische Wettbewerb nach der Champions League und Europa League.

Einnahmen von mindestens 20 Millionen Kronen

Die Summen in der Conference League sind kleiner als in der Champions League oder der Europa League, aber lohnen würde es sich allemal. Einnahmen von mindestens 20 Millionen Kronen sind zu erwarten.

„20 Millionen Kronen ist eine Summe, die noch niedrig angesetzt ist. Die Corona-Krise kann die Summe noch beeinflussen, aber sie kann auch höher ausfallen“, meinte Peter Ebbesen von „Divisionsforeningen“ bei Bekanntwerden im Dezember.

Die Einnahmen könnten durchaus auf 25 bis 30 Millionen Kronen steigen. Für SønderjyskE ist das annähernd die gleiche Summe, wie man jährlich für den Spielerkader ausgibt.

Die SønderjyskE-Fußballer sind seit November 2018 im Pokal ungeschlagen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

„Solche Einnahmen würden unsere Möglichkeiten steigern, die Infrastruktur im Klub zu verbessern. Wir haben Eigentümer und Investoren, die angekündigt haben, dass das Geld das erwirtschaftet wird, nicht rausgezogen, sondern im Projekt bleibt, damit wir sportlich die Latte anheben können“, so Klaus Rasmussen.

Es würden aber nicht nur Einnahmen auf SønderjyskE zukommen, auch einige Ausgaben.

„Reiseaktivitäten, Investitionen ins Stadion und auch einen breiteren Spielerkader mit mindestens acht Spielen auf europäischer Bühne müssten eingeplant werden“, sagt der SønderjyskE-Direktor, der sich in erster Linie über die sportlichen Erfolge freut.

Stolz auf die Bilanz der letzten Jahre

„Wir sind stolz und müssen uns auch in den Arm zwicken, dass wir jetzt zum zweiten Mal in Folge in einem Pokalfinale stehen. Das zeigt uns, dass wir Potenzial haben“, meint Klaus Rasmussen, der nach dem geschafften Klassenerhalt auch eine Nachricht an die vielen Kritiker schickt, die in den vergangenen Wochen mit SønderjyskE hart ins Gericht gegangen sind: „Hin und wieder muss man auch mal sehen, was SønderjyskE alles erreicht hat, obwohl wir nicht der Klub mit den stärksten Muskeln sind. Wir haben einen Pokaltitel geholt, wir haben Silbermedaillen gewonnen und wir stehen jetzt seit 14 Jahren ununterbrochen in der Superliga. Viele größere Klubs und Städte würden gerne mit uns tauschen. Die Superliga ist von 14 auf 12 Klubs reduziert worden, und wir gehören weiter dazu. Die Superliga-Zugehörigkeit darf nie zur Selbstverständlichkeit werden. Wir gehen jetzt in ein völlig offenes Pokalfinale und greifen nach dem Titel.“

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