Die Königin an der Westküste

Ein Erlebnis fürs Leben für Groß und Klein

Ein Erlebnis fürs Leben für Groß und Klein

Ein Erlebnis fürs Leben für Groß und Klein

Monika Thomsen
Tondern/Tønder
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Das SP-Quartett vor der Dannebrog: Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Fraktionssprecherin Louise Thomsen Terp, Stadtratsvertreterin Randi Damstedt sowie Stadtratsvertreter Leif Hansen (v. l.) Foto: Jane Rahbek Ohlsen

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Das Gastspiel der Königin hat nicht nur bei jungen Akteuren, sondern auch bei erwachsenen Vertreterinnen und Vertretern der Minderheit Eindruck hinterlassen.

102 Jahre nach der Grenzziehung holte Königin Margrethe am Sonnabend, 6. August, an der Westküste ihren für 2020 geplanten offiziellen Besuch nach.

Nah an dem royalen Geschehen waren auch Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheit, die einen Einblick in ihre Erlebnisse gewähren.

„Es war fantastisch, es herrschte nahezu Volksfeststimmung in Tondern. Und der Umzug mit Gardehusaren war ganz toll", sagt Stadtratspolitikerin Randi Damstedt (Schleswigsche Partei).

Randi Damstedt stellt sich der Königin vor. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

„Schmetterlinge im Bauch"

„Im Rathaus hatte ich einige Schmetterlinge im Bauch. Königin Margrethe strahlte aber eine solche Freundlichkeit aus. Da habe ich mir gesagt, solange ich den Fokus auf die Königin richte, wird es schon gehen“, berichtet SP-Stadtratspolitikerin Randi Damstedt.

Sie ist der Regentin im Alter von zehn Jahren in Køge begegnet, wo die Familie ihres Vaters herkommt.

„Daran erinnere ich mich immer noch. Es ist aber etwas Besonderes, dass man sie begrüßen darf“, so Randi Damstedt. Der Höhepunkt des Tages war für sie ohne Frage der Besuch auf der Dannebrog im Hafen in Havneby.

„Es war etwas ganz Spezielles, diese Atmosphäre einzuatmen“, erläutert sie.

Leif Hansens erste Begegnung mit der Königin Foto: Jane Rahbek Ohlsen

„Ein fantastisches Erlebnis“

„Der ganze Tag war ein fantastisches Erlebnis“, fasst SP-Stadtratspolitiker Leif Hansen aus Lügumkloster (Løgumkloster) seine Eindrücke zusammen. Er hebt insbesondere den Besuch auf dem Königsschiff hervor.

„Generell war der Tag positive Werbung für die Kommune Tondern. Das könnten wir gut wiederholen. Aber das ist wohl wie mit der Tour de France, das wird wohl nichts im nächsten Jahr“, so Hansen mit einem verschmitzten Lächeln.

Es war seine erste Begegnung mit der Majestät. „Das passiert wohl nur einmal im Leben“, so Hansen zu dem Erlebnis.

Er hebt auch den Einsatz der Verwaltungsmitarbeitenden hervor. „Das ist eine große Arbeit, damit alles klappt und zu einer großen Einheit verschmilzt."

Tove Tersbøl leitete das abendliche Singen in Havneby. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Ein aufregender Abend

Der Besuch an Bord sei auch ein aufregendes Erlebnis für seine Frau Linda gewesen. „Sie erhielt vor zwei Jahren die Königliche Verdienstmedaille und hatte wegen Corona noch keine Möglichkeit, dafür zu danken“, so Hansen.

Linda Hansen erhielt die Auszeichnung, da sie vier Jahrzehnte als Pädagogin wirkte. Die Königin habe sich für die Arbeit seiner Frau interessiert.

Als Lügumkloster Gegenstand des Gesprächs wurde, habe sich die Königin erinnert, dass sie 1973 bei der Einweihung des Glockenspiels dabei gewesen sei. Auch ihre Kunstausstellung im „Museum Holmen“ 2005 war gegenwärtig.

Die Königin verabschiedet sich von den Seeleuten. Foto: Elise Rahbek

Neue Kontakte geknüpft

Die Vorsitzende des Sozialdienstes Tondern, Irene Feddersen, gehörte zur Gästeschar des Frokost im „Hotel Tønderhus“.

„Das war ein schönes Erlebnis. Ich saß neben dem nordfriesischen Kreispräsidenten Manfred Uekermann. Er hat den Sozialdienst zu einer Besichtigung nach Sylt eingeladen, wo er wohnt“, berichtet Irene Feddersen.

Ihre jüngste Begegnung mit der Monarchin liegt mittlerweile 24 Jahre zurück. Damals hatte Irene Feddersen eine etwas andere Rolle.

„Das war zum gemeinsamen Besuch mit Bundespräsident Roman Herzog im deutschen Gymnasium in Apenrade. Ich sollte der Königin Kuchen und Kaffee servieren. Ich war so besorgt, dass die Torte in ihrem Schoss landen würde“, erinnert sich Irene Feddersen mit einem Lachen.

Es ging aber alles glatt. Zu den sozialen Vereinen, die beim Frokost vertreten waren, gehörten außerdem „Sind“ und „Broen“.

Ältermann Peter Knudsen im Interview Foto: Privat

Schütze mit royaler Erfahrung

Beim Frokost in Schützenuniform dabei war der Ältermann Peter Knudsen vom Schützenverein Tondern 1693.

Im Vorfeld zeigte eine Delegation der Schützen in der Kogade die Vereinsflagge, als der Tross mit den berittenen Gardehusaren sowie der Landauer mit der Königin und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen und seiner Frau Elsbeth vorbeikam.

Trotz Ferien gelang es, einige Mitglieder aus verschiedenen Altersklassen zusammenzutrommeln.

„Das war schon toll, und es hat Spaß gemacht, es zu sehen“, so Peter Knudsen. Er ist schon bei früheren Visiten der Königin mit dem Schützenverein präsent gewesen. „Wir haben auch viele gute Gespräche mit den Leuten gehabt. Einige interessierten sich dafür, ob wir Ringreiter seien“, so Knudsen.

Louise Thomsen Terp knickst vor der Königin. Kurz vor dem Eintreffen der Königin gab es für die Anwesenden einen Probelauf. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Ein besonderer Tag für die ganze Familie

Ein großer Tag war der 6. August auch im Hause Terp in Toft vor den Toren Tonderns.

„Das war für uns alle ein riesiges Erlebnis, auf das wir uns gefreut hatten. Frida hatte noch am Freitag erwähnt, dass es ihr ganz unwirklich vorkam, dass es jetzt endlich so weit war“, erzählt die Stadtratspolitikerin Louise Thomsen Terp.

Während ihre älteste Tochter Ditte an der rhythmischen Gymnastikdarbietung beteiligt war und Rosenblätter streute, als die Königin der Markt wieder verließ, hatte Frida gemeinsam mit Maja Uggerholt Eriksen die Majestät mit Blumen empfangen.

„Es war superschön, dass für die Mädchen alles so gut lief“

„Es ist schwer, es in Worte zu fassen, da es wirklich ein unfassbar großes Ereignis war. Es war superschön, dass für die Mädchen alles so gut lief. Sie hatten nachts gut geschlafen, bei mir war das nicht ganz der Fall“, gesteht die vierfache Mutter.

„Ich glaube, es hing auch mit der netten Art der Königin zusammen, dass sie sich wohlfühlten. Als Ditte bemerkte, dass die Rosenblätter nicht liegen blieben, da der Wind mit ihnen spielte, hat die Königin gleich gesagt, dass das nichts machen würde.“

Der achtjährige Johan Terp war in der Schützen-Delegation an der Kogade mit von der Partie, während seine kleine Schwester Iben dort Zaungast war.

Die Dannebrog im Abendlicht Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Gänsehaut auf dem Schiff

„Die Veranstaltung auf dem Markt war wirklich toll.“

Auch das Essen mittags im Hotel Tønderhus mit neuen Gesprächspartnern sei sehr interessant gewesen. Der überaus gelungene Tag gipfelte mit dem Besuch auf der Dannebrog in Havneby.

„Das Schiff, das unheimlich schön ist, zu betreten, war magisch. Es löste in mir Gänsehaut aus, als die Königin in ihrem schönen Kleid auf einem Stuhl saß und unsere Namen aufgerufen wurden“, so Louise Thomsen Terp, die mit ihrem Mann René an dem Ereignis teilnahm.

Elsbeth und Jørgen Popp Petersen nehmen Kurs auf die Dannebrog. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Zuspruch der „Untertanen“ begeistert

Ein großer Tag war der offizielle Besuch der Königin auch für Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei).

„Mich hat der Zustrom der vielen Leute an den verschiedenen Orten am meisten beeindruckt. Es waren überall fröhliche Menschen“, so Jørgen Popp Petersen.

In der Nähe von Ballum zum Beispiel hatten Kinder ein Banner gemacht, und eine Gruppe von Leuten saß in der Feldeinfahrt an einem Campingtisch und winkten der royalen Besucherin zu.

„Die Königin macht glücklich“

Die Überschrift „Die Königin macht glücklich“ im „Nordschleswiger“ sei eine treffende Aussage. Dass der Tag an der Westküste den Geschmack der Majestät getroffen hat, darauf deuten nicht nur viele Fotos mit einer lächelnden und mehrfach herzlich lachenden Königin hin.

„Das hat sie beim Abschied mit ihren eigenen Worten ausgedrückt“, so der Bürgermeister.

Während die Königin gegen 21.30 Uhr von Bord ging, verließ die Dannebrog am Sonntag um 10 Uhr den Hafen in Havneby, wo sie erstmals angelegt hatte.

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