Handball

Sønderjyske HH schrammt haarscharf an Sensation vorbei

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Gabriel Setterblom und Sønderjyske HH verlangen Aalborg alles ab.

Der krasse Außenseiter hat dem Champions-League-Finalisten alles abverlangt, aber zwei vergebene Siebenmeter in den letzten fünf Minuten wurden bei der 22:24-Niederlage gegen Aalborg Håndbold teuer.

Die Sensation war in Reichweite, blieb aber aus. Die Handballer von Sønderjyske HH haben Aalborg Håndbold alles abverlangt, sind aber im Halbfinale des Pokal-Final-Four am großen Favoriten gescheitert.

Die Hellblauen mussten sich nach einem beherzten Auftritt und einer grandiosen Abwehrleistung mit 22:24 geschlagen geben, gegen eine Aalborg-Mannschaft, die drei Tage zuvor noch den amtierenden Champions-League-Sieger FC Barcelona mit 36:35 geschlagen hatte.

Die Handballer von Sønderjyske HH haben sich teuer verkauft, dürfen sich aber dennoch ärgern, dass sie in der Schlussphase keinen kühlen Kopf behielten.

Die Sønderjyske-Deckung ging nicht gerade zimperlich zu Werke.

Nicolaj Jørgensen und Ebbe Stankiewicz vergaben in den letzten fünf Minuten jeweils einen Siebenmeter, Morten Bjørnshauge scheiterte frei vom Kreis und Torwart Julius Sten wurde abgeblockt, als er nach einer Parade den Ball zum 22:22-Ausgleich ins leere Tor werfen wollte.

Da wäre mehr drin gewesen, doch es fehlte in der Schlussphase eben der kühle Kopf vor der großen Kulisse.

Für Sønderjyske HH war es der erste Auftritt auf der großen Bühne. Nach dem Liga-Aufstieg war ein fünfter Platz in der Corona-Saison 2020/21 unter Jan Pytlick das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte, vor fast leeren Rängen.

Das war diesmal im Herninger „Boxen“ anders. Dort, wo Dänemarks Handballer auf dem Weg zum vierten Weltmeister-Titel in Folge die eine rauschende Party nach der anderen gefeiert hatten. Die Ränge waren nicht ganz voll, die fast 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bildeten dennoch einen beeindruckenden Rahmen, mit den jeweiligen Fangruppierungen der teilnehmenden Vereine in den vier Ecken.

Mathias Rex hielt in der zweiten Halbzeit seine Mannschaft im Spiel, konnte das hohe Niveau aber in der zweiten Hälfte nicht halten.

Mehr als 1.000 hatten Weg aus Sonderburg (Sønderborg) nach Herning gefunden und stärkten ihrer Mannschaft den Rücken, waren auf den Rängen jedoch deutlich in der Unterzahl.

Die Sønderjyske-Handballer ließen sich von der Auswärts-Atmosphäre keineswegs einschüchtern und versuchten, gleich in der ersten Minute ein Zeichen zu setzen.

Mit einem doppelten Kempatrick, abgeschlossen von Nicolaj Jørgensen, gingen die Hellblauen spektakulär in Führung. Es folgten aber drei Fehlversuche des Torschützenkönigs und null Paraden auf der anderen Seite von Julius Sten. 2:6 nach acht Minuten, die befürchtete klare Angelegenheit drohte sich anzubahnen.

Mathias Rex übernahm den Platz zwischen den Pfosten und brachte mit vier Paraden hintereinander seine Mannschaft wieder ins Spiel. Nach einem 6:6 führte SønderjyskE sogar 8:7 und 10:9, bevor es mit einem 11:12-Rückstand in die Pause ging.

Massive Unterstützung gab es von den Rängen.

Sønderjyske HH hielt bis zum 16:16 mit, doch eine achtminütige Torflaute wurde teuer. Beim 16:20 schien alles entschieden, doch die Hellblauen kämpften sich noch einmal heran und verkürzten in der 54. Minute auf 21:22.

Die Sensation blieb aber aus.

Im anderen Halbfinale setzte sich Bjerringbro-Silkeborg gegen Liga-Aufsteiger Grindsted deutlich mit 37:23 durch.