Handball

Sønderjyske HH: Große Freude über Meilenstein in der Vereinsgeschichte

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Freude und Erleichterung bei den Handballern von Sønderjyske HH nach der Schlusssirene.

Die Handballer von Sønderjyske HH haben mit der Bronzemedaille beim Final Four einen Meilenstein erreicht und wollen im dänischen Handball auf den Zug springen, der sie nach ganz oben bringen soll, bevor es zu spät ist.

Der Schweiß stand nicht nur den Spielern, sondern auch dem Sportmanager in den Minuten nach der Schlusssirene ins Gesicht. Thomas Mogensen hatte an der Seitenlinie mitgefiebert und konnte nach dem nervenaufreibenden 25:24-Sieg im Spiel um Platz drei gegen Grindsted GIF den Stolz über die erste Medaille der Vereinsgeschichte nicht verbergen.

„Verdammt noch mal. Die Nerven lagen am Ende blank, aber wir stehen jetzt mit der ersten Medaille der Vereinsgeschichte da. Die Reise, die wir am 1. Juli begonnen haben, ist mit dieser Bronzemedaille gewürzt worden. Ich bin voller Stolz, was wir an diesem Wochenende auf die Beine gestellt haben, und habe großen Respekt davor, dass Sonderburg und Umgebung nach Herning gekommen ist. Das erste Mal im 'Boxen' und die erste Medaille. Das sind Dinge, die wir nie vergessen werden – das kann uns keiner mehr nehmen“, so Thomas Mogensen zum „Nordschleswiger“.

Die erste Medaille der Vereinsgeschichte kommt nur acht Monate nach dem Austritt von Sønderjysk Elitesport und soll ein Startschuss sein. Weitere Medaillen sollen folgen, die nächsten Schritte müssen gemacht werden.

Grindsted GIF hatte in der Schlusssekunde noch die Chance zum Ausgleich.

„Wir gehören zu einer Gruppe von vielen Vereinen, die ungefähr auf dem gleichen Niveau liegen, um die gleichen Dinge kämpfen und alle den Weg nach oben suchen. Am Ende entscheiden die Ressourcen. Ich hoffe, dass mehr Leute die Augen aufsperren und dazu beitragen wollen, mehr von solchen Erlebnissen zu schaffen. Es wird in Zukunft keineswegs einfacher, denn die Konkurrenz legt immer mehr zu. Wir müssen hellwach sein, uns steigern und auf den Zug aufspringen, der mit Vollgas fährt. Und zwar jetzt, und nicht erst in zwei Jahren“, meint der Sportmanager von Sønderjyske HH.

Die Hellblauen mussten aber bis zur allerletzten Sekunde zittern, bevor die Medaille unter Dach und Fach kam.

Das „kleine Finale“ war eine Abwehrschlacht, die keinen Schönheitspreis verdient hatte und von zwei Mannschaften geprägt wurde, die oft das Spiel Sieben gegen Sechs einsetzten.

Mehr als 1.000 Sønderjyske-Fans unterstützten ihre Mannschaft.

Herausragender Mann war in den ersten 40 Minuten Julius Sten, der zu Beginn der zweiten Halbzeit 10 von 18 Bälle gehalten hatte, doch seine Quote rutschte daraufhin von 55 auf 35, als die nächsten elf Bälle reinflogen.

Sønderjyske HH hatte über die gesamte Spieldauer geführt, aus einem 12:9 zur Halbzeitpause und einem 19:16 konnte Grindsted ein 22:22 machen. Beim 25:22 eine Minute vor Schluss schien alles entschieden, doch das große Nervenflattern bei den Hellblauen hätte fast noch zu einer Verlängerung geführt.

„Das ist schon ein tolles Gefühl nach einem solchen Ausgang des Spiels. Es macht es noch schöner, dass wir nach einem engen Spiel gewonnen haben, aber es musste nicht unbedingt so eng sein“, sagte ein strahlender Julius Sten im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

August Wiger wird gebremst.

Der Torwart von Sønderjyske HH hatte sich schwer getan, die knappe 22:24-Halbfinalniederlage gegen den hohen Favoriten Aalborg Håndbold wegzustecken.

„Das war schon schwer zu verdauen. Wir waren so nah dran, eine der besten Mannschaften der Welt zu schlagen, aber es war auch schwer zu verdauen, weil ich nicht das Niveau erreicht habe, das ich gerne erreichen möchte“, so Julius Sten, der kurz vor Schluss den möglichen Ausgleich vergab, als sein Wurf aus dem eigenen Torraum von Simon Hald abgeblockt wurde.

„Ich hätte diese Lösung noch einmal gewählt, wenn ich die Chance bekommen hätte, aber dabei vielleicht bedacht, dass der Eiffelturm Simon Hald vor mir steht. Ich ärgere mich vielmehr über die zwei Würfe danach, wo ich eigentlich wusste, wo die Würfe landen würden“, sagt der Torwart.

Julius Sten war in der ersten Halbzeit kaum zu bezwingen.

„Wir haben jetzt aber die erste Medaille der Vereinsgeschichte, und die fühlt sich wirklich gut an. Ich hoffe, dass wir damit für Aufsehen gesorgt haben, und dass sie uns Rückenwind gibt, sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb des Spielfeldes. Wir wollen diesen Rückenwind mit in die nächsten acht Spiele nehmen und die Endrunde erreichen“, meint Julius Sten.