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Konkursantrag gegen KIF Kolding

Konkursantrag gegen KIF Kolding

Konkursantrag gegen KIF Kolding

Kolding
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Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die finanziellen Probleme sind in den vergangenen Jahren bei KIF Kolding groß gewesen, jetzt droht das Aus. Die dänische Spielervereinigung hat gegen den Traditionsverein einen Konkursantrag gestellt. Gleichzeitig haben aus der Führungsetage Anders Oechsler und Lars Krogh Jeppesen gekündigt.

Mit 14 Meistertiteln und 8 Pokalsiegen gehört KIF Kolding zu den absoluten Schwergewichten im dänischen Handball, doch nach 30 Jahren voller Erfolge machte der Klub zuletzt fast nur noch mit finanziellen Problemen Schlagzeilen. Jetzt droht das Aus.

Die dänische Spielervereinigung hat gegen KIF Kolding einen Konkursantrag gestellt, bestätigt „Håndbold Spiller Foreningen“ die Berichte von TV2 Sport und JydskeVestkysten.

Die Spieler des aktuellen Tabellenzehnten haben ihr Gehalt bekommen, dagegen stehen Gehaltszahlungen an ehemalige KIF-Handballer aus. Der Klub hat nun eine Frist von zwei Wochen, um die nötigen Mittel zu besorgen, um einen Konkurs und einen Zwangsabstieg aus der Liga zu vermeiden.

Brian Stein, Vorstandsvorsitzender von KIF Kolding, streitet ab, dass es sich um einen Konkursantrag handelt, räumt aber ein, dass es eine Forderung seitens der Spielervereinigung gibt.

„Die Spielervereinigung vertritt vier unserer ehemaligen und sehr, sehr angesehenen Kollegen, wo wir uns schwer getan haben, das ausstehende Gehalt zahlen zu können. Es liegt eine Forderung von der Spielervereinigung vor“, sagt Brian Stein zu TV2 Sport: „Man kann nicht einfach einen Konkursantrag stellen. Die Angelegenheit wird jetzt vor Gericht geprüft, und dann sehen wir weiter.“

Laut TV2 Sport gehört Bo Spellerberg zu den vier Spielern, die mit Hilfe der Spielervereinigung den Konkursantrag gestellt haben. Spellerberg spielte von 2002 bis 2018 für KIF.

Der Konkursantrag ist allerdings nicht die einzige Sorge für den Vorstandsvorsitzenden. Zwei ehemalige Nationalhandballer waren vor kurzem auf Führungsebene als Hoffnungsträger für eine erfolgreiche Zukunft präsentiert worden, doch Lars Krogh Jeppesen und Anders Oechsler haben ihre Kündigung eingereicht und verlassen ihre Jobs zum Monatsende.

„Ich bin frustriert und traurig, dass das Abenteuer so kurz wurde“, sagt Anders Oechsler, der als kommerzieller Geschäftsführer geholt wurde: „Bei meinem Amtsantritt wusste ich, dass eine extrem schwierige Aufgabe auf mich wartete, aber dass die Vergangenheit meine Arbeit völlig blockieren würde, ist zutiefst frustrierend und inakzeptabel. Dementsprechend habe ich diesen Entschluss fassen müssen.“

Anders Oechsler spielte von 2003 bis 2006 sowie von 2009 bis 2012 bei KIF. Lars Krogh Jeppesen beendete gleich zweimal bei KIF seine sportliche Karriere. Erst 2011 und nach einer Reaktivierung noch einmal 2013. Nach seinem Rücktritt als Assistenztrainer von SønderjyskE im vergangenen Jahr wurde der langjährige Auslands-Profi als Verantwortlicher in der Verkaufsabteilung geholt.

„Die Zeit bei KIF Kolding ist leider nicht wie erhofft gelaufen, und ich bin frustriert und ärgerlich, dass ich mich gezwungen sehe, meine Kündigung einzureichen“, so Lars Krogh Jeppesen: „Es sind Unmengen an Zeit investiert worden, um aufzuräumen und die Vergangenheit zu bewältigen. Zu keinem Zeitpunkt ist der Fokus auf die Zukunft von KIF gerichtet worden, und das war der primäre Grund dafür, Anders Oechsler und mich zu engagieren.“

Brian Stein bedauert die Entscheidungen seiner Topleute in der Führungsetage.

„Anders und Lars hatten seit ihrem Amtsantritt keine echte Chance, ihre Arbeit verrichten zu können. Sie sind gezwungen gewesen, ihre gesamte Zeit mit Altlasten zu verbringen. Die Vergangenheit ist im Alltag allgegenwärtig gewesen, und es ist vollauf verständlich, dass Anders und Lars nicht den Wunsch haben, Teil der Zukunft des Klubs zu sein“, so der Vorstandsvorsitzende.

Der 14-fache dänische Meister hat am Wochenende bei SønderjyskE mit 28:32 verloren und ist auf den zehnten Tabellenplatz abgerutscht.

Lars Krogh Jeppesen kündigte in der Vorsaison bei SønderjyskE, jetzt bei KIF. Foto: Karin Riggelsen
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