Coronavirus

Ein Prozent der Betriebe wollen wieder Nerze züchten

Ein Prozent der Betriebe wollen wieder Nerze züchten

Ein Prozent der Betriebe wollen wieder Nerze züchten

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Am 4. November 2020 kündigte Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) auf einer Pressekonferenz an, dass alle Nerze in dänischen Nerzfarmen im Interesse der Volksgesundheit gekeult werden sollen. Foto: Ólafur Steinar Rye Gestsson/Ritzau Scanpix

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Nahezu alle Anträge, die beim Nahrungsmittelministerium eingegangen sind, stammen von Nerzzüchterinnen und Nerzzüchtern, die ihre Tätigkeit einstellen wollen. Nur ein kleiner Teil will wieder damit beginnen, sobald dies in Dänemark erlaubt wird.

Nur 13 Nerzbetriebe haben Geld beantragt, um ihr Unternehmen weiterzubetreiben, wenn die Nerzzucht in Dänemark wieder erlaubt ist.

Dies entspricht etwa einem Prozent der Gesamtzahl der Nerzzüchterinnen und Nerzzüchtern.

Dagegen haben 1.246 Betriebe eine Entschädigung beantragt, weil sie ihre Nerzzucht aufgeben wollen.

Dies geht aus Zahlen der dänischen Lebensmittelbehörde hervor.

Nerzzucht zurzeit nicht erlaubt

Die Zucht von Nerzen ist vorübergehend verboten, seit im Herbst und Winter 2020 Millionen von Tiere gekeult wurden. Es war eine politische Entscheidung, die aus Angst vor neuen Mutationen des Coronavirus getroffen wurde.

Daraufhin wurde im Januar 2021 eine politische Einigung über die Entschädigung der Nerzbetriebe und der betroffenen Zulieferindustrie erzielt.

Der Gesamtpreis für die Nerzentschädigung könnte sich auf bis zu 19 Milliarden Kronen belaufen.

SSI soll Lage einschätzen

Es ist geplant, dass die Nerzzucht ab dem nächsten Jahr wieder möglich sein wird. Nahrungsmittelminister Rasmus Prehn (Soz.) hat jedoch bereits erklärt, die dänische Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Insitut (SSI), am 2. Mai eine Einschätzung darüber abgeben wird, ob dies möglich ist.

Im Zusammenhang mit der jüngsten Bewertung vom Juni vergangenen Jahres stellte das SSI unter anderem fest, dass die Haltung von Nerzen in Dänemark „ein Gesundheitsrisiko für den Menschen von unbekanntem Ausmaß darstellen kann“.

Gesundheit an erster Stelle

Die öffentliche Gesundheit steht nach Ansicht der Regierung an erster Stelle, wenn die Parteien erneut über die Zukunft der dänischen Nerzzucht entscheiden. Das teilte der Nahrungsmittelminister am Sonnabend gegenüber der Nachrichtenagentur „Ritzau“ mit.

Nach Angaben des Nahrungsmittelministeriums werden sechs unabhängige Kommissionen prüfen und festlegen, wie viel jeder Nerzbetrieb – und die dazugehörige Industrie – ausgezahlt bekommt.

Die letzten Betriebe müssen möglicherweise bis Ende 2024 warten.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das Gute und das Böse“