Natur

Die Identität der Störchin ist noch ungewiss

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Liebesspiele im Storchennest in Jeising

Clyde vergnügt sich im Nest in Jeising mit einer Partnerin. Die Storchenwirtsleute sind sich nicht ganz schlüssig, um wen es sich bei der langbeinigen Dame handelt. Der Storchenverein verfolgt gespannt den Werdegang einer anderen Störchin aus Nordschleswig.

„Ich bin mir immer noch im Zweifel, ob es auch wirklich Annika ist“, sagt Storchenwirt Henning Andresen aus Jeising. Nachdem Clyde bereits am 23. Februar angereist war, gesellte sich am 19. März eine Störchin dazu.

Der Neuzugang habe ein ganz anderes Verhaltensmuster als Annika und würde sich gar nicht aus dem Eimer mit Futter eindecken. Die Störchin geht in der Natur auf Nahrungssuche.

„Das hat Annika zwar auch immer gut verstanden, sie erweckt jedoch einen ängstlichen Eindruck. Vielleicht hängt dies aber auch noch mit ihrer Anreise zusammen, und sie muss sich erst akklimatisieren“, so Andresen, der die Störche gemeinsam mit seiner Frau Eva und Allan Knudsgaard betreut. Im vergangenen Jahr traf Annika am 27. März und 2023 am 5. April in Jeising ein.

Die Storchenfans erhoffen sich durch den Abgleich von neuen Fotos mit Bildern aus dem vergangenen Jahr eine Klärung, inwieweit es sich um Annika handelt.

Sollte es nicht Annika sein, ist Henning Andresen sich sicher, dass es von der jetzigen Nestbewohnerin eine Kampfansage gibt, sobald Annika ankommt. 2024 und 2023 hatte Annika bei ihrem Eintreffen im April ihre junge Rivalin aus dem Nest vertrieben.

Simba im Fokus der Storchenfans

Rechts ist Clyde. Es ist noch ungeklärt, wer an seiner linken Seite ist.

Der Storchenverein storkene.dk verfolgt indes gespannt die Aktivitäten der vier Jahre alten Simba, wie aus dem Newsletter des Vereins hervorgeht. Die aus Brauderup (Broderup) bei Tingleff (Tinglev) stammende Störchin ist mit einem GPS-Sender ausgestattet.

Sie legte in nur elf Tagen etwa 1.900 Kilometer von ihrem Winterquartier im südwestlichen Spanien bis zur deutsch-dänischen Grenze zurück, die sie bei Flensburg (Flensborg) überquerte. Ihren ersten Stopp hatte sie im bislang unbewohnten Storchennest in Osterhoist (Øster Højst). Sie hat jedoch auch in Bedstedt (Bedsted) und Aggerschau (Agerskov) übernachtet.

Zuletzt ist sie weiter nördlich in der Nähe von Holsted bei Vejen gesichtet worden. Noch ist es ungewiss, wo sie sich niederlässt. Das Interesse des Storchenvereins ist ihr jedoch sicher, da sie das Alter erreicht hat, um mit einem Partner für Nachwuchs zu sorgen.

Eine ersehnte Entwicklung

„Simba ist nicht nur der erste mit GPS ausgestattete dänische Storch, der sich wahrscheinlich in Süd- oder Südjütland niederlassen wird, um zu brüten. Sie kann der erste dänische Storch seit 1989 werden, der nach Dänemark zurückkehrt und dort brütet. Auf diese Entwicklung haben wir seit vielen Jahren mit großer Spannung gewartet“, so Storchenexperte Mogens Lange Petersen.

Er bezeichnet daher die Heimkehr als ein bedeutungsvolles Ereignis. Leider sei die überwiegende Mehrheit der jungen dänischen Störche während ihrer Züge gestorben oder hat sich in Deutschland zur Brut niedergelassen. Der männliche Storch Cort, der 2022 in Schmedagger (Smedager) ausgebrütet wurde, hat sich für einen Horst in Risum-Lindholm entschieden.

Weitere Störche werden erwartet

Es ist noch früh in der Saison, und der Storchenverein erwartet, dass bis zum 10. Mai noch weitere Störche eintreffen werden.

Bisher bewohnte Storchennester in Nordschleswig

• Jeising (Jejsing): ein Paar
• Saxburg (Saksborg): ein Paar
• Renz (Renz): ein Paar
• Schmedagger (Smedager): ein Paar
• Rapstedt (Ravsted): ein Storch, der nicht regelmäßig da ist
• Klipleff (Kliplev): ein männlicher Storch, der auch zum Nest auf Bønderengen in Apenrade (Aabenraa) pendelt
• Brauderup (Broderup): ein Storch