Natur

Ein weiterer Adebar ist in Nordschleswig angereist

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Der anfängliche Zweifel ist verflogen. Eva und Henning Andresen meinen, Clyde an seinem typischen Verhaltensmuster wiederzuerkennen.

Die Storchenwirtsleute in Jeising sind davon überzeugt, dass es sich bei dem stolzen Vogel um einen alten Bekannten handelt. Sie sind gespannt, ob seine erfahrene Partnerin vom vergangenen Jahr auch wiederkehrt.

„Wir sind sicher, dass es sich um Clyde handelt. Anfangs waren wir uns vielleicht ein wenig im Zweifel. Das sind wir aber nicht mehr“, sagt Storchenwirt Henning Schmidt Andresen aus Jeising am Montagnachmittag.

Seine Frau Eva hatte den Adebar am Sonntag, 23. Februar, gegen 16 Uhr im Nest am Ebbedamvej erspäht. „Es ist die ganze Art, wie er sich benimmt. Er geht auf dem Feld herum und schaut ein bisschen. Und gestern flog er zu den Tümpeln im Umfeld. Er kennt sich aus“, sagt Andresen.

Das Nest wurde bereits vor einigen Wochen gemeinsam mit Hans Skov vom Storchenverein storkene.dk hergerichtet. Eva und Henning hatten schon etwas nach dem Storch Ausschau gehalten, da Clyde 2024 am 20. Februar als der landesweit erste Storch seinen Einzug hielt. Nun kam er drei Tage später.

In Nordschleswig sind vor ihm in der vergangenen Woche bereits ein Storch und wenige Tage danach auch eine Störchin in Renz (Rens) gelandet. Wenn es nach den Storchenwirtsleuten in Jeising geht, hätte er sich mit seiner Rückkehr gerne länger Zeit lassen können. „Das Wetter ist zurzeit nicht berauschend, und es war gestern und heute schlecht“, erklärt Henning Schmidt Andresen.

Warten auf eine Partnerin

Die Storchenfans sind gespannt, ob Clydes Partnerin vom vergangenen Jahr, Annika, in ungefähr vier bis sechs Wochen aus ihrem Winterquartier im zentralen und östlichen Afrika zurück nach Jeising findet.

„Ihr steht eine harte Tour bevor“, sagt Henning. Clyde hat nicht so einen langen Flug hinter sich. Andresen erläutert, dass er den Winter wahrscheinlich in Frankreich oder den Niederlanden verbringt. Er hat Zweifel, inwieweit Annikas Angebeteter wochenlang auf sie wartet oder sich ein anderes Liebchen sucht. Im vergangenen Jahr flirtete Clyde bis Annikas Ankunft mit der Jungstörchin Martina von Föhr.

Die erfahrene Storchenmutter Annika vertrieb das zweite Jahr in Folge ihre junge Nebenbuhlerin aus dem Nest. Die junge Störchin zog sich im Frühjahr eine schwere Infektion an einem Bein zu und wurde von Eva Andresen medizinisch gepflegt. Nach ihrer Genesung ließ sie sich südlich der Grenze in Westre mit einem Partner nieder. Dort wurde sie im August tot aufgefunden.

Etwas Futter zum Einstand

Das Nest wurde bereits im Januar hergerichtet.

Zum Eingewöhnen gab es etwas Futter für den langbeinigen Vogel. „Wir haben ihn gestern und heute ein wenig mit Küken gefüttert, bis er sich richtig zurechtfindet“, sagt Henning. Danach müsste er eigentlich selbst genügend zum Fressen finden können.

2024 zogen Annika und Clyde mit Erfolg einen vierköpfigen Nachwuchs auf. 2023 wurden drei Küken flügge. Zwei von ihnen verendeten aber später.

Annikas Werdegang

• 2012: Annika kommt im April nach Schmedagger (Smedager), wo sie gemeinsam mit Karlsson brütet. Sie bilden bis 2013 ein Paar.
• 2014: Vor Annikas Ankunft nimmt Karlsson Reißaus, um sich in Owschlag Norby in Südschleswig niederzulassen.
• 2014 bis 2020: Annikas fester Partner ist Tommy. Als sie 2020 Eier im Horst haben, kommt Tommy ums Leben. Annika wird von dem neuen Storchenpaar Bonnie und Clyde aus Schmedagger vertrieben.
• 2021: Annika findet mit Alfred in Renz (Rens) ein neues Glück.
• 2022: Annika und Alfred verlegen ihr Domizil nach Jeising, da ihr Nest in Renz besetzt ist.
• 2023: Clyde ist Annikas neuer Partner in Jeising, nachdem er dort erst mit einer jungen Störchin aus Nordfriesland angebändelt hatte.
• 2024: Clyde kommt wieder als Erster nach Jeising und hat erneut Spaß mit der jungen deutschen Störchin. Diese vertreibt Annika bei ihrer Ankunft.
• 2025: Clyde kommt als Erster nach Jeising und paart sich mit einer unbekannten Störchin. Annika vertreibt sie bei ihrem Eintreffen.