Rote Liste

Ministerin: Unsere Natur steckt in der Krise

Ministerin: Unsere Natur steckt in der Krise

Ministerin: Unsere Natur steckt in der Krise

ritzau/gn
Kopenhagen
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Auch die dänische Artenvielfalt ist bedroht. Foto: Thomas Lekfeldt/Ritzau Scanpix

Es gibt weiterhin einen kleinen Rückgang bei den Arten in der dänischen Natur. Mehr zusammenhängende Natur ist nötig, um bessere Lebensverhältnisse für heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen.

Die Artenvielfalt in Dänemark ist weiterhin bedroht. Das stellen Forscher von der Universität in Aarhus fest, nachdem sie sechs Jahre lang die Pflanzen- und Tierwelt des Landes studiert und eine sogenannten „rote Liste“ über die bedrohten Arten erstellt haben. Im Bericht der Forscher heißt es, dass der „übergeordnete Artenrückgang klein, aber statistisch signifikant ist".

Die rote Liste wurde 2010 zum ersten Mal erstellt und nun erneuert. Von den 10.638 Arten auf der dänischen Übersicht sind

  • 386 Arten aus der Natur ganz verschwunden
  • 376 Arten in einem kritischen Zustand
  • 663 Arten in einem bedrohlichen Zustand
  • 802 Arten in einem verletzbaren Zustand
  • 568 Arten kurz vor der Bedrohung

Über 1.638 Arten gibt es zu wenige Daten, um festzustellen, in welcher Lage sie sich befinden, während 6.224 sich in einem lebenskräftigen Zustand befinden. 11 Prozent der Arten befinden sich in einem stabilen Zustand, während die Forscher bei dem überwiegenden Teil der Arten keinen Trend feststellen konnten.

Mehr Wald- und Weideflächen

Die meisten Tier- und Pflanzenarten auf der Liste haben ihr natürliches Habitat in Wäldern sowie auf offenen Weideflächen. Und davon gibt es laut Jesper Erenskjold Moeslund vom Nationalen Center für Umwelt und Energie an der Universität in Aarhus immer weniger. „Das macht es für die Arten schwieriger – vor allem für die, die besondere Lebensverhältnisse benötigen.“

Die Lösung ist laut Moeslund, dass größere zusammenhängende Naturgebiete geschaffen werden.

Natur in der Krise

Biologe Tho Hjaresen von der Weltnaturstiftung WWF sieht in der dänischen Liste eine Bestätigung der Krise, in der sich die dänische Natur befindet.

„Wir benötigen mehr Platz für wilde Natur ohne Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Der Staat muss mit einem guten Beispiel vorangehen, und wir schlagen Akutmaßnahmen vor, bei dem der Staat bis 2030 seine Forstwirtschaft einstellt, damit die Staatswälder wieder wilde Natur werden können“, so Hjaresen.

Auch Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) will handeln. „Die Liste unterstreicht, dass unsere Natur in der Krise steckt. Wir müssen den Rückgang der Arten stoppen“, sagt sie.

Konkrete Lösungsvorschläge habe sie noch nicht. Sie wolle erst alle Fakten auf den Tisch haben. Die Regierung arbeite an einem Biodiversitätspaket und in der Verbindung „ist es natürlich nahegelegen, dass der Staat darauf schaut, womit er vorlegen kann", so die Umweltministerin.

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